Wetten auf den Dollar: Möglichkeiten, Strategien und Analyseansätze für Trader

Zinsentwicklung, Konjunktur und politische Faktoren bestimmen den Wechselkurs

Um mit Wetten auf den Dollar Geld zu verdienen, müssen Trader neben der Zinsentwicklung und der Konjunktur auch politische Faktoren in ihrer Analyse berücksichtigen. Basics für die Fundamentalanalyse des Devisenmarktes.

  • Die Fundamentale Analyse kann wertvolle Informationen für Wetten auf den Dollar liefern
  • Leistungsbilanz, Konjunktur und Inflation sind wichtige Größen für den Devisenmarkt
  • Dieser Beitrag stellt die Fundamentale Analyse in den Mittelpunkt
Inhaltsverzeichnis
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    Vorbemerkung: Worum es in diesem Beitrag geht

    Die Technische Analyse funktioniert im Währungsmarkt genauso wie in allen anderen Märkten und kann auch für Wetten auf den Dollarkurs eingesetzt werden. Die TA steht in diesem Beitrag allerdings nicht im Mittelpunkt. Vielmehr soll es um die Fundamentale Analyse des Währungsmarktes gehen – ohne dabei die Bedeutung der TA herabzusetzen. Die Technische Analyse wird in zahlreichen anderen Beiträgen und durch diverse Anbieter https://www.onlinebroker.net/gkfx-video-lehrgang/ thematisiert.

    Dollarscheine-Stapel-Bündel

    Die Analyse des Dollarkurses

     

    Die Fundamentale Analyse beschäftigt sich nicht mit Charts, Trends und Indikatoren, sondern mit realwirtschaftlichen Größen. Die wichtigsten in Bezug auf den Währungsmarkt sind die gesamtwirtschaftliche Leistungsbilanzen, Inflationsraten, die konjunkturelle Entwicklung sowie das Zinsniveau verschiedener Länder und alles, was dieses Zinsniveau beeinflusst.

    Ein volkswirtschaftliches Studium ist für das Verständnis der grundlegenden Zusammenhänge der Realwirtschaft nicht erforderlich. Wenn Sie die Fundamentale Analyse ernsthaft als strategische Grundlage für Wetten auf den Dollar in Betracht ziehen, sollten Sie allerdings die Bereitschaft zur regelmäßigen Lektüre wichtiger Veröffentlichungen an den Tag legen.

    1. Die Analyse des USD-Wechselkurses

    In den folgenden Abschnitten werden einige Grundlagen zur Darstellung von Wechselkursen vorgestellt.

    Was ist eigentlich „der“ Dollarkurs?

    Was genau ist eigentlich „der“ Dollarkurs? Wenn der EUR/USD mit 1,10 notiert, werden am Markt für 1,00 EUR 1,10 USD gehandelt: In dieser Notation handelt es sich um die Mengennotierung. Sie gibt ab, welche Menge der ausländischen Währung Sie für genau eine Einheit der inländischen Währung erhalten.

    Weniger weit verbreitet ist die Preisnotierung. Diese gibt an, wie viele Einheiten der inländischen Währung Sie für eine Einheit der ausländischen Währung am Markt aktuell erhalten. Geben Sie einen Wechselkurs in Mengennotierung in Ihren Taschenrechner ein und drücken Sie die Kehrwerttaste – das Resultat ist die Preisnotierung et vice versa.

    Die umlaufenden Wechselkurse beziehen sich jeweils auf das Austauschverhältnis einer Währung gegen die jeweils andere. Analysen und Wetten auf den Dollarkurs müssen sich jedoch nicht auf einen bestimmten Wechselkurs beziehen. Stattdessen kann der USD-Index herangezogen werden – als Basiswert für Spekulationen genauso wie zur Analyse.

    Dollar-Index-Chart

    Der Dollar Index ist ein gewichteter USD-Wechselkurs

     

    Der US Dollar Index misst die Wechselkursentwicklung des USD zu einem gewichteten Korb aus sechs Währungen: Euro, Yen, Britisches Pfund, Schweizer Franken, Schwedische Krone und Kanadischer Dollar. Mit mehr als 50 % Anteil an der Gewichtung ist der Euro der größte Bestandteil im Korb.

