Bester Broker für Zertifikate: Börsengebühren, Emittentenhandel, Sparpläne

Zertifikate-Anleger müssen auf spezielle Details achten

Zertifikate kommen im Daytrading genauso zum Einsatz wie bei langfristigen Anlagestrategien. Wer überwiegend in Zertifikaten anlegt, muss im Brokervergleich auf einige Besonderheiten achten. Neben der Ausstattung des Emittentenhandels zählen dazu Handelsplatzentgelte an wichtigen Zertifikate-Börsen, ein großes und kostengünstiges Sparplanangebot und nützliche Suchtools für den Zertifikatemarkt.

Bester Broker für Zertifikate: Das Wichtigste in Kürze

  • An Zertifikate-Börsen wie Euwax und Börse Frankfurt Zertifikate fallen oft zusätzliche Gebühren an
  • Viele Broker bieten Sonderpreisaktionen mit Emittenten
  • Dauerhafte Sonderpreisaktionen sind besser als kurzzeitige Angebote
  • Bei einigen Brokern können insbesondere Hebelzertifikate außerbörslich ohne Gebühren gehandelt werden
  • Sparpläne in Zertifikaten können mit sehr unterschiedlichen Kosten verbunden sein
  • Suchfunktionen und Anlageplaner sind nützliche Tools
  • Anleger sollten bei Anlagezertifikaten deren Konstruktion und Bestandteile beachten
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Inhaltsverzeichnis

    Damit ein Anbieter als bester Broker für Zertifikate qualifiziert werden kann, sollten möglichst viele der nachfolgend genannten drei Bedingungen erfüllt sein. Erstens muss das Handelsplatzentgelt an den für Zertifikaten wichtigsten Börsenplätzen Euwax und Börse Frankfurt Zertifikate moderat ausfallen. Zweitens sollten wichtige Emittenten an den außerbörslichen Handel angebunden und dort mit Sonderpreisaktionen vertrete sein. Drittens sollte es ein größeres Angebot an Zertifikatesparplänen mit niedrigen Ausführungsgebühren geben.

    1. Handelsplatzentgelte für Euwax und Co. können die Transaktionskosten erhöhen

    Bei den meisten Brokern fallen neben den eigentlichen Ordergebühren auch Börsenentgelte an – je nach Anbieter als Fremdspesen oder als Handelsplatzentgelt, bei einigen Brokern auch als Kombination aus beidem.  Zertifikate werden primär über Euwax (Börse Stuttgart) und Börse Frankfurt Zertifikate (ehemals Scoach) gehandelt. Die Handelsplatzentgelte von Brokern für diese Börsenplätze können deutlich von denen für Orders über Xetra abweichen. Börse für Anfänger >

    Die DAB Bank verlangt z. B. ein Handelsplatzentgelt in Höhe von 2,90 € für Orders an allen inländischen Börsenplätzen außer Xetra. Die OnVista-Bank berechnet ebenfalls ein pauschaliertes Handelsplatzentgelt in Höhe von 1,50 € und wendet dieses sowohl für Xetra als auch für Euwax und Börse Frankfurt Zertifikate an.

    Die Börsengebühr wiederum ist selbst eine Gebührenformel: Am Handelsplatz Börse Frankfurt Zertifikate beträgt das Entgelt 0,113 % des Transaktionsvolumens bei einer Obergrenze von 14,20 € bei Anlagezertifikaten und 19,99 € bei Hebelzertifikaten. Orders bis 1.000 € sind von Börsengebühren befreit. Die Börsengebühr am Handelsplatz Euwax beträgt 0,113 % des Transaktionsvolumens, maximal jedoch 14,16 € und 0,00 € bei Orders bis 1.100 €.

    Der Online Broker flatex rechnet Orders im inländischen Börsenhandel pauschal mit 5 € zzgl. Börsengebühren ab und verzichtet auf ein hausinternes Handelsplatzentgelt. Dafür werden an den Handelsplätzen Börse Frankfurt Zertifikate und Euwax zusätzlich 0,87 € pro Order als Clearinggebühr und Schlussnotendatenträgerentgelt abgerechnet – auch bei Orders unter 1.000 € bzw. 1.100 €. Eine Zertifikate-Order im börslichen Handel ist damit sowohl über Frankfurt als auch Stuttgart ab 5,87 € möglich – flatex markiert hier den unteren Rand der Bandbreite des Marktes.

