Volatilität Optionen: Was bedeutet historische und implizite Volatilität?

Volatilität Optionen

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In diesem Ratgeber beschäftigen wir uns mit der Frage, was in Bezug auf Optionen mit dem Begriff „Volatilität“ beschrieben wird. Der Preis wird stets durch die sechs folgenden Faktoren bestimmt: die Laufzeit der Option, der Kurs des Basiswertes, der Ausübungspreis, der risikofreie Zinssatz am Markt, die Dividende sowie die implizite (erwartete) Volatilität. Der letzte Punkt, die implizite bzw. erwartete Volatilität, ist zunächst eine unbekannte Variable. Sie bestimmt letzten Endes, zu welchem Kurs eine Option gehandelt wird. Für Optionsanleger stellt die implizite Volatilität deshalb einen wichtigen Bestandteil dar. Was dabei zu beachten ist, soll nachfolgend näher erläutert werden.

  • Unterschied historische und implizite Volatilität
  • Volatilität auf Jahresbasis und auf Tagesbasis
  • Wirkung von Marktereignissen auf die Volatilität
  • Volatility Skew
Inhaltsverzeichnis
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    Volatilität in der praktischen Umsetzung

    Der Begriff Volatilität beschreibt die Schwankungsbreite eines Aktienkurses oder den Wert eines anderen Finanzinstruments in einem gewissen Zeitraum. Bei stabilen Aktien ist die Volatilität in der Regel gering, weil die Kursschwankungen zumeist moderat sind. Andere Aktien können hingegen größeren Kursschwankungen unterliegen und weisen dementsprechend eine höhere Volatilität auf.

    Volatilität auf Jahresbasis

    Die Volatilität von Aktien oder Indizes werden stets auf Jahresbasis berechnet und in Prozent wiedergegeben. Anleger müssen hierbei zwei Volatilitätsarten unterscheiden: implizite Volatilität und historische Volatilität. Letztere bezieht sich auf die Entwicklung des Kurses in der Vergangenheit. Die implizite Volatilität bezieht sich wiederum auf die erwarteten Schwankungen in der Zukunft. Besitzt ein Basiswert ein implizite Volatilität von 24 Prozent, so wird damit ausgesagt, dass sich die mögliche Schwankungsbreite auf Jahresbasis auf 24 Prozent beläuft.

    Volatilität auf Tagesbasis

    Soll die Volatilität auf Tagesbasis errechnet werden, so teilt man diesen Prozentsatz durch 16. Dabei handelt es sich um die Wurzel aus 256. Zur Erklärung: In vielen Optionsmodellen werden 252 Handelstage zu Grunde gelegt. Die Wurzel aus 252 beträgt 15,8745. Zur Vereinfachung wurde die Zahl aber auf 16 aufgerundet. Demnach entspricht eine Volatilität von 24 Prozent auf Jahresbasis einer Volatilität von 1,5 Prozent auf Tagesbasis. Die 24 Prozent werden dafür durch 16 geteilt. Generell gilt: Je höher die Volatilität, desto größer können die Schwankungen sein.

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    Wirkung von Unternehmensnews auf die Volatilität

    Werden bei einem Unternehmen Quartalszahlen veröffentlicht, so hat dies häufig große Kursschwankungen zur Folge. Die erwarteten Schwankungen zeigen sich schon vorher in den Optionspreisen der Basiswerte. Das Phänomen kommt zum Beispiel bei amerikanischen Aktien wie Twitter, Facebook, Google und Apple sehr häufig vor, weil diese Aktien im Allgemeinen eine sehr hohe Schwankungsbreite haben. Auch bei Pharma- und Biotechnologieunternehmen kann ein ähnliches Phänomen beobachtet werden. Wartet beispielsweise ein neues Medikament auf seine Zulassung, so kann dies im Verlauf zu einem starken Anstieg des Aktienpreises führen. Wird das Medikament aber nicht genehmigt oder aber die Zulassung verzögert sich, bricht der jeweilige Aktienkurs häufig stark ein.

