Binäre Optionen Broker mit Startguthaben: Schnäppchenjagd auch nach dem CySEC-Hammer

Buchmacher mit Glückspiellizenz bieten noch Boni an

Binäre Optionen Broker mit Startguthaben
Im Dezember 2016 hat die zypriotische Finanzaufsicht CySEC Bonuszahlungen weitgehend untersagt. Einzahlungsboni sind aber weiterhin über Finanzwetten Anbieter mit Startguthaben erhältlich. Wir haben uns das Verbot der CySEC, die verbleibenden Alternativen und die Auswirkungen auf die Branche insgesamt angesehen.

  • Die CySEC hat Boni im Dezember 2016 verboten
  • Broker dürfen seitdem nicht mehr mit Einzahlungsboni werben
  • Finanzwetten Anbieter mit Glücksspiellizenz sind von der Verordnung nicht betroffen
  • Ob es in Zukunft neugestaltete Boni geben wird, ist unklar
  • Boni sind kein Qualitätskriterium, aber auch nicht gefährlich
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CySEC-Logo-Screenshot

Die CySEC hat Einzahlungsboni weitgehend verboten

Am 30.11.16 veröffentlichte die zypriotische Finanzaufsichtsbehörde CySEC im Rahmen eines Rundschreibens einen Erlass, der Brokern die bei zypriotischen Anbietern weit verbreitete Praxis der Bonusangebote untersagt.

Demnach sind Boni verboten, die Privatkunden gegenüber einen Anreiz zum Handel in „komplexen spekulativen Produkten wie CFDs, Binären Optionen und FX“ darstellen. Nach Lage der Dinge sei es unwahrscheinlich, dass ein Broker, der solche Boni anbietet, nachweislich ehrlich, fair und professionell sowie im besten Interesse seiner Kunden handle. Damit wurde das Verbot mit einem relativ unspezifischen Verweis auf den Art. 36,1 des Investment Services and Activities and Regulated Markets Law begründet.

Da ein erheblicher Teil der Binäre Optionen- und CFD Broker in Europa in die Zuständigkeit der CySEC fällt, stellt das Verbot eine erhebliche Intervention der Behörde dar. Schließlich warben noch im vergangenen Herbst zahlreiche Broker aus Zypern mit Einzahlungsboni in verschiedenen Varianten.

Das Verbot fiel in eine Phase turbulenter Umbrüche in der Branche. Diese steht seit geraumer Zeit unter Druck. Binäre Optionen Brokern wird die Übervorteilung von Kunden vorgeworfen, der Handel mit Digitaloptionen wird von Kritikern als dem Glücksspiel nahe verwandt kritisiert. Die Boni, so ein häufiger Vorwurf, erweckten eher den Eindruck eines Online Casinos als den seriös regulierter Finanzinstitute.

Inhaltsverzeichnis

    1. Wertung und Kritik: Wie sinnvoll ist das Verbot?

    Ist das Binäre Optionen Bonus Verbot der CySEC sinnvoll? Eine pauschale Antwort darauf fällt schwer. Sicherlich verfügt die CySEC in Zypern über die administrativen Möglichkeiten, Bonusangebote einheimischer Broker fortan zu unterbinden. Das Verbot ist damit zumindest wirksam im Sinne der vollstreckbaren Umsetzung im Machtbereich der Behörde.

    Ob ein generelles Verbot von Neukundenboni sinnvoll ist, bleibt dagegen offen. Letztlich hängt es davon ab, ob die zuvor ausgelobten Bonuszahlungen tatsächlich mit dem Interesse der Kunden nicht vereinbar waren. Dabei ist im besten Sinne von mündigen Kunden auszugehen, die keiner (wenn auch gegebenenfalls gut gemeinten) Bevormundung durch Behörden bedürfen.

    Unter diesem Aspekt erscheint das Bonusverbot eher zweifelhaft. Schließlich bestand bei allen in 2016 erhältlichen Bonusangeboten für Kunden die Möglichkeit, den Bonus gänzlich abzulehnen. Letztlich wurde ein Angebot verboten, das Kunden annehmen konnten, aber nicht mussten.

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    2. Wie „gefährlich“ ist ein Bonus?

    Das Verbot eines solchen Angebots impliziert, dass mit einem Bonus Gefahren und Risiken einhergehen, die für einen erheblichen Teil der Anleger nicht erkennbar sind. Zudem könnten mit einem solchen Bonus Verhaltensweisen auf den Plan gerufen werden, die objektiv betrachtet schädlich sind – etwa eine stark erhöhte Neigung zum Risiko.

