Dividenden und ihre Bedeutung bei der Aktienanlage

Analysen, Prognosen und Strategien rund um die Dividende

Dividenden sind das Salz in der Suppe: In einem gut diversifizierten Portfolio stellen die Ausschüttungen eine konstante und seit Jahrzehnten fast kontinuierlich wachsende Ertragsquelle dar. Viele Anlagestrategien basieren auf der Jagd nach attraktiven Dividendentiteln.

Was sind Dividenden? Das wichtigste im Überblick

  • Dividenden sind der Anteil des Aktionärs an Gewinn des Unternehmens
  • Deutsche Aktiengesellschaften schütten Dividenden in der Regel einmal jährlich aus
  • Wer am Dividendenstichtag im Besitz der Aktie ist, hat Anspruch auf die volle Jahresdividende
  • Dividenden unterliegen der Abgeltungssteuer
  • Die Ausschüttung kann sich auf Derivate auswirken
  • Bei Performanceindizes wird die ausgeschüttete Dividende wieder in die Kurse eingerechnet

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Inhaltsverzeichnis

    1. Technisches und Rechtliches rund um die Ausschüttung

    So wie Besitzer von Anleihen Anspruch auf die Zahlung des Zinscoupons zu den vereinbarten Zinsterminen haben, haben Aktionäre Anspruch auf eine Beteiligung am Unternehmensgewinn. Dieser wird in Form der Dividende ausgeschüttet. Anspruch auf die vollständige Dividendenzahlung hat, wer zum Dividendenstichtag im Besitz der Aktie ist.

    Hier ergibt sich ein wesentlicher Unterschied zu Anleihen: Erwerben Sie eine Anleihe zwischen zwei Zinsterminen, müssen sie dem Verkäufer die seit dem letzten Zinstermin rechnerisch angelaufenen Zinsen in Form von Stückzinsen erstatten. Ein vergleichbares Analogon dazu gibt es bei Aktien nicht.

    Deutsche Aktiengesellschaften schütten Dividenden in der Regel einmal pro Jahr aus. Der Dividendenstichtag ist zugleich der Tag der Jahreshauptversammlung. Bei ausländischen Aktiengesellschaften können Hauptversammlung und Dividendenstichtag auseinanderfallen.

    Am Handelstag nach dem Dividendenstichtag wird eine Aktie „Ex Dividende“ gehandelt, auf dem Kurszettel erscheint sie mit dem Zusatz „exD“. Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass eine Aktie ceteris paribus am auf den Dividendenstichtag folgen Handelstag um den ausgeschütteten Betrag in Kurs nachgibt.

    Was sind Dividenden in steuerlicher Hinsicht? Mit der Einführung der Abgeltungssteuer wurde das frühere Halbeinkünfteverfahren abgeschafft. Dividendenzahlungen sind in voller Höhe mit der Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer zu versteuern. Die Verrechnung von positiven Dividendeneinkünften mit negativen Einkünften aus Aktienkursverlusten ist nicht möglich, da Kursverluste aus Aktiengeschäften ausschließlich gegen Kursgewinne aus Aktiengeschäften verrechnet werden dürfen.

    2. Kurs- und Performanceindizes: Was ist die „DAX Dividende“?

    Wussten Sie, dass das größte deutsche Börsenbarometer zu einem großen Teil aus Dividenden der Vergangenheit besteht? Der Deutsche Aktienindex (DAX) wird in zwei Varianten berechnet: Der Kursindex berücksichtigt ausschließlich die Kursentwicklung der im Index enthaltenen Aktien. Wenn von „auf dem DAX“ die Rede ist, geht es allerdings fast immer um den Performanceindex.

    Für die Berechnung des Performanceindexes wird davon ausgegangen, dass die durch eine Aktie ausgeschüttete Dividende sofort in dieselbe Aktie reinvestiert wird. Nach jeder Dividendenzahlung erhöht sich deshalb der Berechnungsfaktor der betroffenen Aktie. Deshalb liegt der DAX Performanceindex deutlich über dem DAX Kursindex.

    Dividenden DAXP-VS-DAXK

    Kursverlauf von DAX Performance und DAX Kursindex

    Das verdeutlicht auch die obige Grafik: Anfang April 2016 notierte der DAX Kursindex bei 4895 Punkten, der DAX Performanceindex dagegen bei 9785 Punkten. Die Differenz ist einzig und allein auf Dividendenausschüttungen in der Vergangenheit zurückzuführen. Die meisten großen Börsenbarometer der Welt werden als Kursindex berechnet. Deshalb wird an dem Indexkonzept des DAX Performanceindex in regelmäßigen Abständen Kritik laut.