    VDAX – das Volatilitätsbarometer

    Ein Blick auf den VDAX kann dabei helfen, die Volatilität der DAX-Werte abzuschätzen. Das Volatilitätsbarometer gibt die Volatilitätserwartungen aller Optionsanleger (für sämtliche DAX-Optionen) an der Terminbörse EUREX wieder. Die Investmenthäuser orientieren sich bei der Erstellung der Optionspreise letztendlich an den Vorgaben der EUREX. Es hat sich gezeigt, dass bei langsam ansteigenden DAX-Kursen der VDAX fällt. Kommt es hingegen zum Absinken des DAX, steigt der VDAX (die implizite Volatilität) deutlich an. Nicht zuletzt ist der VDAX sowohl ein Stimmungsindikator als auch ein Angstbarometer, weil die Profis ihre Erwartungen in die Kurse der Optionen einfließen lassen. Je pessimistischer die Profis sind, desto höher ist die implizite Volatilität (die Marktteilnehmer erwarten hier fallende Kurse). Je optimistischer die Erwartungen sind, desto geringer ist die implizite Volatilität.

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    Die historische Volatilität

    Die historische Volatilität bezieht sich auf die Bewegung eines Basiswertes, zum Beispiel eines Index oder einer Aktie, in der Vergangenheit. Die Berechnung findet anhand der Abweichung der täglichen Kursschwankungen auf Schlusskursbasis innerhalb von 30 Tagen statt. Diese Volatilität zeigt, wie die Schwankungsbreite eines Basiswertes in der zurückliegenden Zeit war.

    • Beispiel am DAXIn der Zeit von 2008 bis 2015 waren bei der Volatilität des DAX-Index starke Schwankungen zu erkennen. Im Dezember 2008 wurde der höchste Stand der historischen Volatilität – zum Höhepunkt der Finanzkrise – erreicht. Die Volatilität des DAX erreichte zu diesem Zeitpunkt auf Jahresbasis sogar Werte von ungefähr 85 Prozent. Die sich daraus ableitende Volatilität auf Tagesbasis belief sich auf einen hohen Wert von 4,5 Prozent.

    Die Volatilität sinkt in ruhigeren Zeiten, in denen die Schwankungen auf Tagesbasis vergleichsweise niedrig sind. Hierbei gibt es eine negative Korrelation zwischen der Volatilität und der Richtung der Börse. Grundsätzlich ist die Volatilität bei einer fallenden Börse immer höher als bei einer steigenden. Denn die Anstiege der Kurse gehen in einem Bullenmarkt in der Regel langsam vonstatten, während Rückgänge der Kurse in einem Bärenmarkt oft sehr extrem ausfallen. Die historische Volatilität ist für einen Optionsanleger im Prinzip ein Richtwert aus den Entwicklungen eines Kurses in der Vergangenheit. Zu beachten ist aber, dass sich hieraus natürlich keine aussagekräftige Prognose für die zukünftige Kursentwicklung ableiten lässt. Dennoch ist es wichtig, sich mit der historischen Volatilität auseinanderzusetzen, um besser abschätzen zu können, in welchem Bereich sich künftige Volatilität möglicherweise bewegen könnte.

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    Die implizite Volatilität

    Die implizite Volatilität bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage und bezieht sich auf die erwartete Schwankungsbreite eines Basiswertes. Die implizite Volatilität legt wiederum die Erwartungen für die Zukunft an. Auch sie wird als Prozentsatz auf Jahresbasis wiedergegeben. Anders als die historische Volatilität findet bei der impliziten Volatilität eine kontinuierliche Veränderung statt. Die Optionsprämie und mit ihr die implizite Volatilität nehmen bei einer großen Nachfrage nach Put-Optionen zu. Diverse Einflussfaktoren, wie zum Beispiel Quartalszahlen oder Wirtschaftsdaten, können dazu führen, dass sich die Bewertungsvorstellungen und die Erwartungen der Marktteilnehmer für Optionen verändern.

