Wetten auf Ölpreise: Kurzleitfaden für die Analyse des Rohölmarktes

Daten zu Produktion, Nachfrage, Lagerbeständen und Geopolitik

Der Rohölpreis gehört zu den besonders aufmerksam betrachteten Weltmarktpreisen. Trader können mit Wetten auf Ölpreise im besten Fall viel Geld verdienen. Zuvor sind ein paar grundlegende Überlegungen zur Beschaffenheit und Prognose des Rohölmarktes Pflicht, wenn sich die Spekulation nicht im luftleeren Raum bewegen soll.  Dieser Kurzleitfaden verschafft einen Überblick und viele Quellen zur eigenen Recherche und Analyse.bi

  • Die Technische Analyse funktioniert auch im Ölmarkt
  • Die Fundamentale Analyse ist hier jedoch von großer Bedeutung
  • Der Fundamentalanalyst betrachtet Produktion, Verbrauch und Lagerbestände
  • Die Politik der OPEC spielt eine große Rolle für die Ölpreisentwicklung
  • Fracking in Nordamerika hat den Markt verändert
Inhaltsverzeichnis
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    Vorbemerkung zu diesem Beitrag

    Eine Vorbemerkung zu diesem Beitrag: Hier geht es primär um fundamentale Einflussgrößen auf den Ölpreis und nicht um spezielle Produkte für Wetten auf Ölpreise. CFDs etc. funktionieren im Ölmarkt ähnlich wie in anderen Märkten – lediglich einige Details bei ggf. zugrundeliegenden Terminkontrakten können von denen bei Financial Futures abweichen. Auch die Technische Analyse soll an dieser Stelle nur eine untergeordnete Rolle spielen. Chart- und Marktanalyse können im Ölmarkt jedoch genauso angewandt werden wie in allen anderen Märkten auch.

     

    1. Exkurs: Leichtes, schweres, süßes und saures Öl

    • Leichtes Öl hat ein hohes, schweres Öl ein niedriges spezifisches Gewicht
    • Süßes Öl hat einen niedrigen, saures Öl einen hohen Schwefelgehalt
    • WTI und Brent sind leichte, süße Öle und damit tendenziell teurer

    Wenn Sie den Ölmarkt nicht zum ersten Mal betrachten, ist es Ihnen sicherlich bereits aufgefallen: Es gibt verschiedene Arten von Öl. In den Finanzmarktberichten unserer Breiten sind WTI (West Texas Intermediate) und Brent besonders prominent platziert. Tatsächlich werden weltweit hunderte verschiedene Rohöle produziert, die sich anhand bestimmter Eigenschaften unterscheiden. Diese Eigenschaften wirken sich – neben den Förder- und Transportkosten – auch auf die Ölpreise am Weltmarkt aus.

    Entscheidend sind der Schwefelgehalt und das spezifische Gewicht. Rohöl mit einem höheren spezifischen Gewicht wird in Raffinerien zur Produktion leichterer Produkte wie z. B. Benzin oder Kerosin verwendet. Deshalb wird Öl mit einem hohen spezifischen Gewicht als „leichtes“ Öl bezeichnet. Aus Rohöl mit einem geringeren spezifischen Gewicht werden dagegen schwerere Produkte wie Heizöl oder Diesel hergestellt, weshalb diese Öle als „schwer“ bezeichnet werden. WTI und Brent zählen z. B. zu den leichten Ölen.

    Der Schwefelgehalt eines Rohöls steht mit den Raffineriekosten im Zusammenhang: Je höher der Schwefelgehalt, desto größer der Aufwand bei der Herstellung. Öle mit einem Schwefelgehalt von mindestens 0,50 % werden im Jargon als „sauer“ bezeichnet, Öle mit einem Schwefelgehalt darunter als „süß“. Sowohl WTI als auch Brent sind süße Öle. Leichte, süße Öle sind tendenziell teurer als schwere, saure Öle.

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    2. Fundamentanalyse des Rohölmarktes: Wie geht das?

    Möglicherweise drängt sich Ihnen eine Frage auf: Ist es für Privatpersonen ohne unzumutbaren Aufwand überhaupt möglich, die fundamentalen Einflussgrößen des Ölmarktes zu studieren und eine Analyse durchzuführen?