    Performanceindices haben allerdings durchaus ihre Berechtigung: Sie geben an, wie viel Anleger mit einer Investition in den Index in einem bestimmten Zeitraum verdient hätten bzw. haben. Ein Kursindex lässt Dividendenzahlungen unberücksichtigt, obgleich die Ausschüttungen einen wesentlichen Bestandteil der Gesamtrendite eines Aktienportfolios bilden. Falls Sie über einen ETF in den DAX investieren, haben Sie die Wahl zwischen Indexfonds auf den Performanceindex und den Kursindex.

    https://epub.ub.uni-muenchen.de/6572/1/Rudolph_6572.pdf

    3. Entwicklung und Bedeutung von Dividenden

    An der Entwicklung der durch die im DAX 30 vertretenen Unternehmen getätigten Dividendenzahlungen lässt sich mittelbar die Gewinnsituation der deutschen Wirtschaft ablesen. Das gilt auch für die vergangenen 10 bis 15 Jahre. So kam es im Nachgang der wirtschaftlichen Reformen in der Mitte der 0er Jahre zu einem deutlichen Anstieg der Dividendenzahlungen von ca. 10,3 Mrd. € im Jahr 2003 auf ca. 28,3 Mrd. € im Jahr 2008.

    Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise brachen die Dividendenzahlungen deutlich auf 20,5 Mrd. € im Jahr 2010 ein. Dabei ist zu beachten, dass sich die Dividendenzahlungen des Jahres 2010 auf das Geschäftsjahr 2009 beziehen. Der im Jahr der Ausschüttung bereits einsetzende wirtschaftliche Aufschwung hatte sich in den maßgeblichen Bilanzen somit noch nicht niedergeschlagen.

    DAX-Dividende-EY-Studie

    DAX-Unternehmen schütten rund 30 Mrd. € pro Jahr aus

    Seit dem Jahr 2010 sind die jährlich ausgeschütteten Dividenden jedes Jahr angestiegen. Im Jahr 2014 wurden knapp 29,5 Mrd. € Euro ausgeschüttet, im Jahr 2015 29,9 Mrd. € Euro. Für das Jahr 2016 wurden stand Anfang April Ausschüttungen im Gesamtumfang von ca. 20 Mrd. € Euro erwartet. Zum selben Zeitpunkt summierte sich die Marktkapitalisierung aller 30 im DAX notierten Titel auf ca. 990 Mrd. € Euro, woraus sich eine rechnerische DAX Dividendenrendite in Höhe von ca. 3 Prozent ergibt.

    DAX-Dividenden

    Statista: Entwicklung der Dividenden im DAX

    Die Dividendenrendite im DAX wird häufig mit der Rendite von Bundesanleihen verglichen, um einen anschaulichen Maßstab für die Attraktivität der einen oder anderen Anlage zu erhalten. In den vergangenen Jahren lag die Dividendenrendite der deutschen Bluechips stets deutlich über der 10-jähriger Bundesanleihen. Dennoch hinkt der Vergleich: Unternehmen können Dividendenzahlungen kurzfristig kürzen oder ganz streichen, wie es etwa bei den deutschen Energieversorgern der Fall ist.

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    4. Dividendenstrategie: Investieren, wo am meisten zurückkommt

    Mit einer Dividendenstrategie setzen Anleger gezielt auf Aktien mit einer hohen Dividendenrendite. Die Dividendenrendite einer Aktie ist definiert als das Verhältnis des aktuellen Kursniveaus zur für den nächsten Stichtag angekündigten Dividende. Ein Beispiel: Notiert eine Aktie bei 100 Euro und wurde eine Dividendenzahlung in Höhe von 5 Euro pro Aktie angekündigt, entspricht das einer Dividendenrendite in Höhe von 5 Prozent.

    DAX-Dividenden-Bericht-MM

    DAX-Konzerne planen Rekorddividenden

    Üblicherweise wird das Portfolio bei Dividendenstrategien einmal pro Jahr angepasst: Hat sich die Dividendenrendite einer Aktie durch eine Kürzung der Dividende oder einen deutlichen Anstieg des Kurses verschlechtert, wird diese gegen einen Titel mit einer höheren Rendite ausgetauscht. Dabei müssen allerdings die Erfordernisse einer ausreichenden Diversifikation stets berücksichtigt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, ausgerechnet Branchen in strukturellen Schwierigkeiten besonders stark zu gewichten. Eine niedrige Dividendenrendite ist oft genug Ausdruck im Raum stehender Unsicherheiten. Auch in dieser Hinsicht können deutsche Energieversorger als anschauliches Beispiel dienen.

    Ein Tipp für Privatanleger: Geht es Ihnen primär um die Dividendenrendite, sollten Sie prüfen, ob ein Unternehmen neben Stück- und Stammaktien auch Vorzugsaktien ausgegeben hat. Vorzugsaktien sind üblicherweise nicht mit einem Stimmrecht, dafür mit einem höheren Dividendenanspruch ausgestattet. Auf das Stimmrecht können Sie als Kleinanleger getrost verzichten, da Ihr Einfluss auf das Unternehmen ohnehin vernachlässigbar bleibt. Achten Sie allerdings darauf, ob für die Vorzugsaktien im Fall einer Insolvenz eine nachrangige Behandlung vorgesehen ist.

