Aktiendepot eröffnen: Kurzleitfaden für Einsteiger und Fortgeschrittene

Vergleichsmerkmale, Antragsprozess und Depoteinstellungen

Anleger können mit dem richtigen Aktiendepot kostengünstig in Wertpapiere investieren und der Niedrigzinsfalle entkommen. Doch vor dem ersten Trade sind viele Fragen offen: Welcher Broker ist am besten geeignet? Wie läuft der Antrag im Detail ab? Und wie können die vielen Funktionen eines Depots am besten genutzt werden?

Aktiendepot eröffnen was beachten: Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Vergleich müssen pauschale und nutzungsabhängige Entgelte berücksichtigt werden
  • Die Depoteröffnung erfordert Antrag, Identifikationsprüfung und Risikoeinstufung
  • Im freigeschalteten Depot können Watchlisten, Kursalarme und viele weitere Funktionen genutzt werden

WEITER ZU DEGIRO: www.degiro.de

Inhaltsverzeichnis

    Bevor Sie ein Aktiendepot eröffnen, müssen Sie die Konditionen verschiedener Broker vergleichen. Die Bandbreite der Preise für Depotführung, Orderentgelte und Zusatzleistungen ist groß. Welcher Broker optimal zu ihm passt, hängt maßgeblich von Ihren Plänen ab: Wertpapiersparer benötigen andere Broker als Daytrader, Dividendenstrategien erfordern andere Broker als Buy & Hold-Strategien.

    1. Vergleichskriterien I: Pauschale Depotgebühren

    Pauschale Depotgebühren sind das offensichtlichste Vergleichskriterium für Broker. Nahezu jeder Vergleichsrechner im Internet gewichtet dieses Merkmal besonders stark. Einige Broker verlangen bis zu 200 Euro allein für die Führung des Kontos, andere verzichten ganz auf Fixkosten bzw. stellen nur dann Gebühren für Kontoauszüge in Rechnung, wenn diese postalisch versandt werden. Je weniger Transaktionen Sie tätigen, desto wichtiger sind Depotgebühren, wenn sie sehr viele Transaktionen tätigen, ist dieser Punkt dagegen weniger wichtig.

    2. Vergleichskriterien II: Orderentgelte im In- und Ausland

    Prüfen Sie die Orderentgelte für Aktienorders an inländischen und ausländischen Börsenplätzen. Meistens sind Orders an ausländischen Börsenplätzen deutlich teurer als Inlandsorders. Ausnahme: Bei Brokern mit angelsächsischem Gebührenmodell sind US-Orders zu sehr günstigen Konditionen möglich. Bei vielen Brokern richtet sich das Orderentgelt auch nach dem Transaktionsvolumen. Berücksichtigen Sie deshalb Ihre voraussichtliche, typische Transaktionsgröße.

    3. Vergleichskriterien III: Handelsplattform und weitere Leistungen des Brokers

    Mit Depotgebühren und Orderentgelten finanzieren Broker die Leistungen, die sie ihren Kunden bieten. Über die reine Orderausführung und Depotverwaltung hinaus können darunter Handelsplattformen mit umfangreichen Leistungen, Kursdatenversorgung, Zugriff auf professionelle Analysen und weitere Optionen fallen.

    Gehen Sie im Vergleich wie folgt vor: Legen Sie zunächst fest, welche Leistungen Sie benötigen und definieren Sie diese als notwendige Bedingung für die Depoteröffnung. Die Auswahl begrenzt sich dann auf Broker, die die benötigten Leistungen tatsächlich anbieten. Schlagen Sie im zweiten Schritt die Kosten für Kursdaten, Software usw. kalkulatorisch den pauschalen Depotführungsentgelten zu.

    4. Vergleichskriterien IV: Außerbörslicher Handel, Fondsgeschäft und Sparpläne

    Wenn Sie ein Depot eröffnen, können Sie darüber nicht nur Aktien, sondern auch andere Wertpapiere wie Zertifikate, Optionsscheine und Investmentfonds handeln. Im Hinblick auf Zertifikate und Optionsscheine sollten Sie die spezifischen Kosten für die Handelsplätze Euwax und Börse Frankfurt Zertifikate berücksichtigen, da ein Großteil der Orders in diesen Papieren über diese Börsen abgewickelt wird.