    Mit den Überlegungen in diesem Beitrag werden Sie sich zumindest auf Augenhöhe mit den meisten Bankanalysten und Wirtschaftsjournalisten befinden. Diese führen bekanntlich ebenso wie Sie nicht selbst Bohrungen und Verbrauchsmessungen durch, sondern warten auf periodische Veröffentlichungen wichtiger Institutionen des Ölmarktes. Der Ölmarkt wird so analysiert wie jeder Rohstoffmarkt.

    • Zunächst wird der weltweite Verbrauch geschätzt
    • Anschließend wird die Produktion prognostiziert
    • Die Ergebnisse werden mit den Lagerbeständen abgeglichen
    • Politische Einflussgrößen werden einbezogen

    3. Den weltweiten Ölverbrauch ermitteln

    • Der weltweite Ölverbrauch wird in Barrel pro Tag gemessen
    • Ein Barrel entspricht ca. 159 Liter
    • Der weltweite Ölverbrauch 2015 lag bei ca. 95 Mio. Barrel am Tag

    Schritt 1: Wie hoch ist der weltweite Ölverbrauch aktuell?

    Wie viel Öl braucht die Welt? Um diese Frage zu beantworten, muss zunächst der Ölverbrauch der Gegenwart bzw. der jüngeren Vergangenheit ermittelt werden. Eine zuverlässige Quelle für vergangenheitsbezogene Angaben ist z. B. der seit 1951 veröffentlichte BP Statistical Review of World Energy. Diesem zufolge wurden im Jahr 2015 täglich 95 Millionen Barrel Öl verbraucht. Der Ölverbrauch ist damit seit 2005 um ca. 10 Millionen Barrel am Tag angestiegen. Andere Statistiken gelangen zum Teil zu abweichenden Angaben zum weltweiten Verbrauch. Das hat mutmaßlich methodische Gründe.

    Schritt 2: Das globale Wirtschaftswachstum einschätzen

    Im zweiten Schritt zur Prognose der Ölnachfrage geht es um das weltweite Wirtschaftswachstum. Fällt dieses eher hoch aus, steigen die Ölpreise tendenziell. Bei einer schwachen Weltkonjunktur sinkt die Nachfrage dagegen aufgrund ausbleibenden Verbrauchs in der Industrie. Suchen Sie also nach Prognosen großer Banken und anderer wichtiger Institutionen zum globalen Wirtschaftswachstum. Im Januar 2017 prognostizierte z. B. der Internationale Währungsfonds (IWF) im „World Economic Outlook“ für 2017 eine globale Wachstumsrate in Höhe von 3,4 %. Die Deutsche Bank ging in ihrem Kapitalmarktausblick von 3,5 % aus.

    Eine jährliche Wachstumsrate von 3,4 % stellt historisch betrachtet einen moderaten Wert dar. Impulse für steigende Ölpreise sind von der Weltkonjunktur somit nicht zu erwarten. Wenn Sie die Wachstumsraten der Statista-Statistik mit den Angaben zum weltweiten Ölverbrauch der vergangenen Jahre aus der BP Statistik vergleichen, erkennen Sie einen plausiblen Zusammenhang: Mit der moderat wachsenden Weltwirtschaft nimmt auch der globale Ölverbrauch moderat zu.

    Realistisch erscheint eine Zunahme um 1,0-1,5 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahr. Die Nachfrage wird 2017 damit 2-3 Millionen Barrel höher liegen als 2015 und im Bereich von 97-98 Millionen Barrel anzusetzen sein.

    Global-Growth-Balkendiagramm-Statista

    Statista zum weltweiten Wirtschaftswachstum

     

    Bis zum jetzigen Zeitpunkt gibt die Analyse keinen Grund für Wetten auf steigende Ölpreise. Eine moderate Zunahme der Nachfrage führt erfahrungsgemäß nicht zu einem starken Preisanstieg, da die Produzenten in diesem Rahmen auf Veränderungen leicht reagieren können. Im nächsten Schritt geht es deshalb um die Analyse der Angebotsseite auf dem Ölmarkt.

