comdirect Erfahrungen: Allround-Broker mit Stärken und Schwächen

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Die comdirect zählt zu den größten Direktbanken Deutschlands und ist auch im Wertpapiergeschäft sehr aktiv. Der Broker ermöglicht den Handel an allen inländischen und knapp 50 ausländischen Börsenplätzen, an der Eurex, außerbörslich und über eine CFD-Plattform mit der Commerzbank als Market Makerin. Die Gebühren des Brokers sind über die gesamte Angebotspalette hinweg konkurrenzfähig: Die comdirect ist ein Allround-Broker, der breite Kundenkreise anspricht.

Vor- und Nachteile für die comdirect Bewertung

  • Niedrige Gebühren an ausländischen Börsenplätzen
  • Vergünstigungen bei vielen ETFs (Einmalanlagen und Sparpläne)
  • Bei minimaler Aktivität oder Girokonto keine Depotgebühren
  • CFD Handel mit Ausschluss von Nachschusspflichten möglich

  • Kein automatisierter Handel möglich
  • Begrenzte Analysetools
  • Eurex-Handel nur mit Optionen

WEITER ZU COMDIRECT: www.comdirect.de

Inhaltsverzeichnis

    Broker im Test: Unsere comdirect Erfahrungen

    1. Konditionen im Handel: Konkurrenzfähig im Inland, sehr günstig im Ausland

    • Depotführung: 1,95 € / Monat, entfällt i. d. ersten drei Jahren, bei Aktivität oder Girokonto
    • Ordergebühren Inland: 3,90 € + 0,25 %, min. 9,90 € und max. 59,90 €, zzgl. Handelsplatzentgelt
    • Ordergebühren Ausland: 7,90 € + 0,25 %, min. 12,90 € und max. 62,90 €, zzgl. Handelsplatzentgelt
    • Handelsplatzentgelt Xetra: 0,0015 %, min. 1.50 €
    • Handelsplatzentgelt Ausland: 2,90 €
    • Handelsplatzentgelt OTC („Live Trading“): Keine Gebühr
    • Offline-Zuschlag: 9,90 €
    • Sparplan-Ausführung (Aktien, Zertifikate, ETFs): 1,5 %, max. 4,90 €
    • Eurex (nur Optionshandel): 2,50-4,50 € pro Kontrakt, min. 19 € pro Ausführung
    • Viel-Trader Rabatt: 15 % auf die Orderentgelte ab 125 Trades im Vorhalbjahr
    • Fondsgeschäft: 10.000 Fonds, min. 50 % Agio-Rabatt, Liste mit 100 % Rabatt
    • Top-ETFs: 80 ETFs über Xetra für 3,90 € Ordergebühr handelbar, 45 ETFs ohne Sparplan-Gebühr
    • Kommissionen CFDs: Aktien 0,10 %, min. 9,90 €, Index-Futures min. 0,02 %, FDAX 0,01 % (min. 9,90 €), sonstige Basiswerte kommissionsfrei
    • Spreads CFDs: Xetra-Aktien und Eurex-Futures: 1:1 zur Referenzbörse, DAX: Spot+2 Punkte, DJIA: Spot + 4 Punkte, Gold + Öl: 0,4 USD, EUR/USD: 2 Pips
    • Telefon-Zuschlag im CFD Handel: 4,90 €

    Ordergebühren im In- und Ausland

    Icon_GeldscheineDie Ordergebühren im Handel an inländischen Börsenplätzen sich setzen sich aus einer Grundgebühr in Höhe von 3,90 € und einer volumenabhängigen Provision in Höhe von 0,25 % zusammen, wobei insgesamt ein Mindestentgelt in Höhe von 9,90 € und ein maximales Entgelt in Höhe von 59,90 € abgerechnet wird. Zusätzlich fällt ein Handelsplatzentgelt an. Dieses beträgt für Orders über Xetra 0,0015 % des Transaktionsvolumens, mindestens jedoch 1,50 €. Im Hinblick auf Höhe und Struktur ähnelt das Gebührenmodell den Preisen vieler Wettbewerber, so dass die inländischen Orderkonditionen einen im Hinblick auf die Gesamtbewertung neutralen Aspekt im comdirect Testbericht darstellen.

