Consorsbank und DKB ändern Gebühren: Handelsplatzentgelte und Sparpläne

Die Consorsbank und die Deutsche Kreditbank (DKB) haben für Juli Änderungen an einzelnen Gebühren angekündigt. Die Consorsbank nimmt Änderungen an den Handelsplatzentgelten vor und erhöht dadurch insbesondere die Kosten im Handel über Xetra, die DKB führt Gebühren für Fondssparpläne ein.

Die neuen Handelsplatzentgelte der Consorsbank ab 31.07.

Die Consorsbank wird das Handelsplatzentgelt für Orders über die elektronische Handelsplattform Xetra zum 31.07. von derzeit 0,95 € auf fortan 1,50 € anheben. An der Börse Stuttgart fallen künftig 2,95 € pro Order unabhängig von der Gattung des gehandelten Wertpapiers an – bislang rechnet die BNP Paribas-Tochter 0,95 € für Fonds und strukturierte Produkte und 5,95 € bei Aktien und Renten ab.

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Xetra ist die wichtigste deutsche Handelsplattform

Die Ordergebühren an den anderen Inlandsbörsen sinken von bislang 2,95 € auf 2,50 €. Im außerbörslichen Handel wurde ein Handelsplatzentgelt in Höhe von 0,75 € neu eingeführt. Es kommt nicht im Handel mit den „Star Partnern“ der Consorsbank zur Anwendung.

Die Konditionen im Wertpapiergeschäft der Consorsbank

Die Consorsbank führt Depotkonten ohne Anforderungen an die Nutzung kostenlos. Orders an inländischen Börsenplätzen werden mit 4,95 € + 0,25 % des Transaktionsvolumens, mindestens jedoch 9,95 € und höchstens 69,00 € abgerechnet. Zusätzlich fallen die oben benannten Handelsplatzentgelte an.

An den Konditionen für Auslandsorders ändert sich nichts, da die Consorsbank hier keine Handelsplatzentgelte in Rechnung stellt. Für Aufträge an US-Börsen fallen 19,95 € zzgl. 0,25 % des Transaktionsvolumens, mindestens jedoch 24,95 € und höchstens 69,00 € an. Beim Handel an im Preisverzeichnis so titulierten „Weltbörsen“ fallen 49,95 € + 0,25 % bzw. mindestens 54,95 € an.

Seit der Übernahme der DAB Bank durch die BNP Paribas wird in der Branche jede Preisänderung bei der Consorsbank (wie die DAB Bank ebenfalls eine Marke der Franzosen) im Kontext einer erwarteten Harmonisierung der Konditionen der beiden ehemaligen Wettbewerber als mutmaßliche Vorstufe einer vollständigen Verschmelzung interpretiert.

DAB-Bank-Laimer-Würfel

DAB Bank und Consorsbank gehören jetzt beide zur BNP Paribas

In der Tat verlangt die DAB Bank 1,50 € (Handelsplatzentgelt) für Orders über Xetra – an den sonstigen Inlandsbörsen werden allerdings 2,90 € berechnet, so dass der Unterschied nach der Anpassung durch die Consorsbank gewachsen ist.

Die Rolle von Handelsplatzentgelten für die Ordergebühren

In den letzten 1-2 Jahren haben mehrere Broker die Gebühren im Wertpapierhandeln an „unauffälligen“ Stellen angehoben. Der sichtbarste, da in jedem Vergleichsrechner berücksichtigte Teil der Gebühren ist der Kern der Gebührenformel. Preiserhöhungen werden deshalb häufig in deren Peripherie umgesetzt – s-broker etwa führte einst eine „Abwicklungspauschale“ ein, andere Broker verlangen seit einiger Zeit „Handelsplatzentgelte“ im außerbörslichen Handel.

Der Trend zu konstanten „Kerngebühren“ und steigenden Kosten in der „Peripherie“ (Online Brokerage) könnte sich fortsetzen. Es steht zu befürchten, dass die Transparenz des Marktes darunter leidet – insbesondere, wenn wie im Fall von s-broker nicht nur bestehende Gebührenposten geändert, sondern ganz neue Entgelte eingeführt werden.

Die neuen Bedingungen für Fondssparpläne bei der DKB

Auch bei der Deutschen Kreditbank (DKB) wird eine neue Gebühr eingeführt: Ab dem 20. Juli berechnet die Bayern-LB-Tochter 1,50 € für jede Ausführung von Sparplänen in aktiv verwalteten Investmentfonds. Die meisten Broker verlangen Ausführungsgebühren nur bei Aktien- und ETF-Sparplänen, da hier die Bestandsprovision für den depotführenden Broker entfällt.

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Wertpapiergeschäft der DKB

Die Konditionen im Wertpapiergeschäft der Deutschen Kreditbank (DKB)

Die DKB verzichtet im Fondsgeschäft auf Ausgabeaufschläge: Alle 22.000 handelbaren Fonds können außerbörslich ohne Agio für eine pauschale Transaktionsgebühr in Höhe von 25 € gehandelt werden. Ausgehend von einem Ausgabeaufschlag von 2,5 % fallen die Kosten damit ab 2.000 € Anlagesumme niedriger aus (die Gebühr fällt bei Kauf und Verkauf, der AA nur beim Kauf an). Im Rahmen von Fondssparplänen sind ca. 1.500 Titel erhältlich – ausschließlich klassische Investmentfonds und bislang ohne Gebühren.

Gebührenänderungen bei Direktbanken, deren Fokus nicht allein auf das Wertpapiergeschäft gerichtet ist, lassen in diesen Tagen besonders aufhorchen: Die anhaltende Niedrigzinsphase zwingt Banken zu einer Neuausrichtung ihrer Geschäftsmodelle. Sichtbar wird dies u.a. an höheren Gebühren für Girokonten und Kreditkarten. Es ist durchaus vorstellbar, dass ein Teil der erhofften Zusatzeinnahmen auch im Wertpapiergeschäft generiert werden soll.

 

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