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    4. Das Angebot der OPEC ermitteln

    • Die OPEC-Staaten stehen für mehr als 40 % des weltweiten Ölangebots
    • Entscheidungen des Kartells beeinflussen die Kurse langfristig
    • Die Macht der OPEC ist nicht mehr so groß wie früher

    In dem Standardwerk „Schwager on Futures – Fundamentale Analyse“ von J.D. Schwager (das Werk stammt aus den 1990ern) https://www.onlinebroker.net/aktienhandel-lernen/ wird die Rolle der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) in den Mittelpunkt jeder Analyse des Ölmarktes gestellt. Wörtlich heißt es (S. 528): „Der Ausgangspunkt jeder Analyse sollte eine Einschätzung des Preisbereichs sein, den sich die OPEC wünscht“. Alle anderen Einflussgrößen dienen demnach als Anhaltspunkt dafür, wo innerhalb des von der OPEC anvisierten Bereiches sich der Markt einpendeln wird.

    Die Zeiten haben sich geändert. Die OPEC hat in den letzten 20 Jahren erheblich an Macht verloren. Von der weltweiten Ölproduktion im Umfang von 4362 Tonnen in 2015 entfielen allerdings immer noch 1807 Tonnen auf die Mitglieder des Ölkartells. Das entspricht einem Marktanteil von etwas mehr als 41 %. Der Machtverlust ist weniger auf einen Verlust an Marktanteilen denn auf Uneinigkeiten unter den Mitgliedern zurückzuführen. Zudem wurde der Markt durch Fracking in Nordamerika strukturell verändert (siehe Abschnitt weiter unten).

    Dennoch haben Entscheidungen der OPEC über die Fördermengen Einfluss auf den Markt. Ein Beispiel: Ende September 2016 einigte sich das Kartell nach langen Verhandlungen auf eine Kürzung der Fördermengen.

    OPEC-Drosselung-Tagesschau

    Tritt die OPEC auf die Bremse, steigen die Ölpreise – zumindest etwas

     

    Dies führte relativ kurzfristig zu einem Kursanstieg um ca. 15 %. In der Folge kam es zwar zu einer Korrektur, der Trend setzte sich aber fort.

    TradingView-Chart-Öl-OPEC

    Kursanstieg nach der OPEC-Förderkürzung

     

    Der Anstieg in den Monaten nach der Bekanntgabe lässt sich mit den Daten der OPEC zur Förderung in Einklang bringen. In der Grafik unten ist eine Tabelle mit den Daten der Mitglieder zur monatlichen Fördermenge. Diese sank in der Summe um 220.000 Barrel am Tag.

    OPEC-Indikatoren-Förderung

    Marktdaten der OPEC

     

    Wenn Sie den Ölmarkt analysieren, müssen Sie die Entscheidungen der OPEC berücksichtigen. Wetten auf fallende Ölpreise ergeben wenig Sinn, wenn das Kartell das Angebot dauerhaft verknappt, weil der Markt dann strukturell gegen Sie läuft. Einzige Ausnahme: Sind die Preise sehr hoch und weit entfernt von realökonomischen Zusammenhängen, schwindet der Einfluss der OPEC.

    5. Das Angebot von Nicht-OPEC-Produzenten ermitteln

    Wenn ca. 40 % des weltweiten Ölangebots auf die OPEC-Länder entfallen, verbleiben weitere 60 % für andere Länder. Von besonderer Bedeutung sind hier die USA und Kanada, die 2015 zusammen rund 18 % des weltweiten Erdöls produzierten. Besonders relevant für die Entwicklung des Weltmarktpreises sind die hohen Veränderungsraten bei der Produktion, die zu einer maßgeblichen Änderung des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage außerhalb dieser beiden Länder führen können.

     

    Rig-Count-Tabelle

    Baker Hughes Rig Count für USA und Kanada

     

    Daten zur Produktion finden sich u.a. beim US Department of Energy und in den „Rig Counts“ des Erdöldienstleisters Baker Hughes. Die „Rig Counts“ beziehen sich auf die Zahl der Bohrtürme in den USA. Diese wiederum sind ein Indikator für die Produktion der kommenden Monate.

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    6. Prognose der Ölpreise in Zeiten des Frackings

    Durch neue Fördermethoden (Ölsand, Fracking) in Nordamerika hat sich der Ölmarkt strukturell verschoben. Wie genau, ist noch nicht sicher. Klar ist, dass ein starker Anstieg der Ölpreise wie in den Jahren vor der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr von Dauer sein dürfte. Hohe Preise rufen sehr rasch ein höheres Angebot aus Nordamerika auf den Plan, das durch die neuen Fördermethoden sehr viel schneller auf den Markt gelangt als es früher der Fall war.