    Graue Theorie: Die Kaufkraftparität

    Grau ist alle Theorie – und ganz besonders grau ist die Theorie der Kaufkraftparität (abgekürzt: PPP für Purchasing Power Parity). Gemäß der PPP ist der Wechselkurs zweier Währungen zumindest langfristig die Konsequenz der relativen Kaufkraftentwicklung.

    Steigt z. B. der Preis für einen bestimmten Warenkorb in der Eurozone um 5 % und der Preis für einen Warenkorb in den USA um 8 %, nimmt die Kaufkraft in Euroland gegenüber jener in den USA zu. Dividieren Sie 1,05 durch 1,08, erhalten Sie als Ergebnis (gerundet) 0,972. Der USD hätte in diesem Fall um knapp 3 % gegenüber dem Euro an Wert zu verlieren und das PPP Modell Wetten auf den fallenden Dollarkurs indiziert.

    Auch wenn Sie in fast jeder Abhandlung zur Fundamentalen Analyse von Wechselkursen über das Theorem der Kaufkraftparität belehrt werden: Befassen Sie sich am besten gar nicht damit. In der Praxis folgen die Wechselkurse allenfalls kurzzeitig den „Vorgaben“ der PPP. Das hat unterschiedliche Gründe. Zum einen lassen sich Inflationsraten verschiedener Länder nur schwer miteinander vergleichen, zum anderen ist es bislang niemandem gelungen, einen über jeden Zweifel erhabenen Startzeitpunkt für den Inflationsvergleich zu definieren.

    Anschauliche Theorie: Der Big Mac Index

    Der Big Mac Index wird seit 1986 durch das britische Magazin „The Economist“ berechnet und ist womöglich der anschaulichste Indikator für Über- und Unterbewertungen bei Wechselkursen. Die Annahme: Da ein Big Mac weltweit mit den gleichen Inputs (Fleisch, Brot, Gemüse, Energie, Ladenfläche, Personal usw.) produziert wird, sollte der Burger auch überall denselben Wert haben. Aus dem Vergleich der Big Mac Preise in verschiedenen Ländern sollen sich deshalb Rückschlüsse im Hinblick auf die Wechselkurse ziehen lassen.

    Big-Mac-Index-Weltkarte

    Der „Economist“ hat den Big Mac Index erfunden

     

    Und so funktioniert die Berechnung: Kostet in Deutschland ein Big Mac 3,59 EUR und in den USA 4,93 USD, werden zunächst 3,59/4,93 dividiert. Das Ergebnis (0,728) kann durch die Bildung des Kehrwertes die hierzulande gebräuchliche Mengennotierung hergestellt werden: Der theoretisch errechnete Wechselkurs (Kaufkraftparität!) des EUR/USD beträgt demnach ca. 1,37.

    Dieser Wert wird mit dem tatsächlichen Wechselkurs verglichen. Beträgt dieser z. B. 1,07, liegt eine Unterbewertung des EUR bzw. eine Überbewertung des USD vor – Wetten auf den fallenden Dollarkurs wären dementsprechend angezeigt.

    Wie aussagekräftig ist der Big Mac Index und welchen Wert hat er für Wetten auf den Dollar? Einen kleinen Anhaltspunkt liefert die Grafik unten, die dem „Big Mac Assessment“ des Economist im Januar 2017 zu entnehmen war. Machen Sie sich mit der Skala vertraut und konzentrieren Sie sich auf die Entwicklungen im unterbewerteten Bereich. Dreimal war eine 2016 unterbewertete Währung ein Jahr später noch stärker unterbewertet, dreimal kam zu einem (teilweisen) Abbau der Unterbewertung, fünfmal ergaben sich fast keine Änderungen.

    Big-Mac-Index-Schaubild

    Wie aussagekräftig ist der Bid Mac Index?

     

    Kurzum: Der Big Mac Index ist zwar sehr anschaulich, liefert aber keine wesentlich besseren Ergebnisse als andere Indikatoren, die allein auf der Kaufkraftparitätentheorie basieren.

