Binäre Optionen vs klassische Optionen – Unterschiede auf einen Blick

Binäre Optionen oder (klassische) Optionen? Welche Variante eignet sich für Trader – und wo genau liegen eigentlich die Unterschiede? Diese Frage möchten wir im Verlaufe dieses Ratgebers im Detail klären. Dabei werfen wir einen Blick zurück auf die Entstehungsgeschichte von Optionen, der gleichzeitig auch einen Einblick in deren Funktionsweiseermöglicht.

Außerdem stellen wir beide Anlageinstrumente im Detail vor und erklären, wo diese gehandelt werden können. Der Ratgeber erläutert zahlreiche Begriffe, die in Zusammenhang mit dem Optionenhandelstehen. So finden sich auch Anfänger schnell zurecht und können über einen zusätzlichen Broker Vergleich den passenden Anbieter finden.

Inhaltsverzeichnis

    Historischer Rückblick: Die Entstehung des Optionshandels

    Bevor wir uns im Detail mit dem Unterschied zwischen binären Optionen und klassischen Optionen auseinandersetzen, blicken wir einige Jahrhunderte in der Zeit zurück. Dieser Exkurs in die Niederlande des 17. Jahrhundertsstellt allerdings keine Unterrichtsstunde im Fach Geschichte dar, sondern zeigt die Anfänge des Handels mit Optionen auf. Diese sind eng verknüpft mit einer Blume, die eine der bedeutendsten Spekulationsblasen der frühen Neuzeit verursacht hat: der Tulpe.

    Diese gelangte Anfang des 17. Jahrhundertsvon der Türkei aus in die Niederlande, wo hiesige Züchter bald mit der Kreuzung der Pflanzen begannen. So entwickelten sich die anfangs einfarbigen Tulpen zu immer schöneren und selteneren, mehrfarbigen Blumen. Insbesondere unter den Aristokraten und der oberen Schicht des Bürgertums wurde sie dadurch immer begehrter, was ihren Preis zunehmend ansteigenließ. Begünstigt wurde dies durch die hohe Nachfrage bei gleichzeitig beschränktem Angebot.

    So sollte es nicht lange dauern, bis immer mehr Menschen mit der Zucht der Tulpe begannen, um ihrerseits von diesem Boom profitierenzu können. Die Pflanze wächst bekanntermaßen aus einer Zwiebel, daher konzentrierte sich der Handel in der Folgezeit hauptsächlich auf diese. Da sich die Zwiebel zum Zeitpunkt des Handels jedoch noch im Boden befand, musste ein entsprechendes Handelsinstrument geschaffen werden. Schließlich handelt es sich dabei um ein Gut, welches es erst in der Zukunft  geben würde – die Optionen waren geboren.

    Klassischer Optionshandel bei Plus500

    Klassischer Optionshandel bei Plus500

    Unterschiede zwischen historischem und heutigem Optionshandel

    In der Praxis sah ein Handel im 17. Jahrhundert nun so, dass der Käufer der Tulpenzwiebeln dem Züchter zusagte, zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Menge zu einem zuvor festgelegten Preis zu kaufen. An diese Abmachung hatten sich beide Seiten verbindlich zu halten. Für das Recht, die Ware später kaufen zu können, musste der Käufer zunächst einen Bruchteil der Summe anzahlen.

    Für beide Seiten ergab sich daraus zunächst ein Vorteil. Der Züchter hatte so bereits frühzeitig die Sicherheit, seine Ware am Ende der Saison auch tatsächlich verkauft zu haben. Der Käufer hingegen hatte die Möglichkeit, von der sich damals immer weiter drehenden Preisspiralezu profitieren. Ein Beispiel: ein Händler kauft bei einem Züchter für 50 Gulden eine Option, in einem halben Jahr Tulpenzwiebeln für 500 Gulden kaufen zu dürfen. Gleichzeitig spekuliert er darauf, dass der Tulpenpreis in der Zwischenzeit ansteigt und er die Ware umgehend für 1.000 Gulden weiterverkaufenkann.