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    Die comdirect tritt als Online Broker auf

    Für den Handel an ausländischen Börsenplätzen gilt ein leicht abweichendes Gebührenmodell. Die Grundgebühr beträgt 7,90 €, die Mindestgebühr 12,90 € und die Höchstgebühr   62,90 €. Die volumenabhängige Provision beträgt wie im Inlandshandel 0,25 %. Das Handelsplatzentgelt liegt mit 2,90 € allerdings höher. Werden Orders per Telefon, Brief oder Fax erteilt, fällt dafür ein Offlinezuschlag in Höhe von 9,90 € an. Das gilt sowohl im Inland als auch im Ausland.

    Konditionen im Handel mit CFDs

    Die comdirect ist der größte deutsche Broker mit einem vollumfänglichen CFD Geschäft. Dementsprechend muss ein vollständiger comdirect Erfahrungsbericht auch die Konditionen im Handel mit Differenzkontrakten berücksichtigen. Dem Handel liegt ein Market Maker Modell zugrunde. Als Market Maker tritt die comdirect Muttergesellschaft Commerzbank auf. Diese fungiert auch bei anderen deutschen CFD Brokern in dieser Position.

    Der Handel mit CFDs auf Indices, Währungen, Edelmetalle Rohstoffe und Zins Futures ist kommissionsfrei. Im Handel mit Aktien fällt eine Gebühr in Höhe von 0,1 % des Transaktionswertes, mindestens jedoch 9,90 € an. Index- und Volatilität Futures können für eine Gebühr in Höhe von 0,02 % gehandelt werden, wobei wiederum eine Mindestgebühr in Höhe von 9,90 € anfällt. Beim Handel von Differenzkontrakt auf den FDAX gilt eine reduzierte Gebühr in Höhe von 0,01 % bei 9,90 € Mindestgebühr.

    Neben den Kommissionen sind die Spreads zu berücksichtigen. Nach Angaben des Brokers werden Eurex Futures und Xetra-Aktien mit dem 1:1 Spread der Referenzbörse gehandelt. Im Handel mit DAX-Kontrakten fällt ein Broker-Spread in Höhe von 2 Punkten, beim DJIA von 4 Punkten und im Handel von EUR/USD von 2 Pips an. Gold und Öl können zu einem Spread von 0,4 USD gehandelt werden.

    Der Zuschlag für telefonische Orders beträgt im CFD Handel 4,90 € und liegt damit nur etwa halb so hoch wie im börslichen Handel.

    Vieltrader-Rabatt und abweichende Konditionen für Fonds und ETFs

    Ein Pluspunkt im comdirect Test speziell für sehr aktive Trader: Das Preisverzeichnis sieht einen Gebührenrabatt vor. Ab 125 Transaktionen im Vorhalbjahr räumt der Broker einen Rabatt in Höhe von 15 % auf die Orderentgelte ein.

    Davon ausgenommen sind Orderentgelte im Rahmen von Sonderpreisaktionen sowie im Zusammenhang mit Sparplanausführungen, Handelsplatzentgelten und Ordergebühren im Handel an der Terminbörse Eurex. Maßgeblich ist die Anzahl der Transaktionen im vorangegangenen Qualifikationszeitraum. Qualifikationszeiträume sind jeweils das zweite + dritte sowie das vierte + erste Kalenderquartal.