    • Beispiel 1Erwirbt ein Optionsanleger eine aus dem Geld liegende Put-Option und spekuliert damit auf einen sinkenden Preis des Basiswertes, so geht der Optionskäufer von zwei theoretischen Entwicklungen aus. Zum einen soll der Preis der erworbenen Put-Option bei einem Kursverfall des Basiswertes ansteigen, da das negative Delta einen höheren Optionspreis zur Folge hat. Zum anderen ist mit fallenden Preisen auch die Erhöhung der impliziten Volatilität verbunden, die sich auch im Vega zeigt. Damit nimmt auch der Wert der Put-Option zu.
    • Beispiel 2Erwirbt ein Optionsanleger eine aus dem Geld liegende Call-Option und es kommt zu einem Anstieg der Börse, dann nimmt der Optionspreis zu, da das positive Delta dazu führt, dass der Optionspreis steigt. Jedoch nimmt die Volatilität in diesem Fall ab, so dass sich das Vega negativ auf den Optionspreis auswirkt. In einem solchen Fall führt eine steigende Börse bei einer aus dem Geld liegenden Call-Option nicht unbedingt zu einer steigenden Prämie.
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    Gemeinsamkeiten zwischen impliziter und historischer Volatilität

    Der Zusammenhang zwischen der Höhe der Volatilität und der Kursentwicklung stellt eine Übereinstimmung zwischen den beiden Varianten dar. Wenn die Börsen fallen und dies zu einer gewissen Unsicherheit führt, kommt es in der Regel zu einer höheren impliziten Volatilität. In der Folge steigen die Optionspreise. Wenn die Börsen dagegen steigen, entsteht in der Regel weniger Unsicherheit bei den Händlern. Dementsprechend nimmt die implizite Volatilität ab und die Optionen werden günstiger. Die historische Volatilität nimmt dementsprechend auch ab. Verwandt ist diese im Übrigen auch mit dem Options-Griechen „Vega“, der sich auf die Volatilität bezieht.

    Der „Angst-Index“ – VIX-Index

    Im Jahr 1993 wurde der sogenannte VIX-Index eingeführt. Dabei handelt es sich um den Market Volatility-Index der CBOE (Chicago Board Options Exchange). Der Index stellt einen Gradmesser für die implizite Volatilität von Index-Optionen auf den S&P500-Index dar. Ähnlich wie der VDAX wird auch der VIX in den Finanznachrichten oft als „Angstindex“ betitelt. Er gibt die Markterwartungen der Volatilität über einen Zeitraum von einem Monat bzw. 30 Tagen wieder. Der VIX bestimmt sich anhand der S&P500-Index am Geld sowie aus dem Geld befindlichen Put- und Call-Optionen. Die CBOE begann im Jahr 2004 damit, Futures auf den VIX bereitzustellen. Zwei Jahre später wurde das Produktangebot schließlich um Optionen erweitert, die als Derivate auf den VIX aktiv in Chicago gehandelt werden. In der Vergangenheit lag der VIX-Index durchschnittlich bei zirka 20 Punkten. Im Oktober 2008 – während der Finanzkrise – erreichte der Index einen Intraday Rekordwert von 89,53 Punkten.

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    Was ist unter „Volatility Skew“ zu verstehen?

    Der Preis von Optionen mit einem unterschiedlichen Ausübungspreis und der gleichen Laufzeit richtet sich nicht nach der gleichen impliziten Volatilität. Im Allgemeinen weist der Preis einer im oder am Geld liegenden Put-Option eine geringere implizite Volatilität auf als eine Put-Option aus dem Geld. Bei diesem Phänomen handelt es sich um das „Volatility Skew“, das nach dem Crash im Jahr 1987 entdeckt wurde. Für einen Optionen-Anleger geht es vorwiegend darum, die Auswirkungen einschätzen zu können. Weist der Preis von Put-Optionen aus dem Geld eine höhere implizite Volatilität auf, sind die Optionen gegenüber Put-Optionen am Geld in der Regel teurer.

    Vergleichbar sind die Put-Optionen mit einer höheren impliziten Volatilität etwa mit einer Haus-Brandschutz-Versicherung. Generell ist das Risiko, dass es zu einem Brand kommt, relativ gering. Bricht aber tatsächlich ein Brand aus, sind der Schaden und die entsprechende Versicherungssumme sehr groß. Dieses Beispiel lässt sich auch auf Optionen übertragen. Fällt die Börse sehr stark (wie bei zurückliegenden Börsencrashs), so können Put-Optionen vor Verlusten einen guten Schutz bieten.