    Allzu niedrige Preise wiederum machen die Produktion in Nordamerika unrentabel, was zu einem Rückgang des Angebots führt. Wo sich in Zukunft eine langfristige Marktspanne einpendeln wird, ist unklar und hängt maßgeblich von der Entwicklung der Förderkosten in den USA ab, die durch technische Innovation tendenziell rückläufig sind.

    7. Die Lagerbestände ermitteln

    Wetten auf Ölpreise nur aufgrund der Angaben von OPEC und Co. zu Angebot und Nachfrage sind nur begrenzt sinnvoll, weil eine entscheidende Komponente fehlt: Die Lagerbestände. Die Rohöl Lagerbestände dienen einzelnen Ländern und damit der Weltwirtschaft insgesamt als „Puffer“ für Änderungen bei Nachfrage oder Angebot. Sie sind einer der frühesten Indikatoren für Änderungen auf einer der beiden Seiten des Marktes.

    Handelsblatt-Lagerbestände-Headline

    Sinkende Lagerbestände deuten auf steigende Preise

     

     

    Steigen die Lagerbestände an, fällt die Nachfrage meistens geringer aus als zunächst erwartet – Wetten auf fallende Ölpreise könnten eine Schlussfolgerung daraus sein. Das gilt insbesondere, wenn die sonstigen Parameter des Marktes – Angebot und Weltkonjunktur – ebenfalls auf ein Überangebot hindeuten.

    Fallen die Lagerbestände, scheint indes die Nachfrage höher als das Angebot zu sein. Treten zeitgleich weitere Indizien für eine weltweit steigende Ölnachfrage (z. B. positive Frühindikatoren für die Konjunktur) auf, könnten Wetten auf steigende Ölpreise eine naheliegende Konsequenz sein.

    Headline-Öl-Lagerbestände-Welt

    Hohe Lagerbestände = Niedrige Ölpreise

     

    Maßgeblich für die Entwicklung der Ölpreise sind immer noch die Bestände in den USA. Die Daten zu den Lagerbeständen werden laufend vom Department of Energy veröffentlicht und auch in den hiesigen Medien thematisiert.

    8. Die Markterwartungen berücksichtigen

    Für Wetten auf Ölpreise gilt, was an der Börse immer Gesetz ist: Meldungen zu Lagerbeständen, Produktionsdrosselungen, Wirtschaftswachstum und Co. werden durch den Markt an seinen eigenen Erwartungen gemessen. Steigende Lagerbestände sind z. B. kein Anlass für sinkende Kurse, wenn der Anstieg im Rahmen der Analystenerwartungen ausfällt oder diese gar unterschreitet. Bringen Sie deshalb in Erfahrung, was der Markt erwartet.

     

    9. Sentiment Indikatoren für Rohöl

    Von den Konsenserwartungen im Hinblick auf konkrete Fundamentaldaten strikt zu unterscheiden sind die Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich der Kursentwicklung am Ölmarkt. Das Grundprinzip von Sentiment Indikatoren basiert auf antizyklischen Überlegungen: Erwarten sehr viele Marktteilnehmer steigende Kurse, haben diese Marktteilnehmer mit großer Wahrscheinlichkeit bereits Positionen eröffnet. Ist bereits ein Großteil des Geldes investiert, sind fallende Kurse wahrscheinlich.

     

    Sentix-Rohöl-Chart

    Der „Sentix“ ist ein bekannter deutscher Sentiment Indikator

     

    Zu den bekanntesten Sentiment Indikatoren aus Deutschland zählt der „Sentix“, der durch die in Frankfurt am Main ansässige sentix GmbH ermittelt wird. Basis des Indikators sind wöchentliche Umfragen unter privaten und institutionellen Anlegern, die zu ihren Markterwartungen für unterschiedliche Zeiträume befragt werden.

    In der Abbildung oben sind der Preis für ein Barrel Rohöl und der Sentix abgebildet. Mehrfach kam es demnach zu einem sehr hohen oder sehr niedrigen Sentix Wert. Diesem folgten konträre Marktbewegungen: Nachdem der Indikator einen sehr hohen Wert angenommen hatte, kam es zu Kursrückgängen et vice versa.