    Rund 80 börsengehandelte Indexfonds (ETFs) von zwei Fondsgesellschaften sind über Xetra zu einer reduzierten, pauschalen Ordergebühr in Höhe von 3,90 € handelbar. Rund 45 ETFs können darüber hinaus im Rahmen von Sparplänen ohne Ausführungsgebühr bezogen werden. Im regulären Fondsgeschäft sind rund 10.000 Investmentfonds erhältlich, die mit einem Mindestrabatt in Höhe von 50 % bezogen auf den regulären Ausgabeaufschlag der KAG angeboten werden.

    Note: 2,0

    2. Angebot an Basiswerten bzw. Handelsplätzen: Weltweit handeln möglich

    Icon_Blatt_mit_SiegelÜber das Depot der comdirect können Anleger an allen inländischen Börsenplätzen sowie 46 Auslandsbörsen handeln. Die große Zahl ausländischer Handelsplätze ist in Verbindung mit den relativ niedrig angesetzten Orderentgelten für Auslandsorders ein positiver Aspekt in der comdirect Bewertung.

    An den außerbörslichen Handel des Brokers sind 16 Emittenten angebunden. Der Emittentenhandel fungiert bei der comdirect als „Live Trading“ und ist insbesondere für Trader wichtig, die häufig mit derivativen Finanzinstrumenten wie z. B. Hebelzertifikaten, Optionsscheinen oder Anlagezertifikaten handeln. Im Rahmen des außerbörslichen Handels können diese Produkte häufig zu rabattierten Orderentgelten gehandelt werden. Darüber hinaus fallen keine Handelsplatzentgelte an.

    Über die CFD-Plattform des Brokers sind über den Market Maker Commerzbank mehr als 1.200 Basiswerte handelbar. Darunter finden sich Aktien, Indizes, Währungen, Edelmetalle, Rohstoffe, Zins-Futures und Index-Futures.

    Note: 1,5

    3. Orderfunktionen der Handelsplattform: Trailing, Next und OCO

    Icon_TradingtypVor allem aktive Trader, die Erfahrungen mit der comdirect in Betracht ziehen, sollten einen Blick auf die verfügbaren Ordertypen werfen. Mit der Zahl der Ordertypen wächst auch das Spektrum an taktischen Möglichkeiten.

    Im Börsenhandel stehen die Ordertypen Limit Buy, Limit Sell, Stop Buy, Stop Sell, Trailing Stop Buy, Trailing Stop Sell, OCO und Next zur Verfügung. Bei Orders über Xetra können die Orderzusätze FOK und IOC, bei Orders in den USA „All or none“ ausgewählt werden.

    In der Ordermaske der kostenpflichtigen Handelsplattform ProTrader wählen Nutzer zunächst zwischen Kauf und Verkauf. Das Auswahlmenü mit den verfügbaren Limitarten wird daraufhin auf die beim Kauf bzw.  Verkauf jeweils möglichen Typen reduziert. Bei Trailing Stopps kann der Abstand absolut oder prozentual festgelegt werden.

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    Ausschnitt Video Handelsplattform „ProTrader“ der comdirect

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    comdirect ermöglicht nach Freischaltung Trailing Stops

    Die grundständige Handelsplattform des Brokers ist kostenlos im Leistungsumfang der Depotführung inbegriffen. Die Handelsplattform ProTrader ist mit einigen zusätzlichen Funktionen ausgestattet und kostet regulär 15 € pro Monat. Ab 15 Transaktionen pro Monat bzw. bei Einstufung als Viel-Trader entfällt die Gebühr. Im Leistungsumfang ist ein Basiskurspaket enthalten. Weitere Pakete können gegen zusätzliche Gebühren gebucht werden. Ab 150 Trades pro Monat entfallen die Gebühren für die zusätzlichen Kurspakete.