    Darüber hinaus ist das Angebot im außerbörslichen Handel wichtig. Die meisten Broker ermöglichen ihren Kunden den Direkthandel mit Emittenten von Optionsscheinen und Zertifikaten über außerbörsliche Handelsplattformen. Die Ordergebühren sind häufig günstiger als im börslichen Handel und entfallen im Rahmen von Sonderpreisaktionen partiell und temporär sogar ganz. Achten Sie darauf, welchen Emittenten angebunden sind, wie häufig Sonderpreisaktionen durchgeführt werden und auf welche Produkte und Zeiträume sich diese beziehen.

    Planen Sie den Kauf von klassischen Investmentfonds, ist die Agio-Politik wichtig. Ein Rabatt auf den regulären Ausgabeaufschlag der Fondsgesellschaft allein ist keineswegs ein Verkaufsargument, da dieser bei nahezu allen Onlinebrokern seit Jahren Standard ist. Auch der gänzliche Verzicht auf Ausgabeaufschläge in einer sehr begrenzten Anzahl von Fonds ist nur begrenzt sinnvoll, da es sich hierbei häufig genug um mittelmäßige Produkte handelt, deren Verkauf durch die Maßnahme angeschoben werden soll. Maßgeblich ist deshalb der für die gesamte Produktpalette eingeräumte Mindestrabatt, der 50 Prozent nicht unterschreiten sollte.

    Sind neben Einmalanlagen auch regelmäßige Einzahlungen in Sparpläne interessant, ist das Angebot an verfügbaren Sparplänen ein wichtiges Vergleichsmerkmal. Einige Broker stellen ihren Kunden lediglich einige Dutzend börsengehandelte Indexfonds (ETFs) zur Verfügung, andere ermöglichen Sparpläne in hunderten ETFs, Aktien und Zertifikaten. Anders als bei Sparplänen in klassischen Investmentfonds fallen typischerweise Sparplangebühren an. Bei einigen Brokern betragen diese pauschal 0,90 €, bei anderen fallen 2,50 € + 0,25 % der Sparrate an. Im Optimalfall fällt die Wahl auf das beste Depot für ETFs.

    WEITER ZU DEGIRO: www.degiro.de

    5. Vergleichskriterien V: Neukundenangebote – Aktiendepot eröffnen und Prämie mitnehmen

    Einmalige Prämien im Rahmen von Neukundenaktionen oder ein Depotübertrag mit Prämie sollten keinesfalls das alleinige Argument für die Depoteröffnung bei einem bestimmten Broker sein. Passen Preise und Leistungen zu Ihren Anforderungen, können die Offerten aber das Zünglein an der Waage sein. Die Aktionsbedingungen müssen allerdings zu Ihrem Vorhaben passen.

    Ein Beispiel: Die OnVista Bank schenkt Neukunden an Apple iPad, wenn diese innerhalb von maximal 3 Monaten mindestens 50 Transaktionen ab 1000 Euro durchführen. Solche Sonderaktionen eignen sich nur für aktive Trader, die die geforderte Anzahl an Transaktionen auch sicher durchführen werden.

    6. Antragsprozess I: Antragsformular ausfüllen

    Haben Sie den richtigen Broker für ihr Vorhaben gefunden, können Sie das Aktiendepot eröffnen. Bei den meisten Brokern wird der Kontoeröffnungsantrag am Bildschirm ausgefüllt, nur einzelne Anbieter schicken Kontoeröffnungsunterlagen auf Antrag schriftlich zu. Sehr häufig werden die ausgefüllten Anträge elektronisch abgesendet, im Einzelfall kann es notwendig sein, den Antrag ausdrucken, zu unterschreiben und per Post abzusenden.

