Binäre Optionen Gewinne versteuern: Was Trader dem Finanzamt schuldig sind

Wann die Abgeltungsteuer greift und wie die Steuerlast reduziert werden kann

Gewinne aus dem Handel mit Binären Optionen unterliegen der Abgeltungssteuer. Wie hoch diese ausfällt, welche Verluste gegengerechnet werden können, wie sich die Steuerlast optimieren lässt und wie sich das Sitzland des Brokers auf die Besteuerung auswirkt, erfahren Sie hier.

  • Anleger mit Wohnsitz in Deutschland müssen Binäre Optionen Gewinne versteuern
  • Die Abgeltungsteuer beträgt 45 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer
  • Es gilt ein Freibetrag in Höhe von 801 EUR pro Jahr
  • Verluste können gegengerechnet werden
Inhaltsverzeichnis
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    1. Gewinne aus Binären Optionen fallen unter die Abgeltungsteuer

    Binäroptionen sind Termingeschäfte gemäß § 23 Einkommensteuergesetz. Anleger mit steuerlichem Wohnsitz in Deutschland müssen ihre Binäre Optionen Gewinne versteuern. Der Staat erhebt seit dem Jahr 2009 auf alle Kapitalerträge eine pauschale Steuer in Höhe von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer (Abgeltungsteuer).

    Finanzministerium Inschrift Leipziger Straße

    Der Staat besteuert Kapitalerträge mit der Abgeltungsteuer

    2. Die Steuerpflicht gilt auch für ausländische Broker

    Werden Bankkonten und Depots bei einer deutschen Bank geführt, führt diese automatisch die anfallenden Steuern an das Finanzamt ab. Einzige Ausnahme: Teilt der Kontoinhaber der Bank seine Konfession nicht mit, muss die gegebenenfalls anfallende Kirchensteuer selbst entrichtet werden. Abgesehen davon entfällt die Veranlagung der Kapitalerträge im Rahmen der Einkommensteuer.

    Wird ein Handelskonto oder Depot bei einem ausländischen Broker geführt, ändert es nichts an der Steuerpflicht. Der Broker mit Sitz im Ausland keine Zahlstellen der deutschen Finanzämter sind, müssen Kontoinhaber die Steuer allerdings selbst deklarieren und abführen. Das gilt auch, wenn ein im Ausland ansässiger Broker in Deutschland eine Zweigniederlassung unterhält. Nur vollwertige Tochtergesellschaften sind Zahlstellen des Finanzamts.

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    3. Buchmacher oder Broker? Spielt für das Finanzamt keine Rolle!

    Aus Sicht der Finanzämter spielt es darüber hinaus keine Rolle, ob ein im Ausland ansässiger Anbieter von Binären Optionen als Broker oder Glücksspielbetreiber lizenziert ist. Maßgeblich ist die deutsche Gesetzgebung, die Binäre Optionen als Termingeschäft einstuft und damit der Abgeltungssteuer unterwirft. Sie müssen deshalb auch Finanzwetten Gewinne versteuern, die bei einem Buchmacher anfallen.

    4. Was ist die Abgeltungsteuer?

    Die Abgeltungsteuer gilt in ihrer heutigen Form in Deutschland seit dem 01.01.09. Zuvor wurden Kapitalerträge wie zum Beispiel Zins- und Dividendeneinkünfte sowie Kursgewinne im Rahmen der Einkommensteuererklärung veranlagt. Die Höhe des Steuersatzes ergab sich dann aus dem individuellen Steuersatz des Anlegers.

    Deutsche Bank Merkblatt Abgeltungsteuer

    Banken geben Merkblätter zur Abgeltungsteuer heraus

    Die beiden wesentlichen durch die Abgeltungsteuer in Kraft getretenen Änderungen: Die Steuer wird nicht mehr individuell veranlagt, sondern direkt auf Bankebene eingezogen und mit abgeltender Wirkung an die Finanzämter abgeführt. Zudem gilt ein pauschaler und vom sonstigen Einkommen des Steuerpflichtigen unabhängiger Steuersatz in Höhe von 45 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

    Auf welche Gewinne wird Abgeltungsteuer erhoben?
    Die Abgeltungsteuer wird auf alle Erträge aus privatem Kapitalvermögen angewandt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Erträge laufend gezahlt werden (zum Beispiel jährliche Zinszahlungen) oder aus realisierten Wertveränderungen stammen (zum Beispiel Kursgewinne bei Aktien oder Binären Optionen).