    Note: 2,5

    WEITER ZU COMDIRECT: www.comdirect.de

    4. Analysefunktionen der Handelsplattform: Nichts Neues aus Quickborn

    Icon_LupeVor allem Trader, die über CFD- und FX Broker in den aktiven Handel eingestiegen sind und nun erstmals mit einem klassischen Online Broker wie der comdirect Erfahrungen machen, erwarten in der Regel eine Komplettlösung für Handel und Analyse. In diesem Punkt vermag der Broker im Test nur begrenzt zu überzeugen. Selbst wenn die kostenpflichtige Plattform ProTrader abonniert wird, beschränkt sich das Angebot im Bereich der technischen Analyse auf die gängigen Chart-Darstellungsformen und Indikatoren. Es ist nicht möglich, eigene Handelssysteme zu programmieren und (zum Beispiel im Rahmen eines Backtests) auf Wertpapiere anzuwenden. Auch das Angebot an Zeichenwerkzeugen ist überschaubar. Lediglich standardisierte, technische Handelssignale des Drittanbieters Techrules.com stehen zur Verfügung.

    comdirect-ProTrader-Charts

    Video „ProTrader“-Handelsplattform der comdirect

    Note: 3,0

    5. Regulierung, Einlagensicherung und Risikobegrenzung: Airbag im CFD Handel möglich

    Icon_RechtDie comdirect ist ein vollständig inländisch lizenzierter Broker mit deutscher Vollbanklizenz. Das Institut ist an die gesetzliche deutsche Einlagensicherung angebunden, die im Insolvenzfall Guthaben bis 100.000 € pro Kunde entschädigt. Darüber hinaus besteht Anschluss an den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken, der pro Kunde eine Absicherung in Höhe von 30 % des maßgeblich haftenden Eigenkapitals vorsieht.

    Für Trader mit Risikobewusstsein ist die Behandlung von Nachschusspflichten im CFD Handel ein entscheidender Punkt für die comdirect Bewertung. Die Verlustrisiken im Handel mit Differenzkontrakten übersteigen grundsätzlich das Kontoguthaben: Kann in einer turbulenten Marktsituation die Glattstellung von Positionen über die automatisierten Sicherungssysteme des Brokers nicht realisiert werden, können die Verluste ein Vielfaches des eingezahlten Geldes erreichen.

    Grundsätzlich gilt das auch für den CFD Handel bei der comdirect: Der Broker weist ausdrücklich auf die Risiken im Zusammenhang mit Nachschusspflicht hin. Es gibt allerdings die Möglichkeit, eine Risikobegrenzung für CFD Konten einrichten zu lassen. Damit wird rechtsverbindlich vereinbart, dass Verluste auf das auf dem Konto zur Verfügung stehende Kapital begrenzt sind. Im Gegenzug werden die Marginanforderungen deutlich erhöht.

    comdirect-Risikobegrenzung-Antrag

    CFD Konto mit begrenztem Risiko

    Note: 1,5

    6. Automatisierter Handel: Nicht möglich – auch nicht mittels API

    Icon_UhrAutomatisierter Handel ist bei der comdirect nicht möglich. Es gibt keine Entwicklungs- oder Testumgebung für mechanische Handelssysteme. Für alle Anhänger des algorithmischen Handels ist das ein entscheidender Schwachpunkt für die comdirect Bewertung. Der Broker weist allerdings darauf hin, dass sich diskretionäre Handelsstrategien mit einigen der gebotenen Ordertypen zum Teil automatisieren lassen.

    Der Broker verweist diesem Zusammenhang insbesondere auf Trailing Stopps und Next Orders Automatisierte Handelssysteme im engeren Sinne sind jedoch dadurch definiert, dass ein Algorithmus selbstständig Ein- und Ausstiegssignale für den Markt definiert und mit derlei Orders umsetzt. Es gibt keine API, über die Handelssignale einer externen Quelle automatisiert bei der comdirect ausgeführt werden können.

    Auch die CFD Handelsplattform sieht keine Möglichkeit zum automatisierten Einsatz mechanischer Handelssysteme vor. Für einen nicht unerheblichen Teil der aktiven Trader erübrigen sich allein deshalb Erfahrungen mit der comdirect.

