Binäre Optionen Risiko Management: So steuern Sie das Risiko

Die Risikokontrolle funktioniert anders als im Aktienhandel

Binäre Optionen Risiko Management
Risikomanagement bei Binären Optionen beschränkt sich auf den Einsatz, weil es sowieso um „Top oder Flop“ geht, heißt es oft. Allerdings lässt sich das Risiko bei Leiter Optionen etwas breiter streuen. Zudem ermöglichen immer mehr Broker die vorzeitige Schließung. Ändert das etwas am Grundprinzip?

  • Grundsätzlich funktionieren Binäre Optionen nach dem „Alles oder Nichts“-Prinzip
  • Das Risiko wird durch die Einsätze gesteuert
  • Einige Optionstypen ermöglichen eine breitere „Streuung“ der Position
  • Viele Broker lassen mittlerweile vorzeitige Schließungen zu
  • 0-100 Optionen können jederzeit verkauft werden
Inhaltsverzeichnis

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    1. Binäre Optionen sind nicht zwingend Top oder Flop – jedenfalls in der Theorie

    Das prinzipiell Binäre Optionen Risiko ist schnell erklärt: Tritt ein ganz genau definiertes Ereignis nicht ein, verfällt die Option wertlos. Es gibt Varianten dies Top- oder Flop-Prinzips: Einige Broker rechnen Optionen mit einem Restwert ab, so dass der Verlust nicht 100 %, sondern 95 % oder 90 % beträgt. Dafür fallen bei diesen Anbietern im Erfolgsfall die Renditen geringer aus.

    In den vergangenen Jahren hat sich das Angebot der Broker allerdings in einigen Punkten verändert. So kaufen immer mehr Broker laufende Kontrakte vor Fälligkeit zurück und ermöglichen damit prinzipiell Verlustbegrenzungen auf Trade-Ebene. Das Fehlen dieser Möglichkeit galt bislang als das größte Hindernis beim Binäre Optionen Risiko Management, das auf die Positionsgrößenbestimmung reduziert wurde.

    Leiter Optionen ermöglichen gestreute Einsätze und damit ein diversifiziertes Risiko und eignen sich damit prinzipiell auch für Bemühungen um eine Steuerung des Risikos.

    Viele Broker kaufen Optionen vorzeitig zurück

    Wie funktioniert ein vorzeitiger Rückkauf und wie lässt sich damit das Binäre Optionen Risiko reduzieren? Eine vorzeitige Schließung offener Positionen ist – sofern es der Broker anbietet – sowohl bei aus dem Geld als auch bei im Geld notierenden Optionen möglich.

    Zur Erinnerung: Notiert eine Option aus dem Geld, besteht ihr Wert ausschließlich aus dem Zeitwert. Das ist, vereinfacht dargestellt, der Marktwert der Chance auf eine Kursbewegung, die die Option noch im Geld enden lässt. Notiert eine Option im Geld, besitzt sie zusätzlich zum Zeitwert einen inneren Wert.

    Im Vergleich zu klassischen Optionen ergibt sich allerdings ein Unterschied. Notiert eine Binäre Option sehr weit im Geld, ist dies nicht am Kurs ersichtlich, weil die Option ohnehin zu einem festgelegten Betrag abgerechnet wird. Dennoch ist der innere Wert der Option größer als wenn der Markt nur wenige Ticks über dem Strike notiert. Der innere Wert einer Binären Option ergibt sich, vereinfacht, aus Ablaufrendite und dem Restrisiko eines doch noch eintretenden Totalverlustes.

    Wie wird der Schlusswert berechnet?

    Was also bezahlt ein Broker für eine Binäre Option, die während der Laufzeit glattgestellt wird? Die Antwort lautet leider: Das liegt im Ermessen des Brokers. Dieser kann letztlich einen beliebigen Preis aufrufen und abwarten, ob die Kunden zu diesem Preis zum Verkauf bereit sind.

    Einige Broker veröffentlichen für die Schlusswertberechnung Formeln, andere stellen ihren Kunden Tabellen zur Verfügung. Die Formeln sind jedoch nie eindeutig, weil eine Variable enthalten ist, deren Größe nur der Broker kennt.

