Forex Broker begleiten das Event mit Spezial-Angeboten

Das Referendum über den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU rückt näher. Vor allem die Forex Broker von der Insel bereiten sich auf das Event vor – u.a. mit speziellen Webinaren. Dieser Beitrag thematisiert die Brexit-Vorbereitungen der Branche und einige Grundregeln für Trader im Hinblick auf das Referendum.

Am 23. Juni stimmen die Briten ab: Setzen sich die Befürworter eines Austritts aus der EU aus, droht an den Finanzmärkten ein Beben – das jedenfalls erwarten viele Beobachter. Wie groß die Auswirkungen eines Brexits tatsächlich wären, ist allerdings umstritten. Eindeutige Tendenzen lassen sich in den Umfragen bislang nicht erkennen.

Der Brexit würde viele FX Broker direkt betreffen

Kommt es zum Brexit, wären davon nicht zuletzt die zahlreichen FX- und CFD Broker betroffen, die ihren Sitz im Vereinigten Königreich haben und nicht zuletzt von Kunden aus der EU leben. Wie sich diese Broker auf die neue Situation einstellen müssten, hängt von den Vereinbarungen an, die im Nachgang eines Brexits zwischen UK und der EU getroffen werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch danach weitgehend offene Märkte die Regel bleiben.

Unter den britischen CFD- und FX Brokern findet sich das „Who is Who“ der Branche, darunter sowohl originär britische Brokerhäuser als auch Tochterunternehmen der großen US-Broker. Zu den bekanntesten Namen zählen u.a. IG Markets, FXCM, GKFX u.v.m.

In den letzten Wochen ist gerade bei den auf der Insel ansässigen Brokern eine verstärkte Fokussierung auf das Thema zu erkennen – bis hin zu konkreten Angeboten für Privatkunden. FXCM etwa kündigt für die Tage vor dem Referendum „Brexit-Webinare“ an. In einem davon thematisiert der bekannte Referent Birger Schäfermeier „Brexit Handelsansätze vor und nach dem Brexit“. Eine weitere Veranstaltung kündigt eine „Brexit Strategie“ an.

FXCM-Brexit-Webinare

FXCM veranstaltet Brexit-Webinare

Auch GKFX thematisiert den Brexit bereits im Rahmen der täglichen Marktkommentare. In dem unten verlinken Video setzt sich der Broker mit den möglichen Auswirkungen des Brexits auf die britische Wirtschaft auseinander. Diese Frage wird auch unter Ökonomen stark diskutiert.

GKFX-Video-Brexit

Brexit bei GKFX

Klar ist: Die Konsequenzen im Fall eines Austritts der Briten hängen maßgeblich von der Folgeregelung an. Das Vereinigte Königreich könnte Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) werden, dem schon heute neben den EU-Mitgliedstaaten auch Finnland, Liechtenstein und Island angehören. Dazu wäre eine Einigung mit der EU erforderlich.
Sollte diese nicht erreicht oder gewünscht werden, könnten die früheren bilateralen Freihandelsabkommen zwischen UK und den großen Staaten der EU relativ schnell wieder in Kraft gesetzt werden – schließlich dürften beide Seiten kein Interesse an einem deutlichen Rückgang des Handels haben. Gegen eine Aufnahme Großbritanniens in den EWR spricht aus Sicht der Brexit-Befürworter, dass innerhalb dieses Raumes viele Regelungen der EU auch weiterhin gelten.

IG-Markets-Brexit

IG Markets thematisiert den Brexit

Auch IG Markers thematisiert den Brexit und widmet dem Referendum eine eigene Unterseite. Kunden aus Großbritannien können sogar einen 1-100-Binäroption handeln. Die Option wird mit 100 % des Nennwertes zurückgezahlt, wenn die Briten für einen Verbleib stimmen. Kommt es zum Brexit, verfällt die Option wertlos. Die Rendite ergibt sich aus dem Kaufkurs. Derzeit wird der Kontrakt mit 72.5 zu 69,5 quotiert.

Auf der Unterseite finden sich – in englischer Sprache – viele Detailinformationen rund um den Brexit, darunter Hintergrundinformationen und mehr als ein Dutzend Videos. Auch Umfrageergebnisse werden regelmäßig veröffentlicht und analysiert. Es ist allerdings dringend davon abzuraten, Handelsentscheidungen allein auf Grundlage der Umfragen zu treffen – dieses Vorgehen entspricht einer unsicheren Wette. Schließlich basiert die Treffgenauigkeit von Umfragen maßgeblich auf empirischen Daten, die zum Thema Brexit schlicht nicht vorliegen.

Cameron-Stick-Together

David Cameron

Der ebenfalls in Großbritannien regulierte Broker Oanda berichtete im Corporate Blog kürzlich von einem wachsenden Interesse der britischen Unternehmen an Absicherungsmaßnahmen am Devisenmarkt. Offenbar wird eine Abwertung des GBP befürchtet, sollte es zum Austritt aus der EU kommen.

Oanda berichtet: The question businesses need to ask themselves is how much should they increase their hedging by. Nobody is ever 100 per cent hedged, but since the referendum date was set, UK companies have increased their hedging ratios from around 60 to 70 per cent. Approaches of course differ from organization to organization. A FTSE 250 firm with large corporate treasury teams and highly sophisticated technologies is likely to be ahead of the curve.”

Erinnerungen an den „Franken-Schock“: Broker ohne Nachschusspflicht bevorzugen

Wie können sich FX Trader im Vorfeld des Referendums positionieren? Viele Beobachter fürchten sich vor einem drastischen Kurssturz, vergleichbar mit dem „Franken-Schock“ im Januar 2015. Eine solche Marktreaktion ist zwar möglich, setzt aber aller Erfahrung nach einen Überraschungseffekt voraus, der in dieser Situation kaum vorliegen kann.

Letztlich lässt sich keine seriöse Aussage im Hinblick auf eine Positionierung treffen. Wie immer, wenn stürmische Zeiten drohen, sind Broker ohne Nachschusspflicht einen Blick wert. Viele Broker schließen negative Kontostände rechtsverbindlich aus, so dass Trader nicht mehr verlieren können als ihren Einsatz. Diese „Airbags“ sind im aktuellen Marktumfeld (dem in den nächsten Jahren keinesfalls nur durch den Brexit Erschütterungen drohen) dringend empfehlenswert.

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