    Besteuert werden Zinsen, Dividenden, Ausschüttungen von Investmentfonds und ausschüttungsgleiche Erträge, Stillhalterprämien, Gewinne aus Termingeschäften (Veräußerungen, Glattstellungen, Differenzausgleich zum Beispiel bei CFDs) sowie Veräußerungsgewinne in allen Wertpapiergattungen (Aktien, Investmentfonds, Zertifikate, Optionen usw.) Im Moment der Abrechnung im Geld lösen Binäre Optionen Abgeltungsteuer aus.

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    Steuersätze und Freibeträge
    Der Steuersatz der Abgeltungsteuer beträgt pauschal 25 %. Zusätzlich wird wie bei der Einkommensteuer der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % (bezogen auf den Steuerbetrag) erhoben. Der Gesamtsteuersatz der Abgeltungssteuer inklusive Solidaritätszuschlag beträgt dadurch 26,375 %. Unterliegt der Steuerpflichtige der Kirchensteuerpflicht, erhöht sich die Gesamtsteuerbelastung auf 27,1 % (bei 8 % Kirchensteuer) bzw. 28,0 % (bei 9 % Kirchensteuer).

    Jedem Steuerpflichtigen steht ein jährlicher Freibetrag in Höhe von 801 EUR (Sparerpauschbetrag) zur Verfügung. Um diesen in Anspruch zu nehmen, muss der kontoführenden Bank rechtzeitig ein Freistellungsauftrag erteilt werden. Kapitalerträge bis zur Höhe des Freistellungsauftrags (der sich auf mehrere Banken aufteilen lässt) werden auf diesen angerechnet und nicht der Besteuerung unterzogen. Für gemeinsam veranlagte Ehegatten beträgt der jährliche Sparerfreibetrag 1.602 EUR.

    Kapitalerträge werden in voller Höhe dem Steuerabzug unterworfen. Werbungskosten (etwa für die Depotführung, Fahrten zu Hauptversammlungen oder zum Anlageberater usw.) können nicht geltend gemacht werden. Steuermindernd wirkend ausschließlich unmittelbar im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Veräußerung von Wertpapieren anfallende Kosten.

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    Bei Binären Optionen fallen solche Kosten der Regel nicht an, da die meisten Broker auf explizite Transaktionsentgelte verzichten. Allenfalls, wenn für die vorzeitige Schließung einer Position eine explizite Gebühr anstelle eines Abschlags zum rechnerischen Wert anfällt, kann diese die Steuerbasis mindern. Mutmaßlich gilt dies auch für Entgelte im Zusammenhang mit von Kunden gewünschten Rollover Prozessen.

    Im Aktienhandel werden die beim Kauf anfallenden Transaktionskosten dem Einstandspreis zugeschlagen und die beim Verkauf anfallenden Gebühren vom Verkaufspreis abgezogen. Damit verringert sich bei der Realisierung von Veräußerungsgewinnen deren Höhe und damit auch die Besteuerungsbasis.

    Nicht unter die Abgeltungsteuer fallen lediglich Immobilien, Fremdwährungsvaluta (also zum Beispiel Guthaben auf Fremdwährungskonten) und physische Rohstoffe und Edelmetalle. Veräußerungsgewinne aus diesen Wirtschaftsgütern werden unverändert im Rahmen der Einkommensteuer berücksichtigt und mit dem individuellen Steuersatz des Steuerpflichtigen belastet. Veräußerungsgewinne im Zusammenhang mit Immobilien sind nach Ablauf einer zehnjährigen Haltefrist steuerfrei. Für physische Edelmetalle gilt ebenso wie für Fremdwährungsvaluten ohne Verzinsung eine einjährige Haltefrist; für Fremdwährungsvaluten mit Verzinsung eine zehnjährige Haltefrist.

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    Die frühere Haltefrist für Veräußerungsgewinne aus Wertpapiergeschäften wurde abgeschafft. Bis einschließlich zum Jahr 2008 erworbene Wertpapiere fallen unter die alte Regelung: Wird nach Ablauf einer Frist von mindestens einem Jahr ein Veräußerungsgewinn erzielt, unterliegt dieser nicht der Besteuerung. Dividenden werden heute in voller Höhe besteuert, das frühere Halbeinkünfteverfahren (lediglich die Hälfte der Dividendenzahlung wurde besteuert) wird nicht mehr angewandt.

    Verlustverrechnungstöpfe
    Gewinne aus Kapitalerträgen können grundsätzlich mit Verlusten verrechnet werden, so dass lediglich die Differenz einer Besteuerung unterliegt. Dies gilt nach einem BFH-Urteil vom Januar 2016 (veröffentlicht im März 2016) auch für Verluste, die durch das „Verfallenlassen“ von Optionen entstehen.