    Im Antrag werden Sie nach ihren bisherigen Erfahrungen im beratungsfreien Handel gefragt. Broker erkundigen sich gemäß den geltenden Gesetzen zum Beispiel nach der Dauer ihrer Handelserfahrung, der Anzahl der typischerweise in einem Jahr durchgeführten Transaktionen, der bisher durch Sie gehandelten Wertpapiergattungen (Aktien, Zertifikate, Anleihen, Futures, Optionen usw.) und der typischen Ordergröße. Außerdem werden Fragen zu Ihren Vermögensverhältnissen und ihrer Berufs-und Einkommenssituation gestellt. Sie sollten diese Fragen wahrheitsgemäß beantworten, müssen aber nicht mit einer Prüfung rechnen.

    Verrechnungskonten werden automatisch zusammen mit Depots eröffnet. Sofern Sie zusätzlich Währungskonten einrichten möchten, müssen Sie dies zumeist im Antrag angeben. Auch die nachträgliche Einrichtung ist aber grundsätzlich möglich. Aktiendepots können ohne SCHUFA Klausel eröffnet werden. Ausnahme: Falls Sie direkt bei der Depoteröffnung die Einrichtung eines Wertpapierkredits beantragen, können Banken ihre Bonität prüfen.

    WEITER ZU DEGIRO: www.degiro.de

    7. Antragsprozess II: Depot für gewünschte Risikoklasse freischalten lassen

    Im Rahmen der Depoteröffnung müssen Sie sich einer von mehreren Risikoklassen zuordnen. Unten ist ein Screenshot aus dem Antragsformular des Deutsche Bank Onlinebrokers maxblue abgebildet. Er zeigt, welche Wertpapiere in welche Risikoklassen eingestuft werden. Ist Ihr Wertpapierdepot zum Beispiel für die Risikoklasse 3 freigeschaltet, können Sie alle Wertpapiere der Risikoklassen 1, 2 und 3 handeln. Aktien und Aktienfonds sind in den Risikoklassen 3, 4 und 5 eingruppiert.

    Max BLU-Risikoklassen

    Aktiendepot eröffnen Risikoklassen bei Max BLU

    8. Antragsprozess III: Identifikationsprüfung durchführen

    Im Anschluss an den Antrag muss die gesetzlich vorgeschriebene Identifikationsprüfung durchgeführt werden. Bei den meisten Brokern erfolgt diese immer noch mittels Postident Verfahren. Dabei wird zusammen mit den Antragsunterlagen ein Kupon ausgedruckt, der gemeinsam mit einem amtlichen Lichtbildausweis in einer Filiale der Deutschen Post vorgelegt wird. Die Deutsche Post prüft die Bonität und bestätigt diese dem Broker. Dafür fallen für Privatkunden aller Regel keine Kosten an.

    Eine wachsende Zahl von Brokern ermöglicht jedoch auch Legitimationsprüfungen mittels Videoident Verfahren. Der Vorteil: Sie müssen das Haus nicht verlassen und können in der Regel bereits nach wenigen Minuten auf Ihr Depot zugreifen. Bei dem Verfahren wird ein Videotelefonat mit einem Drittanbieter aufgebaut. Im Rahmen des Telefonats wird ihre Identität anhand ihres Ausweises geprüft.

    comdirect-Video erwähnt-Verfahren

    Video den Verfahren bei der comdirect

    9. Depoteinstellungen I: Watchlisten und Kursalarme

    Die meisten Broker senden Ihnen nach der Eröffnung des Depots innerhalb weniger Tage die erforderlichen Unterlagen, Zugangsdaten und Transaktionsnummern zu. Mit den Zugangsdaten loggen Sie sich in dem Depot ein, mit Transaktionsnummern autorisierten Sie Transaktionen. Viele Broker bieten mehr als ein TAN Verfahren und ermöglichen Ihnen bei jeder einzelnen Transaktion die Auswahl zwischen iTAN (Angabe einer bestimmten Transaktionsnummer von einer Liste), mTAN (Eingabe einer unmittelbar zuvor ans Mobiltelefon zugestellten Nummer) und SessionTAN (einmalige Eingabe einer TAN für aufeinanderfolgende Abläufe).

    Machen Sie sich nach der Depoteröffnung mit den Möglichkeiten des Depots vertraut. Legen Sie zum Beispiel Watchlisten und beobachten Sie darüber interessante Wertpapiere, installieren sie Kursalarme und lassen Sie sich über das Erreichen bestimmter Kurslevel automatisch per E-Mail und/oder SMS informieren. Achten Sie gegebenenfalls darauf, ob für die Zustellung von Kursalarmen mittels SMS Gebühren anfallen.