    2. Sonderpreisaktionen im außerbörslichen Handel ermöglichen Einsparungen – unter Bedingungen

    Niedrige Transaktionskosten sind insbesondere für aktive Trader wichtig. Bei der Beurteilung von Zertifikate Brokern darf deshalb ein Blick auf das Angebot im außerbörslichen Handel nicht fehlen. Die meisten Online Broker ermöglichen ihren Kunden den Handel mit Zertifikaten und Optionsscheinen mehrerer Emittenten zu vergünstigten Gebühren. Üblich sind z. B. Free Trade, Free Buy  und Flat Trade Aktionen.

    Je konstanter Sonderpreisaktionen im außerbörslichen Handel angeboten werden, desto besser. Bei vielen Brokern können Anleger z. B. Aktienanleihen von Emittent A einen Monat lang kostenlos kaufen und Optionsscheine von Emittent B im Folgemonat für eine Pauschalgebühr handeln. Mit solchen Aktionen lassen sich, eine entsprechende Flexibilität vorausgesetzt, Einsparungen erzielen. Diese fallen aber deutlich größer aus, wenn ein möglichst konstanter Derivatekatalog dauerhaft zu Sonderkonditionen abgerechnet wird.

    In den nachfolgenden drei, von Broker-Webseiten entnommenen Abbildungen sind Sonderpreisaktionen im außerbörslichen Handel sichtbar. Die OnVista-Bank bewirbt z. B. eine auf rund sechs Wochen befristete FreeBuy-Aktion für Knock-Out-Produkte des Emittenten Citi.  Die Consorsbank stellt „StarPartner“ vor, deren Produkte während des gesamten Kalenderjahres zu einem Pauschalpreis in Höhe von 4,95 € gehandelt werden können.

    Bei flatex sind zehn Emittenten an den so beworbenen „0-Euro-Handel“ angebunden. Ein Teil der Produkte dieser Emittenten kann unter Bedingungen betreffend die Stückzahl bzw. das Handelsvolumen ohne Ordergebühr gehandelt werden. Im Angebot sind insbesondere Hebelzertifikate und Optionsscheine. Dennoch sind dauerhaft angelegte Sonderpreisaktionen befristeten Angeboten vorzuziehen. Für Trader, die primär Hebelzertifikate und Optionsscheine handeln kann flatex deshalb als bester Broker für Zertifikate eingestuft werden.

    Bester Broker für Zertifikate OnVista-Bank-OTC-FreeBuy-City-Knockout

    FreeBuy-Aktion bei der OnVista-Bank

    Consorsbank-StarPartner-Konditionen

    Die StarPartner der Consorsbank

    flatex-0-Euro-Handel

    Der “0-Euro-Handel” bei flatex

    Anleger sollten den außerbörslichen Handel allerdings nicht unkritisch in Anspruch nehmen. Die Kurse werden durch die Emittenten quotiert und können von denen im börslichen Handel beträchtlich abweichen. Dieses Risiko besteht insbesondere außerhalb der regulären Börsenöffnungszeiten, zu denen der Handel nicht empfehlenswert ist.

    3. Ausführungsgebühren für Zertifikate-Sparpläne

    Zertifikate wurden im kontinuierlichen Vermögensaufbau über Sparpläne in den letzten Jahren von ETFs verdrängt, die wegen des entfallenden Emittentenrisikos den Inhaberschuldverschreibungen vorgezogen werden. Dennoch kann es gute Gründe für Zertifikatesparpläne geben. Der Zertifikatemarkt bietet insbesondere im Hinblick auf strukturierte Anlagekonzepte und Themengebiete noch immer eine größere Auswahl.

    Der Katalog an sparplanfähigen Zertifikaten sollte im Broker Vergleich deshalb ebenso berücksichtigt werden wie die Gebühren der Sparpläne. Viele Broker verlangen Ausführungsgebühren von z. B. 1 € plus 1,5 % – meistens entsprechen die Entgelte denen für ETFs und Aktien. Einzelne Broker ermöglichen mittlerweile auch Auszahlungspläne aus Zertifikatevermögen. Die Gebühren sind denen der Sparpläne zumeist weitgehend nachempfunden.