    Der Bundesfinanzhof (BFH) veröffentlichte dazu eine Pressemitteilung:
    „Verluste aus dem Verfall von Optionen mindern die Einkünfte aus Kapitalvermögen, wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit drei Urteilen vom 12. Januar 2016 (IX R 48/14, IX R 49/14 und IX R 50/14) entgegen der Rechtsauffassung des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) entschieden hat.“

    Es ging in den verhandelten Fällen zwar nicht um Binäre Optionen, sondern um Optionsscheine. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Rechtsprechung ihre Auffassung auch für Binäre Optionen und Terminmarktoptionen vertritt.

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    „In den Streitfällen hatten Privatanleger jeweils Aktien- und Indexoptionen erworben. Der Kurs der Wertpapiere und Aktienindizes entwickelte sich nicht wie erwartet. Die Optionen „liefen aus dem Geld“ und mussten nach dem Ende der Laufzeit als wertlos aus den Wertpapierdepots der Anleger ausgebucht werden. Die Steuerpflichtigen machten den Wertverlust als Werbungskosten bei ihren Einkünften aus Kapitalvermögen geltend.“

    Binäre Optionen werden bei Nichteintritt des Profitereignisses i.d.R. ebenso wie Optionsscheine vollständig wertlos. Einige Broker rechnen aus dem Geld auslaufende Optionen auch mit geringen Restwerten von z. B. 5 % des Einsatzes ab. Diese Praxis ist auch aus dem Bereich der KO-Zertifikate bekannt und wurde lange Zeit mit steuerlichen Gesichtspunkten begründet. Dem Urteil folgend, dürfte es fortan keine Rolle mehr spielen, ob ein Restwert angesetzt oder eine Option vollständig wertlos ausgebucht wird.

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    „Der BFH erkennt die Verluste aus dem Verfall der wertlos gewordenen Optionen steuerlich an. Optionsbedingte Verluste sind danach bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a des Einkommensteuergesetzes zu berücksichtigen. Dies folgt aus dem Wortlaut, der systematischen Stellung und dem Sinn und Zweck der Regelung. Es ist dabei unerheblich, ob der Anleger aufgrund der Option auch den zugrundeliegenden Basiswert erwirbt oder ob er einen sich aus dem Optionsgeschäft ergebenen Unterschiedsbetrag in bar ausgleicht. Der BFH betrachtet die Anschaffung der Option und den Ausgang des Optionsgeschäfts als Einheit. Die Steuerpflichtigen dürfen daher den Wertverlust mit anderen Einkünften aus Kapitalvermögen (z.B. Einnahmen aus Zinsen oder Dividenden) verrechnen und steuerlich nutzen.“

    Binäre Optionen sehen ausnahmslos „Cash Settlement“ vor: Der Inhaber einer Call Option hat keinen Anspruch auf die physische Lieferung des Basiswertes, sondern lediglich auf den Barausgleich des inneren Wertes der Option. Dieser innere Wert wird bei Binären Optionen anderes berechnet als bei klassischen Optionen. Dennoch lässt sich die Logik des Urteilsspruchs 1:1 auch auf Digitaloptionen anwenden.

    „Mit seinen Urteilen wendet sich der BFH ausdrücklich gegen die Auffassung des BMF (BMF-Schreiben vom 9. Oktober 2012, BStBl I 2012, 953, Rz. 27 und vom 27. März 2013, BStBl I 2013, 403). Die Urteile sind auch deshalb von besonderer Bedeutung, da sie zur heute geltenden Rechtlage nach Einführung der Abgeltungssteuer ergangen sind.“

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    Die Logik des Gerichts ist für Trader erfreulich. Es wäre zu bedauern, würden nur durch eine dem Kauf folgende Transaktion aktiv realisierte Verluste steuerlich anerkannt. Es ist davon auszugehen, dass das Urteil auch für Steuerpflichtige gilt, die Konten bei Buchmachern besitzen und in diesem Zusammenhang angefallene Finanzwetten Gewinne versteuern müssen.

    (BFH-Urteil vom 12. Januar 2016 (IX R 48/14, IX R 49/14, IX R 50/14), veröffentlicht am 2. März 2016)

    Generell gibt es Einschränkungen bei der Verlustverrechnung. Verluste aus der Veräußerung von Aktien können nur mit Gewinnen aus der Veräußerung von Aktien verrechnet werden. Verluste aus allen anderen Wertpapieranlagen inklusive Termingeschäften und Binären Optionen können dagegen mit allen positiven Kapitalerträgen verrechnet werden. Dies schließt neben Veräußerungsgewinnen auch Zins- und Dividendenzahlungen sowie Erträge aus Investmentfonds mit ein. Generell ausgeschlossen ist die Verrechnung von negativen Kapitalerträgen (also Verlusten) mit positiven Einkünften aus anderen Einkunftsarten wie zum Beispiel einem Angestelltenverhältnis oder einem Gewerbebetrieb.