    Bei aus dem Geld notierenden Optionen wirken die Veränderungen in die entgegengesetzte Richtung. Eindeutige Schlusswerte oder zumindest Richtwerte dafür lassen sich der Tabelle aber ebenso wenig entnehmen wie den Formeln anderer Broker. Das Problem besteht nicht in der finanzmathematischen Berechnung des fairen Wertes, sondern in den Abschlägen, die der Broker einkalkuliert.

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    0-100 Optionen sind für den fortlaufenden Handel konzipiert

    Etwas mehr Transparenz versprechen 0-100 Optionen, die je nach Broker z. B. auch als Digital 100´s bezeichnet werden. Diese Optionen sind anders konstruiert: Tritt das Basisereignis ein, erhält der Inhaber der Option pro vollem Kontrakt 100 EUR (bzw. 100 GBP, USD usw.). Tritt das Ereignis nicht ein, verfällt die 0-100 Option wertlos.

    Der wesentliche Unterschied zu anderen Binären Optionen besteht in der fortlaufenden Quotierung der Optionen durch den Broker. Dieser stellt laufend Ankaufs- und Verkaufskurse für die Optionen und tritt damit als Market Maker auf. Sinkt die Eintrittswahrscheinlichkeit des Basisereignisses, sinkt auch der Kurs der 0-100 Option.

    Aus dem Kurs ergibt sich zugleich die Quote, da die Ablaufrendite fix ist. Wird eine 0-100 Option z. B. für 10 EUR gekauft, beläuft sich die Quote auf 900 % bzw. 10:1. Werden dagegen 80 EUR gezahlt, beläuft sich die Rendite auf 25 % bzw. 1,25 : 1.

    0-100 Optionen funktionieren ansonsten wie andere Binäre Optionen bzw. Finanzwetten auch: Das Basisereignis kann z.B. dem Prinzip einer One Touch Option, einer einfachen Binären Option mit Eröffnung am Geld oder einer Paar Option nachempfunden sein. Auch finanzmathematisch ergibt sich kein Unterschied – es wird lediglich eine andere Skalierung des Optionspreises vorgenommen.

    Mit Leiter Optionen lässt sich eine Markterwartung „gestreut“ umsetzen

    Leiter Optionen – egal ob im Mantel einer 0-100 Option oder nicht – ermöglichen es Tradern, das Finanzwetten Risiko besser zu kontrollieren und das „Alles oder Nichts“-Prinzip von Digitaloptionen ein Stück weit zu entschärfen. Dazu ein Fallbeispiel.

    Der DAX notiert bei 10.600 Punkten. Sie rechnen mit einem Anstieg und überlegen, 100 EUR in eine einfache Call Option mit Eröffnung am Geld zu investieren. Das Risiko ist Ihnen jedoch zu groß. Sie teilen die Position deshalb in zehn kleinere Positionen zu jeweils 10 EUR auf.

    Sie eröffnen zehn Call Optionen mit identischer Laufzeit. Die Basispreise lauten:

    • 10.560 Punkte
    • 10.570 Punkte
    • 10.580 Punkte
    • 10.590 Punkte
    • 10.600 Punkte
    • 10.610 Punkte
    • 10.620 Punkte
    • 10.630 Punkte
    • 10.640 Punkte
    • 10.650 Punkte

    Fünf der Optionen notieren aus dem Geld, eine am Geld und vier im Geld. Sie verlieren 100 % Ihres Einsatzes nur dann, wenn der DAX unter 10.560 Punkten schließt. Schließt der Index bei 10.561 Punkten, erhalten Sie den Einsatz der Option mit dem niedrigsten Ausübungspreis sowie die darauf entfallende Rendite zurück. Mit jedem um zehn Punkte höheren Indexstand bei Fälligkeit verringert sich zunächst der Verlust, bis die Gewinnzone erreicht wird. Wann genau, hängt von den Renditen Ihres Brokers in der betreffenden Situation ab.

    Die Optionen mit den niedrigen Ausübungspreisen werden im Geld eröffnet und sind deshalb mit einer geringeren Rendite ausgestattet. Je höher der Ausübungspreis und je weiter die Optionen aus dem Geld notieren, desto höher ist die Rendite. Die aus dem Geld eröffneten Optionen bieten eine höhere Rendite als die am Geld eröffnete Option, so dass die verringerten Renditen der niedrigeren Strikes ausgeglichen werden können.