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    Praktische Wechselkursanalyse I: Die Zinsentwicklung

    Zu den wichtigsten Variablen an den Finanzmärkten zählt die Zinsentwicklung und die diesbezügliche Erwartung der Marktteilnehmer. Die Zinsen wirken sich auf jeden Bereich der Märkte aus:

    • Steigende Zinsen in einer Währung bedeuten meistens steigende Wechselkurse
    • Steigende Zinsen führen tendenziell zu sinkenden Aktienkursen
    • Steigende Zinsen führen zu sinkenden Rohstoffpreisen

    Das Zinsniveau wird an den Finanzmärkten an den Zinssätzen für Staatsanleihen und Einlagen auf dem Geldmarkt gemessen – Anlagen mit i.d.R. sehr geringem Ausfallrisiko. Der Zusammenhang zwischen Zinsen und Aktien- sowie Rohstoffkursen ist auf einen simplen Substitutionseffekt zurückzuführen. Steigt die Verzinsung sicherer Staatsanleihen, schichten Anleger vom Aktien- in den Anleihemarkt um.

    Am Devisenmarkt ist das relative Zinsniveau zwischen zwei Währungsräumen maßgeblich. Steigen die Zinsen in den USA stärker als in Europa bzw. rechnen die Marktteilnehmer mehrheitlich mit einer solchen Entwicklung, sind Wetten auf den steigenden Dollarkurs weit verbreitet.

    Reuters-News-Zinsphantasien-USA

    Die Zinsentwicklung ist der wichtigste Faktor an den Finanzmärkten

     

    In Zeiten globaler Finanzströme reichen bereits kleine Änderungen am Zinsniveau aus, um große Kapitalflüsse zu mobilisieren. Erwarten Marktteilnehmer steigende Zinsen in den USA, werden Anlagen in EUR – Aktien, Anleihen usw. – veräußert. Die Erlöse werden in USD umgetauscht, um in den USA neue Anlagen kaufen zu können. Das führt zu einer Aufwertung des USD.

    Wenn Sie am Devisenmarkt handeln https://www.onlinebroker.net/was-ist-forex/, müssen Sie die Erwartungen der Marktteilnehmer bzgl. des Zinsniveaus kennen. Zur Veranschaulichung soll eine Meldung vom 20.07.2016 zitiert werden, die u.a. bei der Börse Frankfurt http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/anleihen/US-Anleihen-Renditen-legen-noch-etwas-weiter-zu-Steigende-Zinserwartungen-837028 veröffentlicht wurde:

    „NEW YORK (dpa-AFX) – Die Renditen von US-Staatsanleihen haben am Mittwoch im Handelsverlauf noch etwas stärker zugelegt. Zugleich fielen die Kurse der Bonds. Am Markt wurde auf steigende Zinserwartungen verwiesen. Nach zuletzt überwiegend robusten Konjunkturdaten erhöht sich in den Augen der Ableger die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve ihren Leitzins in diesem Jahr doch noch weiter anhebt. Als ein Argument dafür wird angeführt, dass sich die Finanzmärkte überraschend gut vom Brexit-Schock erholt hätten.“

    Prognosen der Zinsentwicklung sind nicht ohne einen Blick auf die Geldpolitik eines Währungsraumes möglich. De facto bestimmen heute die Notenbanken, wie hoch das Zinsniveau ausfällt – durch die Festlegung der Zinssätze am Geldmarkt und Interventionen am Anleihemarkt. Das führt bekanntlich oft genug zu einem „Abwertungswettlauf“: Um einen Anstieg des Wechselkurses und damit einhergehende Exportverluste zu vermeiden, drücken Zentralbanken gerne das eigene Zinsniveau.

    Praktische Wechselkursanalyse II: Die Konjunktur

    Die Wechselkursentwicklung ist von der konjunkturellen Entwicklung eines Landes nie dauerhaft zu trennen. Allerdings ist der Effekt von Wirtschaftswachstum und Rezession nicht einheitlich. Für die meisten Industrienationen gilt ein positiver Zusammenhang zwischen BIP-Wachstum und Außenwert der Währung.

    Ein wichtiger und dem BIP vorlaufender Indikator für die Konjunktur ist – nach wie vor – die Industrieproduktion. Hierzu werden laufend Daten von Behörden wie Statistischem Bundesamt oder Eurostat veröffentlicht. Entscheidend sind nicht einzelne höhere Werte, sondern beständige Trends, die möglichst viele Bereiche der Industrie und der gesamten Volkswirtschaft erfassen sollten.