    Im Bezug auf die Finanzmärkte ist jedoch zu erwähnen, dass hier sehr starke Abwärtsbewegungen eher selten stattfinden. Deshalb müssen sich Optionen-Anleger die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, bestimmte Put-Optionen zu erwerben. Sollen diese für ein Portfolio als Absicherung gegen fallende Kurse eingesetzt werden, so kann dies durchaus Sinn machen. Werden sie hingegen spekulativ eingesetzt, so könnte die gleiche Prämie im Vergleich zu der niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit eines Gewinns zu hoch ausfallen. Letztendlich hängt dies von den persönlichen Anlagezielen ab.

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    Welche Rolle spielt die Laufzeitstruktur?

    Die Volatility Skew stellt den Unterschied zwischen impliziter Volatilität bei Optionen mit dem gleichen Verfallsdatum dar. Die Laufzeitstruktur gibt hingegen die Unterschiede bei der impliziten Volatilität von Optionen mit den gleichen Ausübungspreisen sowie verschiedenen Verfallsdaten wieder.

    Optionen mit dem gleichen Ausübungspreis sowie verschiedenen Verfallsdaten verfügen über eine unterschiedliche implizite Volatilität und somit über diverse Preise. Dies lässt sich dadurch erklären, wie die Wahrscheinlichkeit der Kursbewegungen eines Basiswertes im Rahmen der verfügbaren Laufzeit vom Markt eingeschätzt wird. So ist es zum Beispiel gängig, dass die implizite Volatilität von Optionen steigt, wenn es daran geht, die Quartalszahlen zu veröffentlichen. Nach der Veröffentlichung der Zahlen nimmt die implizite Volatilität wieder ab. Sie verändert sich bei Optionen mit kurzer Laufzeit dabei im Allgemeinen stärker als bei Optionen mit langer Laufzeit.

    Verhältnis zwischen impliziter Volatilität und Laufzeit bis zum Verfall der Option

    Damit gibt die Laufzeitstruktur der Volatilität das Verhältnis zwischen der impliziten Volatilität und der Laufzeit bis zum Optionsverfall wieder. Somit interpretieren Anleger, ob gewisse Optionen im Vergleich zu anderen Optionen teuer oder günstig sind. So kommt es zum Beispiel häufig vor, dass der Preis von Optionen mit einem Verfallsdatum im Monat August eine niedrigere implizite Volatilität abbildet, als September-Optionen mit dem gleichen Ausübungspreis. Der Grund ist folgender: In dem Sommermonat August befinden sich viele Marktteilnehmer noch im Urlaub, so dass es an den Märkten relativ ruhig ist. Man spricht hier auch oft von einer Sommerflaute. Allerdings muss dies auch nicht zwingend der Fall sein.

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    Fazit Volatilität Optionen: Verschiedene Einflussfaktoren

    Die Höhe der Volatilität beschreibt im Prinzip die Erwartungen der Teilnehmer am Markt. Bei einer geringeren Volatilität erwarten die Marktteilnehmer weniger Marktbewegung als bei einer hohen Volatilität. Dies drückt sich auch in den Optionspreisen aus. Die sogenannte implizite Volatilität stützt sich auf dem jeweiligen Konsens der Teilnehmer. Damit stellt sie keine sichere Vorhersage der künftigen Kursbewegungen von Aktien dar. In der Praxis hat sich gezeigt, dass die implizite Volatilität von kurzzeitig laufenden Optionen im Vergleich zu langfristigen Optionen etwas schneller zunehmen kann, wenn der Markt fällt. Die implizite Volatilität von Optionen mit einer Laufzeit von 30 Tagen liegt bei einer Börsenpanik höher als bei Optionen mit 120 Tagen Laufzeit. Optionen Anleger sollten dies beachten und gegebenenfalls bei Optionen mit kurzen Laufzeiten vorsichtiger handeln. Die implizite Volatilität der Optionen mit kürzerer Laufzeit nimmt bei einer schnellen Erholung der Kurse rasch wieder ab, so dass es zu einer schnellen Verringerung der Optionsprämie kommt. Das Thema Volatilität ist insbesondere für Einsteiger nicht einfach zu verstehen, jedoch ein sehr wichtiger Bestandteil beim Handel mit Optionen.

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