    Generell sind Zertifikatesparpläne nicht empfehlenswert, wenn derselbe Basiswert auch über einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) abgebildet werden kann. Das ist etwa bei den großen Leitindizes wie DAX, Dow Jones, EuroStoxx50 usw. längst der Fall.

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    4. Suchfunktionen und Portfolio-Tools: Nützliche Helfer für Zertifikate-Anleger

    Der Zertifikatemarkt ist unüberschaubar groß und bedarf gut strukturierter Suchtools, die Broker ihren Kunden im besten Fall zur Verfügung stellen. Es muss z. B. möglich sein, nach Bonuszertifikaten mit einer festgelegten Merkmalskonstellation (Abstand zur Barriere usw.) zu suchen.

    Auch Portfolio-Tools sind hilfreich, im Hinblick auf Zertifikate aber bei fast allen Brokern noch unterentwickelt. Wünschenswert wäre etwa eine Cash-Projektion mit angebundenem Szenariorechner: Wie verhält sich ein Portfolio aus Bonus-, Discount-, Alpha- und Expresszertifikaten unter bestimmten Marktbedingungen? Wann schüttet das Portfolio bei welcher Marktentwicklung wie viel Liquidität aus?

    5. Preistransparenz in Eigenregie: Bewertung der Bestandteile von Zertifikaten

    Wünschenswert wären darüber hinaus Tools zur Bewertung der einzelnen Bestandteile von Zertifikaten zum Zwecke der Preistransparenz. Das ist bislang nur mit Angeboten von Drittanbietern und relativ umständlich möglich. In diesem Zusammenhang seien zwei kostenlos verfügbare Angebote empfohlen.

    Die „Zertifikate-Fibel“ der WGZ-Bank beschreibt die Konstruktion (Stripping) von allen gängigen Zertifikatetypen sehr ausführlich und mit vielen Grafiken. Lesern wird z. B. erklärt, aus welchen Komponenten ein Bonuszertifkat zusammengesetzt ist und wie die einzelnen Komponenten auf Kurs- und Volatilitätsveränderungen reagieren.

    WGZ-Fibel-Bonuszertifikat-Konstruktion

    Screenshot aus der „Zertifikate Fibel“ der WGZ: Konstruktion eines Bonuszertifikats

    Das Wissen der Zertifikate-Fibel ist insbesondere in Kombination mit einem geeigneten Rechentool interessant, mit dem sich der Gesamtpreis verschiedener Komponenten leicht ermitteln lässt. Ein solches Tool steht bei Hoadley Trading und Investment Tools kostenlos zur Verfügung.

    Hoadley-Rechner-Tools

    Berechnung bei Hoadley Trading & Investment Tools

    Viele Anleger fokussieren bei ihren Überlegungen zu Zertifikaten zu stark das Szenario am Laufzeitende und berücksichtigen nicht die Kursschwankungen während der Laufzeit. Diese hängen ebenso wie die Attraktivität eines strukturierten Produkts insgesamt maßgeblich von der Reaktion der einzelnen Komponenten auf die Marktentwicklung ab.

    Ein Beispiel: Ist ein Zertifikat mit einem Down-and-out-Put ausgestattet, der bei Unterschreiten eines festgelegten Kurswertes wertlos verfällt, wirkt sich eine hohe Volatilität bei Auflegung des Zertifikates optisch günstig auf die Bonusrendite aus, während eine steigende Volatilität während der Laufzeit (ceteris paribus) zu sinkenden Kursen führt.

    Ein weiteres Beispiel: Der Discount bei Discount Zertifikaten fällt umso höher aus, je höher die Volatilität bei der Auflegung des Zertifikates ist. Die Konstruktion besteht aus einem Zero Strike Call auf den Basiswert (abgesehen von Dividendenausschüttungen identische Eigenschaften zum Basiswert) und einer Shortposition in Calloptionen auf den Basiswert. Mit dem Erlös des Short Calls wird der Discount finanziert. Da die Optionsprämie mit steigender Volatilität zunimmt, wächst der Discount neu emittierter Zertifikate in unruhigen Börsenphasen.