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    Banken berücksichtigen Verluste bei der Bemessung der Steuer automatisch. Dazu werden für jeden Kunden zwei Verlustverrechnungstöpfe geführt: Ein Verlustverrechnungstopf für Verluste aus Aktienverkäufen und ein Verlustverrechnungstopf für alle anderen negativen Kapitalerträge. Darunter fallen zum Beispiel auch gezahlte Stückzinsen. Fällt ein Gewinn aus der Veräußerung von Aktien an, wird dieser zunächst gegen vorhandene Verluste im Verlustverrechnungstopf Aktien abgerechnet und nur die verbleibende, positive Differenz der Besteuerung unterzogen. Wird mit einer Binären Option ein Gewinn realisiert, mit dieser zunächst gegen den sonstigen Verlustverrechnungstopf abgerechnet.

    Verlustüberhang und Verlustbescheinigung
    Fallen die Verluste in einem Kalenderjahr größer aus als die Gewinne (Verlustüberhang), überträgt die depotführende Bank den überhängenden Verlust automatisch ins nächste Kalenderjahr. Dadurch können im Folgejahr anfallende, positive Kapitalerträge zunächst mit den Verlusten verrechnet werden.

    Verlustverrechnungstöpfe und Verlustüberhänge betreffend allerdings nur die Verrechnung von positiven und negativen Kapitalerträgen, die bei einer einzelnen Bank erzielt werden. Fallen bei Bank A Gewinne und bei Bank B Verluste an, können Anleger bei Bank B eine Verlustbescheinigung beantragen und diese bei Bank A vorlegen. Bank A wird in diesem Fall zu viel berechnete Abgeltungssteuer zurückerstatten. Verlustbescheinigungen können getrennt für die Verlusttöpfe Aktien und Sonstige beantragt werden. Anleger müssen den Antrag in der Regel bis zum 15. Dezember stellen. Wird eine Verlustbescheinigung unwiderruflich beantragt, unterbleibt die Übertragung eines Verlustüberhangs ins folgende Kalenderjahr.

    Liquiditätsvorteil durch Auslandsbroker?
    Broker (und Buchmacher) mit Sitz im Ausland führen keine Abgeltungssteuer an die deutschen Finanzbehörden ab. Kontoinhaber sind selbst dafür verantwortlich, die Erträge im Rahmen der Steuererklärung zu melden und die Steuern zu bezahlen.

    Die Veranlagung von Kapitalerträgen im Rahmen der Einkommensteuer erfolgt allerdings mit einer deutlichen Zeitverzögerung im Vergleich zur zumeist sehr kurzfristigen Belastung der Abgeltungssteuer. Während diese direkt von realisierten bzw. vereinnahmten Erträgen abgezogen werden kann, kann es bis zur effektiven Fälligkeit veranlagter Einkommensteuer mehrere Jahre dauern.

    Auslandsbroker werben damit und verweisen auf den dadurch entstehenden Liquiditätsvorteil. So wird mitunter vorgerechnet, dass die Erträge deutlich höher ausfallen, wenn ein zwischenzeitlicher Abzug von Liquidität unterbleibt. In der Tat können deutsche Banken und Broker dies nicht bieten.

    Lynx Liquiditätsvorteil Rechnung

    Auslandsbroker werben mit dem Liquiditätsvorteil

    Auch bei inländischen Brokern erfolgt allerdings gegebenenfalls eine Liquiditätsoptimierung. Das ist der Fall, wenn im laufenden Steuerjahr bereits ein Kapitalertrag der Besteuerung unterzogen wurde und im weiteren Jahresverlauf ein negativer Kapitalertrag hinzukommt. Bank bzw. Broker werden in diesem Fall rückwirkend bis zum Beginn des Kalenderjahres bereits abgezogene Steuer zurückzahlen, soweit es durch die Verlustverrechnung möglich ist.

    Historie, Motivation und Zukunft der Abgeltungsteuer
    Die Abgeltungsteuer wurde im Jahr 2008 nicht zuletzt mit dem Ziel eingeführt, die Bemessungsgrundlage für die Besteuerung von Kapitalerträgen zu verbreitern. Damals wurde davon ausgegangen, dass ein erheblicher Teil der Steuertatbestände gar nicht erfasst wird bzw. dies nur mit einem hohen Aufwand möglich sei.