    10. Depoteinstellungen II: Charts und Indikatoren

    Sofern Sie Anlageentscheidungen auf Grundlage der technischen Analyse treffen, haben Sie sich im Broker Vergleich für einen Anbieter mit entsprechenden Tools entschieden. Sie können fortan Charts abspeichern und ein gezeichnete Trendlinien und verwendete Indikatoren dadurch für den nächsten Login bewahren.

    Außerdem können Sie in der Regel die Parameter von technischen Indikatoren wie MACD, RSI usw. anpassen. Nutzen Sie diese und andere Möglichkeiten, um die Benutzeroberfläche dann so weit wie möglich Ihren Gewohnheiten bzw. Erfordernissen anzupassen.

    11. Aktiendepot eröffnen: DEGIRO Deutschlands günstigster Broker

    DEGIRO ist ein Online-Broker aus den Niederlanden, bei dem Privatanleger beim Wertpapierhandel Großhandelspreise offeriert werden. Im Vergleich mit anderen Online-Brokern und Direktbanken handeln Anleger bei DEGIRO mit bis zu 86 Prozent günstigeren Gebühren. Deutschlands günstigster Wertpapiervermittler bietet nicht nur den Aktienhandel über XETRA und an US Börsen preiswert an, mehrere hundert ETFs sind kostenfrei handelbar.

    Aktiendepot bei DEGIRO eröffnen: Fakten in der Übersicht

    • Depot kostenlos – Zugang zu 60 Börsen weltweit
    • Online Registrierung – Depoteröffnung in 10 Minuten
    • Ordergebühren Aktien (XETRA) ab 2,08 Euro, Aktien US Börsen ab 0,54 Euro
    • ETF Handel zum Nulltarif – 700 ETFs kostenfrei
    • Schnelle Einzahlungen per Sofort-Überweisung

    WEITER ZU DEGIRO: www.degiro.de

    DEGIRO verwendet bei den Ordergebühren ein auch bei anderen Brokern anzutreffendes Preismodell aus Festpreis und volumenabhängiges Entgelt. Bei der Höhe der Gebühren zeigen sich die Unterschiede.

    • Aktien (XETRA) Order ab 2,00 Euro plus 0,008 Prozent (max. Gebühr 30,00 Euro). Eine 10.000 Euro Order kostet 2,80 Euro.
    • Aktien US Börsen ab 0,50 Euro plus 0,004 Prozent. Für eine 1.000 Euro Order zahlen Anleger lediglich 0,54 Euro.

    Online Registrierung und sofortige Legitimation

    Bei DEGIRO können Sie innerhalb von 10 Minuten Kunde werden und einen ersten Trade platzieren. Die Neukundenlegitimation geschieht mithilfe einer Überweisung vom Bankkonto. Der Broker erspart Ihnen das häufig verwendete Post-Ident-Verfahren oder das VideoChat-Verfahren. Einzahlungen können Sie per SOFORT-Überweisung sehr schnell, alternativ per Banküberweisung erledigen.

    Bei DEGIRO haben Kunden die Wahl zwischen Standard- oder Costody-Konto. Unterschiede gibt es bei einigen Leistungen (Wertpapierverwahrung getrennt oder nicht, Dividendengebühren ja oder nein). Die allgemeinen Handelsgebühren gelten für beide Konten in gleicher Weise.

    12. Fazit

    Vor der Depoteröffnung steht der Broker Vergleich. Ist dieser abgeschlossen, erfordert die Kontoeröffnung nur wenig Zeit. Neben einigen Angaben zu ihren bisherigen Handelserfahrungen und ihren Einkommens- und Vermögensverhältnissen ist insbesondere die Freischaltung des Depots für die gewünschte Risikoklasse und die gesetzlich vorgeschriebene Identifikationsprüfung möglich. Letztere kann mittels Videoident ohne Zeitverzögerung und ohne Gang zur Post durchgeführt werden. Die Zugangsdaten stehen in der Regel binnen weniger Tage bereit.

    WEITER ZU DEGIRO: www.degiro.de

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.