    Ein solcher Trade bietet ähnliche, maximale Gewinnchancen wie eine einfache Binäre Option mit Eröffnung am Geld. Auch das maximale Finanzwetten Risiko ist identisch: Im schlimmsten Fall kommt es zum Totalverlust. Der Unterschied besteht in der stetigeren Verteilung der Gewinne und Verluste über den abgedeckten Kursbereich hinweg.

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    Risikomanagement mit Leiter Optionen

    Im Hinblick auf das Finanzwetten Risikomanagement ist es durchaus ein Vorteil, wenn die Ergebnisse nicht von wenigen Indexpunkten abhängen und die Einsätze über einen größeren Kursbereich verstreut sind. Können die einzelnen Optionen vorzeitig geschlossen werden, ergeben sich hier weitere Möglichkeiten.

    Angenommen, im obigen Beispiel kommt es zu Kursgewinnen im DAX – der Index steigt um 30 Punkte auf 6.030 Punkte. Dann liegen drei zusätzliche Optionen im bzw. am Geld. Gleichzeitig ist der Kurswert der drei Optionen mit dem niedrigsten Ausübungspreis gestiegen, weil diese Kontrakte nun tiefer als zuvor im Geld notieren. Eine mögliche Vorgehensweise besteht nun darin, diese drei Optionen zu veräußern und einen Teilgewinn zu vereinnahmen.

    Durch diesen Schritt wird das Verlustrisiko maßgeblich reduziert, während die Gewinnchancen unverändert bleiben. Der Schritt kann wiederholt werden, wenn der DAX um weitere 30 Punkte zulegt. Diese Vorgehensweise ähnelt dem Nachziehen von Trailing Stop Loss Orders im Aktien- oder Terminhandel – allerdings nur im Hinblick auf partielle Gewinnmitnahmen und nicht hinsichtlich einer vollständigen Verlustbegrenzung.

    Trendfolgestrategie mit Leiter Optionen

    Trendkanal-Gold-Comex-Tradingview

    Trendkanäle eignen sich für Strategien mit Leiter Optionen

    Leiter Optionen können sich für Trendfolgestrategien eignen. Ausgangspunkt der Überlegungen ist dabei ein Trendkanal, wie er in der Abbildung oben für den Goldpreis zu sehen ist. Die Kurse bewegen sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren hinweg vom oberen Bereich des Kanals in den unteren Bereich.

    Sehr häufig kommt es nach dem „Abprallen“ des Marktes an einer Seite des Kanals zu einer Bewegung bis mindestens in die Mitte des Trendkanals. Im obigen Chart ist dies sowohl für Marktbewegungen in Richtung des Trends als auch für Korrekturen zu erkennen – der Abwärtstrend ist nicht so stark, dass Korrekturen nur sehr klein und kurzfristig ausfallen.

    Befindet sich der Markt am oberen Rand des Trendkanals, kann mit Leiter Optionen auf eine solche Bewegung hin zur Mitte gewettet werden. Dazu werden mehrere Put Optionen mit unterschiedlichen Ausübungspreisen gekauft: Der höchste Strike wird auf dem Niveau der oberen Kanallinie platziert, der niedrigste in der Mitte des Trendkanals bzw. etwas darunter.

    Tritt die erwartete Bewegung bis ins Zentrum des Kanals ein, sollten alle Put Optionen oder zumindest alle bis auf eine im Gewinn abgerechnet werden. Fällt die Kursbewegung nur sehr klein aus, werden zumindest nicht alle Einsätze verloren. Optimieren lässt sich die Vorgehensweise durch Filter. Ein solcher Filter kann z. B. vorsehen, keine Position zu eröffnen, wenn Indizien für einen Bruch des bestehenden Trends auftreten.

    2. Für laufende Kontrakte gibt es kaum Preistransparenz

    Egal, ob durch den fortlaufenden Handel bei 0-100 Optionen oder durch Rücknahmekurse des Brokers: Die Preistransparenz lässt aus Sicht der Kunden nach wie vor zu wünschen übrig. Bei 0-800 Optionen tritt der Broker als Market Maker auf – und muss sich dabei in vielen Fällen nicht einmal den strengen Augen einer Finanzaufsicht stellen. Der britische CFD Broker ETX Capital etwa wird im Handel mit Differenzkontrakten zwar durch die FCA beaufsichtigt – für Finanzwetten ist diese aber nicht zuständig.