    Note: 5,0

    7. Kontoeröffnung und Mindesteinzahlung: Keine Mindesteinzahlung für CFD- und Depotkonto

    Icon_Blatt_mit_StiftRegulär fällt für die Depotführung eine monatliche Pauschale in Höhe von 1,95 € an, die nachträglich quartalsweise belastet wird. Die ersten beiden Quartalsabschlüsse ab Depoteröffnung sind abweichend davon kostenlos. Darüber hinaus entfällt die Pauschale, wenn in einem Abrechnungsquartal entweder zwei Trades getätigt, ein Wertpapiersparplan ausgeführt oder ein Girokonto bei der comdirect geführt wurde.  Zweitdepots sind unbefristet kostenlos, solange das erste Depot besteht.

    Die Kontoeröffnung ist mittlerweile neben dem konventionellen Weg auch mittels Videoident Verfahren möglich. Dabei wird die Identität des Kunden in einem Videotelefonat festgestellt. Notwendig ist ein deutscher Personalausweis oder Reisepass bzw. ein solches Dokument aus Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg.

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    Die comdirect richtet CFD-Demokonten ein

    CFD Konten können kostenlos und ohne Mindesteinlage eröffnet werden. Es besteht die Möglichkeit, zunächst ein Demokonto zu eröffnen. Dieses wird auf eine Anfrage beim Kundenservice in zwei Versionen unbefristet eingerichtet: Eine Version als Konto mit Risikobegrenzung und eine Version ohne Risikobegrenzung. In letzterer Version steht ein sehr viel größerer Finanzhebel zur Verfügung. In beiden Fällen wird ein virtuelles Guthaben in Höhe von 50.000 € eingebucht. Es ist jederzeit möglich, den Kontostand darauf zurückzusetzen.

    Note: 1,5

    WEITER ZU COMDIRECT: www.comdirect.de

    8. Der Broker im Wettbewerb: Branchen-Platzhirsch mit moderatem Wachstum

    Icon_SiegertreppchenMit 1,96 Millionen Kunden war die comdirect im Jahr 2015 die drittgrößte Direktbank in Deutschland. Die Commerzbanktochter rangierte lediglich hinter der ING-DiBa und der Deutschen Kreditbank (DKB) mit 8,0 bzw. 3,2 Millionen Kunden. Die comdirect war im Jahr 2015 der größte inländische CFD Broker.

    Die comdirect ist eine Tochtergesellschaft der Commerzbank und damit in den Verbund der deutschen Großbanken eingebunden. Die Commerzbank ist auch als Market Makerin im CFD Handel der comdirect vertreten.

    comdirect-geschäftsbericht

    comdirect Geschäftsbericht erstes Halbjahr 2015

    Den Angaben im Geschäftsbericht für das 1. Halbjahr 2015 wurden in der ersten Jahreshälfte insgesamt 7,4 Millionen Transaktionen durchgeführt. Im zweiten Halbjahr des Vorjahres waren 5,7 Millionen Transaktionen durchgeführt worden. Die Zahl der für Privatkunden geführten Depots stieg auf 910.000 nach 879.000 im Jahr 2014. Es wurde ein Depotvolumen in Höhe von 48,8 Milliarden € verwaltet, von dem 22,7 Milliarden € auf das Privatkundengeschäft entfielen.

    Statista-Banken-Kundenzahl

    Broker/Direktbanken nach Kundenzahl

    Note: 2,0

    9. Zusatzleistungen und Neukundenangebote: Die Konkurrenz bietet mehr

    Icon_PluszeichenNeukundenangebote sind für viele Interessenten ein entscheidendes Kriterium im comdirect Testbericht. Verglichen mit den üppigen Tagesgeldzinsen, Tablet-PCs und anderen Offerten vieler Konkurrenten zeigt sich der Quickborner Broker hier geradezu bescheiden. Neukunden wird für die ersten sechs Monate ein rabattiertes Orderentgelt eingeräumt. Für den Handel an deutschen Börsenplätzen im außerbörslichen Handel (ausgenommen Terminbörse Eurex) gilt in dieser Zeit ein pauschales Entgelt in Höhe von 3,90 € zuzüglich Offlinezuschlag, Handelsplatzentgelt und Fremdspesen.