    5. Behandlung im CFD Handel und bei Derivaten

    Die Ausschüttung einer Dividende kann sich auf derivative Finanzinstrumente auswirken, die sich auf die Aktie beziehen. Das gilt etwa für den Handel mit CFDs. Die meisten Broker schreiben die Dividende bei Longpositionen gut bzw. belasten sie bei Shortpositionen und reichen den exD-Kurs ansonsten voll auf den Kontrakt weiter. Das bedeutet, dass sich an der Gesamtposition ceteris paribus nichts ändert.

    Bei Hebelprodukten und Optionsscheinen kann dies anders sein. Dazu ein Beispiel. Die Aktie der XYZ AG notiert am Tag der Jahreshauptversammlung bei 110 Euro. Ein Knock-out Zertifikat auf die Aktie ist mit einem Basispreis von 100 Euro und einer Knock-out Schwelle von 103 Euro ausgestattet. Die Hauptversammlung beschließt die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 7 Euro pro Aktie am nächsten Handelstag. Deshalb ist für diesen Handelstag mit einem Dividendenabschlag in Höhe von 7 Euro zu rechnen. Würde der Emittent keine Änderungen am Zertifikat vornehmen, würde der Dividendenabschlag zum Auslösen der Knock-out Barriere und damit zum Verfall des Zertifikates führen.

    Um dies zu verhindern, werden der Basispreis und die Knock-out Barriere im Fall von Dividendenzahlungen angepasst. Die Anpassung kann 100 Prozent der Dividendenzahlung oder weniger betragen. Beträgt sie weniger (was bei einigen Emittenten durchaus der Fall sein kann), führt die Dividendenzahlung zu Verlusten im Zertifikat.

    6. DEGIRO Gutschriften von Dividenden gratis

    DEGIRO ist ein Online-Broker aus den Niederlanden, bei dem Anleger von außerordentlich günstigen Transaktionsgebühren profitieren können. Der Broker wirbt mit der Aktien-Order zum Großhandelspreis. Die bemerkenswert günstigen Preise liegen teilweise deutlich unter denen der Konkurrenz. Das Handelsangebot umfasst unterschiedliche Finanzinstrumente von Aktien über Optionen bis ETFs, die an 60 Börsen weltweit gehandelt werden können. ETFs können einmal pro Monat kostenfrei erworben werden.

    • Die Kosten betragen je Aktien XETRA 2,08 Euro je 1.000 Euro Order, bei einer 10.000 Euro Order 2,80 Euro.
    • Ein Optionsschein im Wert von 500 Euro macht eine Gebühr von 2,50 Euro. Ein Future DAX kostet 0,75 Euro.
    • Das Indexfonds-Angebot umfasst 700 ETFs, wobei ein ETF pro Monat kostenlos erworben oder verkauft werden kann. Für weitere ETFs weltweit werden ab 2,00 + 0,02 Prozent fällig.

    DEGIRO bietet mit dem Standard- und Costody-Konto zwei unterschiedliche Konto-Modelle mit teilweisen Leistungsunterschieden an. Werden Dividenden aus Aktienpositionen ausgeschüttet, erfolgt die Gutschrift auf dem Standard-Konto nach Abzug der Quellensteuer. Weitere Verarbeitungsgebühren werden nicht berechnet. Für Custody-Kunden ist die Zahlung von Dividenden hingegen nicht kostenlos. Jede Dividendenauszahlung kostet pauschal 1,00 Euro zuzüglich 3 Prozent der Dividende. Die Gebühren für die Dividendenverarbeitungen dürfen max. 10 Prozent einer Dividende ausmachen.

    Mit DEGIRO kann jeder kostengünstig und teilweise sogar kostenfrei an internationalen Börsen handeln. Als niederländischer Broker berechnet DEGIRO weder eine Abgeltungssteuer für Dividenden und Kursgewinne noch führt sie diese an den deutschen Fiskus ab. Das ist allein Sache der Anleger im Rahmen der jährlichen Steuerveranlagung, Abgabe der Einkommenssteuererklärung.

    7. Fazit

    Wenn Sie eine Aktie am Dividendenstichtag besitzen, haben sie Anspruch auf die volle Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Dividende unterliegt in voller Höhe der Abgeltungssteuer und kann nicht gegen negative Kapitaleinkünfte aus Aktiengeschäften verrechnet werden. Dividenden machen einen wesentlichen Teil des Ertrags eines Aktienportfolios aus. Dividendenstrategien zielen darauf ab, stets in Aktien mit hoher Dividendenrendite zu investieren.

    WEITER ZU DEGIRO: www.degiro.de

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