    Für Garantiezertifikate ist eine hohe Volatilität dagegen negativ, weil hier Longpositionen in Calloptionen erworben werden. Das fixe Budget für partizipierende Bestandteile von Garantiezertifikaten reicht dann nur für eine geringere Anzahl und damit auch eine geringere Partizipation aus. Das Budget fällt umso kleiner aus, je niedriger das Zinsniveau am Markt ist. Für Anlagezertifikate empfiehlt sich deshalb dringend die Berücksichtigung der einzelnen Komponenten und ihrem Verhältnis zu Volatilität, Zinsniveau usw.

    Im Zusammenhang mit Optionsscheinen sind Szenariorechner und Kennzahlen schon lange weit verbreitet. Optionsscheine sind dabei weniger kompliziert als strukturierte Produkte, die zumeist aus digitalen Optionen und weiteren Bestandteilen bestehen.

    6. Bester Broker für Zertifikate: FLATEX

    Bei flatex können Kunden günstig Wertpapiere wie Aktien, Optionsscheine, Zertifikate, ETFs, Fonds, und Anleihen handeln. Mit der Direkthandel Flat ordern Kunden Zertifikate zum dauerhaft günstigen Festpreis. Bei den Premiumpartnern des Brokers ist die außerbörsliche Order kostenfrei.

    Preis pro Order:

    • Deutsche Börsen, Xetra 5,00 Euro zzgl. Börsengebühren
    • Außerbörslicher Direkthandel 5,90 Euro
    • Auslandsbörsen USA & Kanada 9,90 Euro
    • Auslandsbörsen Europa 24,90 Euro

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    „0,- Euro Handel“ bei Premiumpartnern

    Flatex bietet seinen Kunden exklusive Handelsmöglichkeiten für Zertifikate bei insgesamt 11 Premiumpartnern sowie über die Börsenplätze gettex und Tradegate an. Insgesamt umfasst das Handelsangebot an Aktien über Optionsscheine bis Zertifikate für den außerbörslichen Handel zum Nulltarif rund 600.000 Produkte, darunter fast 2.000 Fonds.

    Die Orderkosten gehen zu Lasten der jeweiligen Emittenten. Flatex-Partner sind u.a. Deutsche Bank, Morgan Stanley, Commerzbank, HSBC und Hypovereinsbank. Für den gebührenfreien Direkthandel muss der Händler entweder 1.000 Stück oder 1.500 Euro anlegen. Bei Morgan Stanley können bereits ab 500 Euro Mini Futures und Zertifikate für 0 Euro gehandelt werden.

    Zertifikate kostenlos an der Börse handeln

    Flatex-Kunden können seit Juli 2016 über gettex auch Zertifikate ohne Maklercourtage und Börsenentgelt handeln. Der Börsenplatz gettex bietet gegenüber dem Direkthandel einige Vorteile, wie schnelle Ausführung, enge Spreads, absolute Transparenz sowie eine unabhängige Handelsüberwachung. Händler profitieren zugleich von einheitlichen, börslichen Regularien.

    Flatex Kunden erhalten über gettex Zugang zu HypoVereinsbank onemarkets und rund 80.000 Produkten, darunter mehrere Tausend Zertifikate. HypoVereinsbank onemarkets tritt als Market Maker und Emittent auf, in deren Folge eine schnelle Ausführungen ohne Umweg gesichert ist.

    7. Fazit

    Der optimale Broker für Zertifikate bietet niedrige Handelskosten an den wichtigen Zertifikate-Börsen Euwax und Börse Frankfurt Zertifikate und unterhält ein möglichst konstantes Angebot an Sonderpreisaktionen im außerbörslichen Handel. Darüber hinaus sollte ein großer Katalog an sparplanfähigen Zertifikaten mit niedrigen Gebühren zum Angebot gehören. Nützliche Suchtools für den Zertifikatemarkt und im besten Fall Rechentools zur Bewertung der einzelnen Bestandteile runden ein ideales Angebot ab.

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