    Konjunktur-Wechselprognosen

    Die Konjunktur ist für Wechselkursprognosen essentiell

     

    Heutzutage lässt sich die wirtschaftliche Entwicklung einzelner Länder nicht mehr ohne den Kontext der Weltkonjunktur analysieren. Das gilt besonders für exportorientierte Volkswirtschaften wie z. B. Deutschland oder Japan. Für solche Länder mit typischerweise hohen Exportüberschüssen lässt sich übrigens eine Besonderheit beobachten: Eine starke Binnenkonjunktur führt hier tendenziell zu sinkenden Wechselkursen. Der Grund: Die Konjunktur treibt die Inlandsnachfrage und führt damit zu einem Rückgang des Leistungsbilanzüberschusses.

    Praktische Wechselkursanalyse III: Die Leistungsbilanz

    Die Leistungsbilanz hat einen wesentlichen Einfluss auf die Wechselkurse. Die Leistungsbilanz eines Landes gibt an, wie viele Güter und Dienstleistungen im Verhältnis zum Rest der Welt gehandelt werden. Weist eine Volkswirtschaft einen Leistungsbilanzüberschuss auf, exportiert sie im Saldo mehr in den Rest der Welt, als sie umgekehrt exportiert.

    In diesem Fall müssen ausländische Wirtschaftsakteure netto mehr Einheiten der exportierenden Währung kaufen, als sich das Exportland umgekehrt in anderen Währungen eindecken muss. Schließlich muss das weltweite Ausland seinen eigenen Importüberschuss in der Währung des exportierenden Landes bezahlen und diese dafür zunächst erwerben. Bewegungen in der Leistungsbilanz führen – mit einigen Quartalen Verzögerung deshalb regelmäßig zu Veränderungen im Wechselkurs.

    Japan-Wirtschaftsdaten-Leistungsbilanz-Zinsen-Bevölkerung

    Daten zur Japanischen Wirtschaft – sinkender Handelsüberschuss

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    Die Abbildung oben zeigt drei kleine Schaubilder zur japanischen Wirtschaft, die dem „KfW Economic Research: Fokus Volkswirtschaft“ (Nr. 77, Dezember 2014) entnommen sind. Das Schaubild rechts zeigt die Entwicklung der japanischen Leistungsbilanz, die im Zeitraum von 2007 bis 2014 unter Schwankungen deutlich zurückging. Aus dem traditionellen Exportüberschuss der Japaner wurden zeitweise sogar Importüberschüsse.

    In der Abbildung unten ist ein Chart des JPY/USD zu sehen, der für einen wesentlichen Teil des Zeitraumes mit zurückgehenden Leistungsbilanzüberschüssen auch eine Abwertung des JPY gegenüber dem USD zeigt.

    OnVista-Chart-JPY-USD

    Der JPY/USD wertete über Jahre hinweg ab – einhergehend mit einem sinkenden Leistungsbilanzüberschuss

     

    Eine Möglichkeit zur Prognose von Wechselkursen besteht in der Betrachtung des Wechselkurses im Verhältnis zur Leistungsbilanz mit drei bis vier Quartalen zeitlicher Verzögerung. Die Daten zur Leistungsbilanz werden von offiziellen Stellen periodisch veröffentlicht.

    Praktische Wechselkursanalyse IV: Politische Faktoren

    Politische Börsen haben kurze Beine – diese alte Weisheit gilt für Wechselkurse nur eingeschränkt. Die Politik kann prinzipiell maßgeblichen Einfluss auf die entscheidenden Parameter für die Wechselkursentwicklung ausüben – etwa durch eine lockere oder restriktive Geldpolitik, die Förderung von Handel oder Protektionismus und die Fiskalpolitik. Jegliche politische Tendenzen und Entscheidungen sollten deshalb im Kontext ihrer Wirkung auf Zinsen, Konjunktur und Leistungsbilanz bewertet werden.

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    Wirkt Donald Trump auf die Wechselkurse?

    2. Die Rolle der Inflation bei der Prognose von Wechselkursen

    • Es kommt auf die Ursache der Inflation an

    Wer in Internetforen Beiträge zur Wechselkursentwicklung liest, stößt fast zwangsläufig auf zahlreiche Posts, in denen dieser oder jener Währung aufgrund hoher Staatsverschuldung mangelhafte Stabilität unterstellt wird. Damit verbunden sind Erwartungen im Hinblick auf eine steigende Inflation. Grund genug, einmal genau hinzusehen: Welchen Einfluss haben Inflationserwartungen auf den Wechselkurs?