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    10. Wetten auf Ölpreise: Wie geht es also?

    Egal ob Sie mit Wetten auf steigende Ölpreise oder mit Wetten auf fallende Ölpreise am Markt aktiv werden wollen – an fünf Größen kommt keine fundamentale Analyse vorbei.

    • Die Nachfrage nach Öl (Weltkonjunktur)
    • Die Pläne der OPEC
    • Die Entwicklung der Produktion in den USA
    • Die Lagerbestände
    • Die Erwartungen der Marktteilnehmer

    Öl ist (auf den Finanzmärkten) in weiten Teilen ein Spekulationsobjekt. Ist es wahrscheinlicher, dass der Preis zu hoch ist oder dass er zu niedrig ist?

    Ein Fallbeispiel. Angenommen, der Markt rechnet für ein beliebiges Jahr mit einer starken Weltkonjunktur, einer restriktiven OPEC-Politik, einer allenfalls moderaten Zunahme der Ölförderung in Nordamerika und sinkenden Lagerbeständen. Alle diese Faktoren sprechen für einen steigenden Ölpreis. Dies sollte sich relativ bald in Stimmungsindikatoren wie dem sentix niederschlagen.

    Erreicht dieser einen hohen Wert, könnte bereits eine unter den Markterwartungen liegende Veröffentlichung die Kurse ins Rutschen bringen. Fällt eine OPEC-Förderkürzung geringer aus als erwartet oder steigt die Zahl der neuen Bohrtürme in den USA überraschend an, werden viele bereits investierte Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt, während zum gegebenen Preis keine weiteren Käufe mehr getätigt werden – der Preis muss also sinken.

    Fundamentale und Technische Analyse kombinieren

    Fundamentale Überlegungen können mit Kriterien der Technischen Analyse kombiniert werden. Fallen Extremwerte in Sentiment Indikatoren mit starken Indizien der TA zusammen, verstärkt dies die Aussagekraft. So könnte z. B. ein sehr hoher Sentiment Wert mit dem Bruch einer bedeutenden Aufwärtstrendlinie zusammenfallen – ein deutlicher Kursrückgang ist dann plausibel.

    Achten Sie bei der TA auf eine valide Datenbasis: Stellen Sie stets sicher, welcher Kurs tatsächlich aufgerufen ist. Erstens gibt es verschiedene Ölsorten, zweitens werden diese als Terminkontrakte mit unterschiedlichen Fälligkeiten gehandelt.

    11. Die Bedeutung von Währungseffekten

    Berücksichtigen Sie, dass Öl auf dem Weltmarkt in USD gehandelt wird. Die Kursentwicklung des US-Dollar zu anderen Währungen kann deshalb erheblichen Einfluss auf den Ölpreis nach sich ziehen. Die Korrelation zwischen Dollar und Ölpreis war in der Vergangenheit überwiegend negativ: Ein steigender Preis für Rohöl ging mit einem tendenziell sinkenden Außenwert des Dollars einher. Achtung: Der Außenwert des USD darf keinesfalls nur am Wechselkurs mit dem EUR gemessen werden. Stattdessen sollten handelsgewichtete Indikatoren wie z. B. der US-Dollar Index herangezogen werden.

    USD-ÖL-Korrelation

    USD und Öl sind negativ korreliert

    Fazit

    Die Fundamentale Analyse betrachtet den Rohölmarkt wie jeden Rohstoffmarkt und versucht, die wesentlichen Trends bei Angebot und Nachfrage zu identifizieren. Die weltweite Nachfrage nach Öl hängt maßgeblich von der globalen Konjunktur ab, das Angebot von der Politik der OPEC und zunehmend auch von der Entwicklung der durch Fracking sehr viel flexibleren Produktion in Nordamerika. Ein frühes Indiz für Änderungen bei Angebot und Nachfrage ergibt sich häufig aus den Lagerbeständen. Trader können das Gesamtbild der Fundamentaldaten mit Sentiment Indikatoren und der Technischen Analyse kombinieren. So ergibt sich ggf. ein Bild über die künftige Kursentwicklung, das zu Wetten auf Öl gewinnbringend eingesetzt werden kann.

     

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