    Falls seine Vorhersage eintrifft, kann er die Zwiebeln mit einem Gewinn von 500 Gulden weiterverkaufen. Falls sich der Preis jedoch nicht wie erwartet entwickelt oder gar fällt, erleidet er im schlimmsten Fall einen hohen Verlust. Hier liegt einer der größten Unterschiede im Vergleich zu heutigen Optionen. Käufer können sich zum Ausübungszeitpunkt entscheiden, ob sie den Handel durchführen wollen oder nicht. So beschränkt sich die Verlust maximal auf den getätigten Einsatz.

    Gut zu wissen

    Im Winter 1635/36 fand die stetige Preisentwicklung schließlich ihr Ende. Käufer waren nicht länger bereit, immer höhere Preise zu bezahlen. Überlieferungen zu Folge brach der Preis für Tulpenzwiebeln binnen kürzester Zeit um bis zu 95 Prozent ein. Schuld daran trägt jedoch nicht der Optionenhandel, sondern die irrationale Marktentwicklung, die heute als Tulpenmanie bekannt ist.

    Call & Put: Die Eigenschaften von klassischen Optionen

    Nachfolgend wollen wir uns den heutigen Optionen widmen. Gerade Einsteiger in das Trading haben oftmals Schwierigkeiten, die einzelnen Arten von Optionen zu unterscheiden. So grenzen sich binäre Optionenbeispielsweise klar von klassischen Optionen ab. Doch auch bei den klassischen Optionen müssen einige Arten voneinander unterschieden werden. Es gilt also: Option ist nicht gleich Option.

    Mit dieser Information im Hinterkopf werfen wir nun einen Blick auf verschiedene Arten von Optionen. Wir unterscheiden dabei grundsätzlich zwischen:

    • Call Optionen
    • Put Optionen

    Bei einer Call Option erwirbt der Trader das Recht, einen Basiswert bis zum Verfallsdatum der Option zum Ausübungspreiszu erwerben. Beim Ausübungspreis handelt es sich um den Preis, der zuvor festgesetzt wurde. Dieses Recht wird dem Anleger jedoch nicht einfach so zuteil, er muss zuvor eine Optionsprämie bezahlen. Diese erhält im Gegenzug der Verkäufer. Dadurch sichert er dem Käufer gleichzeitig zu, den Basiswert bei Ausübung der Optionauch tatsächlich zum Ausübungspreis zu liefern.

    Bei einer Put Option tritt exakt der umgekehrte Fall ein. Durch den Erwerb einer solchen Option erhält der Anleger das Recht, den Basiswert bis zum Verfall der Option zum Ausübungspreis zu verkaufen. Der Verkäufer hat gleichzeitig die Pflicht, den Basiswert zum Ausübungszeitpunkt anzunehmen. In diesen Zusammenhang fallen auch die Begriffe „Kaufen“ und „Schreiben“ einer Option. Unter Schreiben einer Option wird die Pflicht des Verkäufers verstanden, einen Basiswert zum Ausübungspreis abzunehmen oder zu liefern.

    Long & Short erweitern den Handlungsspielraum für Anleger

    Die Notierung einer Option beinhaltet alle relevanten Informationen. Genannt werden zunächst der der Option zugrundeliegende Basiswert und die Art der Option. Wie bereits dargelegt kann es sich hierbei um eine Call Option oder eine Put Option handeln. Weiterhin genannt werden das Verfallsdatum der Optionsowie der Ausübungspreis der Option. Bei einer Call Option stellt dieser den Preis dar, zu welchem der Basiswert vom Inhaber der Option gekauft werden muss. Bei einer Put Option hingegen den Preis, zu welchem dieser die Option kaufen muss.

    Das System der Call und Put Optionen kann nun noch um eine weitere Dimension erweitertwerden. Aus dem Aktienhandel sind beispielsweise die Begriffe „long“ und „short“vielen Anlegern bereits bekannt. Wer auf steigende Preise spekuliert, nimmt eine Long-Position ein. Eine Short-Position wird im Umkehrschluss eröffnet, wenn von fallenden Preisen ausgegangen wird. Auch beim Handel mit Optionen werden diese Begriffe verwendet, jedoch nicht als Synonym für Call und Put Optionen. Stattdessen erweitern sie den Handlungsspielraum für Anlegerwie in nachfolgender Tabelle dargelegt:

    Art der OptionAktionBegriffAnleger setzt auf
    CallkaufenLong Callsteigende Preise
    CallverkaufenShort Callsinkende Preise
    PutkaufenLong Putsinkende Preise
    PutverkaufenShort Putsteigende Preise

     

    Was auf den ersten Blick nun unnötig kompliziert erscheinen mag, lässt sich in der Praxis recht einfach erklären. Je nachdem, ob Optionen gekauft oder verkauft wurden, ohne dass der Anleger sie vorher besessen hat, handelt es sich um eine Call oder Put Option. Long und Short definieren nun, welche Preisentwicklung der Anleger erwartet.