    Inflation lässt sich sowohl mit sinkenden Wechselkursen als auch mit Wetten auf den steigenden Dollarkurs in Einklang bringen. Maßgeblich ist die Ursache der Inflation. Resultiert diese aus einer starken Nachfrage infolge expandierender Unternehmen und wachsender Beschäftigung mit steigendem Lohndruck? Dann sind steigende Wechselkurse wahrscheinlich. Steigt die Inflation ohne entsprechendes Wirtschaftswachstum, ist das ein Alarmsignal und Indiz für fallende Wechselkurse.

    Fünf-Billionen-Vohwinkel

    Nicht nur Hyperinflation wirkt sich auf den Wechselkurs aus

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    3. Sentiment und Technische Analyse im FX Handel

    Die Fundamentale Analyse ermöglicht eine grundlegende Einschätzung im Hinblick auf das Bewertungsniveau einer Währung. Gewichtige realökonomische Kräfte schlagen sich auf Dauer immer in den Wechselkursen nieder – aber eben nicht sofort. Deshalb sollten Anlageentscheidungen nicht allein aufgrund von Fundamentaldaten getroffen werden. Die Technische Analyse kann Hinweise auf einen geeigneten Einstiegszeitpunkt liefern.

     

    TradingView-Chart-EUR-USD

    Die Technische Analyse funktioniert auch im FX Markt

     

    4. Zusammenfassung: Wetten auf den Dollar: So kann es gehen

    • Wechselkurse schwanken – oft auch ohne Grund
    • Es kommt auf die Identifikation der wesentlichen, fundamental begründeten Trends an
    • Maßgeblich sind Zinsen, Konjunktur, Leistungsbilanz und Politik

    Wenn Sie die Entwicklung der Wechselkurse in den vergangenen Jahrzehnten betrachten, erkennen Sie Schwankungen, denen sich nicht immer eine Ursache zuordnen lässt. Betrachten Sie für die Fundamentalanalyse langfristige Trends und versuchen Sie, die aktuelle Kursentwicklung in diesen Kontext einzuordnen.

    Suchen Sie mit geeigneten Statistikprogrammen nach Kausalitäten und Korrelationen zwischen Leistungsbilanz, kurz- und langfristigen Zinsen, Industrieproduktion usw. einerseits und den Wechselkursen andererseits.

    5. Weiterführende Literatur: Eine Empfehlung

    Wer sich eingehender mit der Materie – der fundamentalen Analyse und Prognose von Währungen und anderen Märkten – auseinandersetzen möchte, dem sei der aus den 1990er Jahren stammende Titel „Schwager on Futures – Fundamentale Analyse“ des Autors Jack Schwager empfohlen. Schwager entwickelte in dem Werk ein multiples Regressionsmodell für die Prognose des USD/DM (Deutsche Mark) Wechselkurses. Der Titel zählt zum erweiterten Kreis der Standardwerke für Trader https://www.onlinebroker.net/aktienhandel-lernen/.

    Das Modell verknüpfte den deutschen Leistungsbilanzsaldo und die deutsche Industrieproduktion mit der kurzfristigen und der langfristigen Zinsdifferenz zwischen Deutschland und den USA und dem Inflationsunterschied zwischen beiden Währungsräumen. Von Ende der 1970er bis in die 1990er Jahre hinein erwies sich der Modellwert als aussagekräftig.

    Fazit

    Die Fundamentanalyse betrachtet die Wechselkurse anhand von Konjunktur, Zinsen, Leistungsbilanzen und weiteren Faktoren. Diese sind langfristig bestimmend für die Entwicklung einer Währung. Auch Privatanleger können mit etwas Übung und Engagement die „big trends“ im Hintergrund des FX Marktes identifizieren und einordnen lernen. Der Aufwand ist allerdings recht hoch, mitunter ist detaillierte Arbeit nicht ohne professionelle Statistikprogramme möglich.

    Wetten auf den Dollarkurs allein auf fundamentaler Grundlage sind für Trader nicht empfehlenswert: Die Technische Analyse sollte zumindest zur Bestimmung des Einstiegszeitpunktes herangezogen werden.

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