    Umstritten war von Beginn an, dass der Steuersatz niedriger ausfällt als der Spitzensteuersatz bei der Einkommensteuer. Dies rechtfertigte der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück mit dem medial pointierten Satz: „Besser 25 % von X als 42 % von Nix“. Seitdem wird über die Angemessenheit des Steuersatzes diskutiert. Mitunter wird in der öffentlichen Diskussion allerdings unterschlagen, dass die Reform nicht nur einen geringeren Steuersatz, sondern auch die Abschaffung des Halbeinkünfteverfahrens für Dividenden und der Steuerbefreiung für Veräußerungsgewinne nach Ablauf einer einjährigen Haltefrist vorsah.

    Schäuble Portrait BMF

    Bundesfinanzminister Schäuble erwägt die Abschaffung der Abgeltungssteuer

    Seit einigen Jahren wächst der Bundesregierung offenbar wieder die Bereitschaft zur Abschaffung der Abgeltungsteuer zugunsten einer Veranlagung mit dem persönlichen Steuersatz. Erstens sind seit dem Jahr 2008 die Kontroll- und Aufdeckungsmöglichkeiten der Finanzbehörden deutlich gewachsen, sodass Steuervermeidung (auch grenzüberschreitend) in weitaus weniger Fällen relevant sein dürfte als früher. Zudem stehen durch die mögliche Umstellung Steuermehreinnahmen im Bereich von 2 Milliarden EUR pro Jahr im Raum.

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    5. Gewinne einfach nicht angeben? Ganz schlechte Idee!

    Anleger könnten auf die Idee kommen, bei Binäre Optionen Brokern im Ausland erzielte Gewinne den deutschen Finanzbehörden schlicht nicht zu melden und dadurch die Binäre Optionen Abgeltungsteuer zu vermeiden. Von derartigen Überlegungen ist dringend abzuraten. Finanzämter innerhalb der Europäischen Union verfügen mittlerweile über ein dichtes Netz an Möglichkeiten zum Informationsaustausch. Darüber hinaus führen die Finanzämter in Deutschland seit Jahren eine stetig wachsende Zahl an Kontenabrufen durch. Es ist sehr wahrscheinlich, dass eine auf diese Art begangene Steuerhinterziehung aufgedeckt und unter anderem strafrechtlich geahndet wird.

    6. Wie lässt sich die Steuer reduzieren?

    Es gibt einzelne legale Steuertricks, deren Tragweite allerdings begrenzt ist. Wenn kurz vor dem Ende eines Kalenderjahres Optionen mit Fälligkeit im Folgejahr weit aus dem Geld liegen und eine Abrechnung im Geld unmöglich erscheint, kann die vorzeitige Schließung dieser Positionen Sinn machen. In diesem Fall wird die Realisierung der Verluste noch dem laufenden Steuerjahr zugeschrieben, so dass positive Kapitalerträge damit verrechnet werden können.

    HB Abgeltungsteuer sparen Headline

    Allzu viele legale Steuertricks gibt es nicht

    Als negative Kapitalerträge zählen auch Stückzinsen, die Sie beim Kauf von festverzinslichen Wertpapieren (Anleihen) zahlen. Sieht eine Anleihe zum Beispiel eine jährliche Zinszahlung von 6 % jeweils am 31. Dezember vor und kaufen Sie das Papier am 30. Juni, müssen Sie dem Verkäufer der Anleihen Stückzinsen Höhe von 3 % des Nennwertes bezahlen. Diese gezahlten Stückzinsen können mit positiven Kapitalerträgen verrechnet werden. Dadurch lässt sich für das laufende Steuerjahr eine Reduzierung der Abgeltungssteuer erreichen.

    Liegt der persönliche Steuersatz bei der Einkommensteuer unterhalb von 25 %, können Sie die Kapitalerträge über die Anlage KAP bei der Einkommensteuer veranlagen. In diesem Fall erhalten Sie die zu viel gezahlte Steuer zurück.

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    7. Fazit

    Trader müssen Binäre Optionen Gewinne versteuern – ganz egal, ob bei einem Broker oder einem Buchmacher gehandelt wird und wo dieser seinen Sitz hat. Es gilt die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer damit eine Gesamtsteuer von bis zu 28 %. Die Steuer fällt auf sämtliche Kapitalerträge abzüglich der Verluste an und wird von Banken und Brokern in Deutschland direkt an das Finanzamt abgeführt. Wer über Auslandsbroker handelt, kann die Steuer selbst abführen und gewinnt Liquiditätsvorteile. Das BFH-Urteil aus 2016 stellt klar, dass Verluste aus Optionen verrechnet werden können.

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