    Plus500 bietet eine gute Auswahl an klassischen Optionen

    Plus500 bietet eine gute Auswahl an klassischen Optionen

    Unterschiede zwischen amerikanischen und europäischen Optionen

    Rund um den Globus werden verschiedene Arten von Optionen auf den Finanzmärkten gehandelt. Zu den am häufigsten gehandelten Optionengehören die beiden folgenden Arten, deren Name jedoch nicht automatisch auf den Handelsort schließen lässt:

    • Amerikanische Optionen
    • Europäische Optionen

    Wie bereits angedeutet, lässt der Name der beiden Optionsarten keine Rückschlüsse auf deren Entstehungs- oder Handelsort zu. Vielmehr handelt es sich dabei um unterschiedliche Stile im Hinblick auf den Zeitpunkt der Rechtewahrnehmung. Was bedeutet dies nun für den Anleger? Bei Optionen nach europäischem Stil ist es so, dass diese lediglich am Verfallstag ausgeübt werden können. Ein früherer Ausübungszeitpunkt (engl. „early exercise“) ist dadurch nicht möglich.

    Dies ist jedoch bei amerikanischen Optionen der Fall. Diese können zu jedem beliebigen Zeitpunkt vor dem Verfallsdatum ausgeübt werden. Inhaber einer Call Option können den Basiswert somit jederzeit einfordern. Gleichermaßen können Besitzer einer Put Option diesen zu jedem Zeitpunkt liefern.

    Wo werden amerikanische und europäische Optionen gehandelt? Die Antwort auf diese Frage klärt eindeutig, dass bei der Namensgebung nicht der Handelsort entscheidend war. So werden handelt es sich bei einem Großteil der Aktienoptionen, die an der Eurex gehandelt werden, um amerikanische Optionen. Diese können demnach auch vor dem Verfallsdatum ausgeübt werden. Um europäische Optionen handelt es sich bei Optionen auf den DAX-Index. Eine Ausübung vor dem Verfallsdatum ist dadurch nicht möglich.

    Binäre Optionen: so unterscheiden sie sich von den Klassischen

    Seit gut einem Jahrzehnt ist der Handel mit binären Optionen möglich. Diese gehören zu den Termingeschäften und sind ein Finanzderivat, das von den Standard-Optionen abgeleitet wurde. Sie werden auch zu den exotischen Optionengezählt. Der Handel findet oftmals außerbörslich, also over the counter (kurz: OTC) statt. Da dies Spielraum für Manipulationen bietet, warnen diverse Finanzaufsichtsbehörden regelmäßig vor dem Handel mit binären Optionen bei unregulierten Brokern.

    Zu diesen Behörden gehören neben der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)beispielsweise auch die Cyprus Securities and Exchange Commission (CySEC) oder die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA (European Securities and Markets Authorities).

    Bei binären Optionen können grundsätzlich nur zwei Ereignisse eintreten: entweder hat der Anleger richtig spekuliert und die Option landet im Geld. Oder die Option verfällt wertlos, wenn er mit seiner Vorhersage nicht Recht hatte. Zu klassischen Optionen weisen Binäroptionen folgende Unterschiedeauf:

    • Laufzeit: Klassische Optionen besitzen meist eine Laufzeit von mehreren Wochen oder Monaten. Hingegen können Binäroptionen auch eine Laufzeit von wenigen Minuten aufweisen.
    • Handelsplatz: Normale Optionen werden an der Börse gehandelt, wodurch sich die Preise durch Angebot und Nachfrage gebildet werden. Bei Binäroptionen wird die Preisbildung von den Market Makern bestimmt.
    • Eigenwert: Anleger spekulieren beim Kauf einer binären Option auf einen Kursverlauf. Dieser besitzt keinen eigenen Wert. Im Gegensatz dazu besitzt eine Option immer einen Wert, unabhängig vom Kursverlauf.
    • Art der Investition: Trader von binären Optionen erwerben das Recht, Geld für eine Kursentwicklung zu erhalten. Bei der klassischen Variante kann die Option gekauft und später wieder verkauft werden.
    CFD-Broker Plus500 ermöglicht den Handel klassischer Optionen