    Broker bzw. Buchmacher verdienen ihr Geld bei 0-100 Optionen an den Spannen zwischen Ankaufs- und Verkaufskursen. Diese können je nach Anbieter, Basiswert und Tageszeit durchaus 5 % des Kontraktwertes (100 EUR) und mehr ausmachen. Die Kosten sind dadurch um Größenordnungen höher als im CFD Handel, wo Spreads im Bereich von 1-2 Punkten für DAX Kontrakte als marktüblich gelten.

    Broker können Margen hier sehr leicht platzieren

    Für Buchmacher ist das ein mehr als gutes Geschäft: Die Risiken werden innerhalb des Kundenbestands neutralisiert, die Spreads sind als Rohmarge zu verstehen. Diese fällt bei 0-100 Optionen allerdings tendenziell geringer aus als bei einfachen Binären Optionen mit Eröffnung am Geld, wo 10-20 % branchenüblich sind.

    Bislang existieren zu diesem Nischenbereich keine wissenschaftlichen Studien. Stichproben begründen allerdings die Annahme, dass die Quotierung bei 0-100 Optionen insbesondere in den Extrembereichen nahe null sehr ungünstig ist.

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    Mehr Risikomanagement rechtfertigt keine höheren Einsätze

    Durch den absehbaren Bedeutungszuwachs von 0-100 Optionen und die wachsende Zahl der Broker mit Möglichkeiten zur vorzeitigen Schließung wachsen auch die Möglichkeiten im Finanzwetten Risikomanagement. Daraus die Notwendigkeit bzw. Möglichkeit zu höheren Einsätzen abzuleiten, wäre aber falsch.

    Gelingt der Branche eine verbesserte Risikostruktur, stellt das lediglich die Abkehr von der bislang sehr randständigen Risikoverteilung dar. Binäre Optionen besitzen auch während der Laufzeit einen berechenbaren Wert und sind deshalb handelbar, wie es für konventionelle Optionen auch gilt.

    Generell sind die hier diskutierten Maßnahmen zu einem besseren Risikomanagement nicht geeignet, strikte Verlustbegrenzungsstrategien wie im Aktien- oder CFD Handel umzusetzen. Zum einen lassen sich Verluste nach wie vor nicht so „stufenfrei“ wie im Börsenhandel begrenzen, zum anderen sind Trader bei der Verlustbegrenzung von der Kursstellung des Brokers abhängig. Die Höhe der Einsätze bleibt das maßgebliche Instrument zur Risikosteuerung.

     

    3. Neutrale Richtpreise wären besser als mehr Regulierung

    Die Finanzaufsichtsbehörden reagieren auf Beschwerden über Intransparenz zumeist mit mehr Regulierung oder sogar Verboten. Die Lösung im Fall von Binären Optionen ließe sich dabei sehr viel einfacher umsetzen – sogar ganz ohne staatliche Intervention.

    Wünschenswert wären neutrale Richtpreise, die durch eine vertrauenswürdige Instanz berechnet werden und sich am finanzmathematisch fairen Wert orientieren. Dies würde nicht zwingend Livekurse für alle denkbaren Basiswerte und Optionstypen erfordern. Ausreichend wäre ein geprüftes und von jeglichen Interessen freies Rechentool, über das Kunden mit den Angaben aus ihrer Transaktionshistorie rückblickend den fairen Wert für gehandelte Optionen ermitteln können. Weicht ein Broker allzu stark von diesen Richtpreisen ab, könnten Kunden dies nachvollziehen und berechnen, was die entsprechende Option bei einem anderen Broker gekostet hätte.

    Fazit

    Die Positionsgrößenbestimmung bleibt für das Risikomanagement bei Binären Optionen und Finanzwetten maßgeblich. Dennoch gilt nicht mehr nur noch das Prinzip „Alles oder nichts“. Erstens wächst die Verbreitung von 0-100 Optionen, die fortlaufend gehandelt werden können – wenn auch zu den Kursen des Market Makers und mit recht breiten Spreads. Zweitens bieten immer mehr Broker Funktionen zur vorzeitigen Schließung von Positionen an – egal, ob diese im Geld notieren oder nicht. Drittens lassen sich die Risiken mit Leiter Optionen über einen größeren Kursbereich streuen.

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