    Im Fondsgeschäft gibt es eine weitere Aktion: Werden innerhalb der ersten drei Monate nach der Kontoeröffnung Fonds im Marktwert von 5.000 € zur comdirect übertragen oder dort erworben, erhalten Neukunden eine Gutschrift in Höhe von 50 €. Die Gutschrift allein dürfte bei verständiger Würdigung jedoch kaum dazu anleiten, mit der comdirect Erfahrungen zu machen: Die Prämie ist letztlich eine Teilrückvergütung der Ausgabeaufschläge.

    Zum Leistungsangebot des Brokers gehört eine gebührenpflichtige Anlageberatung. Es handelt sich nach Angaben des Unternehmens nicht um eine Honorarberatung, sondern um eine „gebührenbasierte Beratung gegen ein transparentes Entgelt“. Die monatliche Gebühr beträgt 0,05 % des Anlagevolumens, mindestens aber 24,90 €.

    Es gibt ein Kundenwerbungsprogramm: Wer Freunde oder Bekannte mit einem authentischen comdirect Erfahrungsbericht von der Eröffnung von Konto oder Depot überzeugen kann, erhält eine Sachprämie.

    Note: 3,5

    Weitere Ratgeber zum Thema:

    10. Kundenservice und Internetauftritt: CFDs und Börsenhandel getrennt

    Icon_TelefonVor allem Einsteiger, die erstmals mit einem Broker mit „execution only“-Modell wie der comdirect Erfahrung machen, sollten im Vergleich verschiedener Anbieter auch die Qualität des Kundenservices berücksichtigen. Die Kundenbetreuer der comdirect sind telefonisch, per Fax, schriftlich und per Live Chat erreichbar. Die telefonische Kundenbetreuung ist in je eine Hotline für Interessenten und Kunden aufgeteilt. Für Anfragen bezüglich des CFD Handels gibt es sowohl eine eigene telefonische Kundenbetreuung als auch eine eigene Hotline.

    Der Internetauftritt des Unternehmens könnte an einigen Stellen transparenter sein. Mitunter finden sich vollständige Informationen zu einzelnen Fragestellungen erst nach dem Besuch mehrerer Unterseiten. So weist die comdirect zum Beispiel an einer Stelle ausdrücklich auf Nachschussrisiken hin, führt aber nicht an derselben Stelle auf, dass es auch ein Konto mit reduziertem Risiko ohne Nachschusspflicht gibt. Wünschenswert wären auch frei (d.h. ohne Angabe von persönlichen Daten) zugängliche Demoversionen der kostenpflichtigen Handelsplattform ProTrader.

    comdirect-service

    Service bei der comdirect

    Note: 2,0

    Fazit im comdirect Test

    Die comdirect ist im börslichen und außerbörslichen Handel breit aufgestellt. Ihre Ordergebühren im inländischen sowie im ausländischen Börsenhandel sind günstig, das Angebot für Eurex-Händler ist dagegen auf Optionen beschränkt und relativ teuer. Ein gewichtiger Pluspunkt im comdirect Test ist die unter sehr moderaten Bedingungen kostenfreie Depotführung und die Möglichkeit, eine größere Zahl ETFs zu rabattierten Orderkonditionen zu handeln und kostenlos zu besparen. Der CFD Handel mit der Muttergesellschaft Commerzbank als Market Makerin genügt den Anforderungen von Einsteigern in diesem Segment, reicht aber an die besten DMA Broker mag nicht heran. In Neukundenangebote investiert der Broker weniger als viele Konkurrenten.

    Unsere comdirect Erfahrungen als Testnote 2,55

    WEITER ZU COMDIRECT: www.comdirect.de

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