    CFD-Broker Plus500 ermöglicht den Handel klassischer Optionen

    Klassische Optionen können bei CFD Brokern gehandelt werden

    Auf einen Punkt, der im vorigen Absatz bereits erwähnt wurde, möchten wir an dieser Stelle nochmals näher eingehen. Dabei geht es um den Handelsplatz von Optionen. Wie dargelegt, handelt es sich bei binären Optionen um sogenannte OTC-Derivate. In dieser Eigenschaft leiten sie ihren Wert also einerseits von einem Basiswert ab. Andererseits werden sie dadurch nicht an einer Börse gehandelt, sondern direkt bei einem Market Makergekauft. Die Preisbildung ist insbesondere für Anfänger daher nicht immer nachvollziehbar.

    Klassische Optionen werden hingegen meist an Terminbörsen gehandelt. Dadurch ergibt sich der Vorteil der transparenten Preisbildung. Preismanipulationen sich an Börsen nicht möglich und es besteht kein Verlustrisiko durch Insolvenz des Emittenten. Der maximal mögliche Verlust entspricht dabei der Verlustprämie. Dies ist der Fall, sobald der Anleger sich entscheidet, die Option nicht auszuüben.

    Weiterhin ist es jedoch auch möglich, Optionen bei CFD Brokern zu handeln. Bei CFDs („Contracts for Difference“, dt. Differenzkontrakte) handelt es sich um ein immer beliebter werdendes Finanzinstrument. Bei diesem setzen Anleger auf die Kursentwicklung des zu Grunde liegenden Basiswertes, es handelt sich demnach um ein derivatives Finanzinstrument. Da Anleger bei Eröffnung einer CFD-Position Hebel einsetzen können, sind überproportional hohe Gewinne möglich.

    Da auch beim CFD-Handel Long- und Short-Positionenmöglich sind, eignet sich dieses Finanzinstrument zum Absichern von Depots. Da bei gehebelten Geschäften jedoch Zinsen zu bezahlen sind, wenn die Positionen über einen längeren Zeitraum gehalten werden, werden CFDs in der Regel maximal über wenige Tage gehalten. Eine Nachschusspflicht existiert für Privatanleger nicht mehr.

    Fazit: Einige Gemeinsamkeiten, aber deutliche Unterschiede

    Wie es die Überschrift dieses Fazits bereits andeutet, besitzen Optionen und binäre Optionen zwar einige Gemeinsamkeiten, jedoch auch gravierende Unterschiede. Diese machen sich vor allem am Laufzeitende bemerkbar. Da klassische Optionen börsengelistet sind, verfallen diese zu vorher festgelegten Zeitpunkten. Für Optionentrader ist in diesem Zusammenhang der dritte Freitag im Monatvon besonderer Bedeutung. An diesem verfallen viele Optionen und Anleger müssen sich entscheiden, ob sie diese ausüben oder verfallen lassen.

    Binäre Optionen hingegen haben keine festgesetzte Fälligkeit, ihre Laufzeit kann wenige Minuten oder mehrere Wochen betragen. Der Gewinn zum Laufzeitende ist bei Binäroptionen von Anfang an klar festgelegt. Wenn die Option in Geld aufgeht, erhält der Trader einen definierten Gewinn – unabhängig von der Kursentwicklung. Diese hat jedoch einen Einfluss auf den Gewinn beim Handel mit klassischen Optionen.

    Die Haltedauer beträgt bei binären Optionen stets bis zum Laufzeitende. Die klassische Option lässt jedoch auch die Möglichkeit zu, diese am Markt zu verkaufenoder vor Laufzeitende ausüben zu lassen. Hierzu muss sie sich jedoch im Geld befinden und eine amerikanische Option sein. Da der Handel mit Optionen mittlerweile auch bei CFD Brokern möglich ist, empfehlen wir Interessierten einen CFD Broker Vergleich. Nur so ist es möglich, den passenden Anbieter zu finden.

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