    Die CySEC begründet das Verbot allerdings nicht inhaltlich, sondern bleibt bei der Begründung eher vage. Das gilt auch für die meisten Kritiker, die sich zwar an der optischen Aufmachung und der „Kultur“ von Einzahlungsboni stören, aber in aller Regel nicht den Nachweis konkreter Benachteiligungen der Kunden erbringen.

    Eine solche durch den Bonus begünstigte, verhaltensbedingte Benachteiligung läge zum Beispiel vor, wenn nach der Gutschrift eines 100-prozentigen Einzahlungsbonus Positionen stets mit dem doppelten Betrag von dem eröffnet werden, was ohne Einzahlungsbonus eingesetzt worden wäre. Ein Beispiel: Ein Kunde zahlt 500 EUR auf ein Handelskonto ein und erhält als Bonus weitere 500 EUR. Anstatt pro Position 25 EUR bzw. 5 % des Eigenkapitals zu setzen, werden 50 EUR bzw. 5 % der Summe aus Eigenkapital und Bonusgutschrift gesetzt.

    Diese Vorgehensweise unterstellt, dass die Bonusgutschrift durch Kunden so behandelt wird wie tatsächliches Eigenkapital. Um solches handelt es sich aber nicht: Die Bonusbedingungen (siehe nächster Abschnitt) legen fest, dass die Bonusgutschriften erst nach dem Erreichen einer festgelegten Umsatzgrenze dem Eigenkapital zuzurechnen sind und bis dahin eine Art Eigenkapital im Schwebezustand bzw. Eigenkapital auf Widerruf darstellen.

    Im Falle einer solchen Fehlinterpretation kann ein Bonus tatsächlich zu unerwünschten Nachteilen führen. Von solchen Nachteilen ist insbesondere auszugehen, wenn die Einsätze im Angesicht der Bonusgutschrift über das eigentlich gebotene Maß hinaus erhöht werden. In einem solchen Fall wirkt eine längere Verlustserie besonders verlustreich, da das Eigenkapital schneller aufgezehrt wird. Ist dies der Fall, bevor die Bonusgutschrift unwiderruflich in Eigenkapital umgewandelt wird, können sowohl Eigenkapital als auch Bonus verloren sein. Dazu ein Fallbeispiel.

    Beispiel A: 500 EUR Einzahlung, kein Bonus

    Angenommen sei ein Einsatz in Höhe von 25 EUR pro Position. Aufgrund einer sehr ungünstigen Marktsituation kommt es zu zehn aufeinanderfolgenden Verlustpositionen. Der Kontoinhaber verliert 250 EUR bzw. 50 % seines Eigenkapitals.

    Beispiel B: 500 EUR Einzahlung, 500 EUR Bonus

    In diesem Beispiel wird ein Binäre Optionen Broker mit Startguthaben gewählt. Dieser gewährt eine Bonusgutschrift in Höhe von 100 % der Ersteinzahlung. In diesem Fall werden 500 EUR eingezahlt, weitere 500 EUR werden als Bonus auf dem Handelskonto zur Verfügung gestellt.

    Der Kontoinhaber entschließt sich, anstelle von 25 EUR nun 50 EUR pro Position einzusetzen und erleidet wie schon im vorangegangenen Beispiel eine Serie von zehn aufeinanderfolgenden Verlusten. Wie gestaltet sich die Situation in diesem Fall?

    In den Bonusbedingungen war vereinbart, dass die Bonusgutschrift in Eigenkapital umgewandelt wird, wenn ihr eigenes Zehnfaches im Handel umgesetzt wurde. Bei einer Bonusgutschrift in Höhe von 500 EUR entspricht dies Umsätzen Höhe von 5.000 EUR. Im Rahmen der zehn defizitären Trades hat der Kontoinhaber jedoch lediglich 500 EUR umgesetzt.

    Würde der Kontoinhaber das Konto nun auflösen, könnte lediglich ein Teil der auf dem Handelskonto verbliebenen 500 EUR ausgezahlt werden. Wie groß dieser Teil ist, hängt von den Bonusbedingungen ab. Im schlechtesten Fall rechnet der Broker vor, dass alle bisherigen Verluste auf das Eigenkapital entfallen und deshalb kein Geld für Auszahlungen zur Verfügung steht. Im besseren Fall werden die Verluste paritätisch auf Eigenkapital und Bonusgutschrift aufgeteilt.

    Ein wirklicher Fehlanreiz läge vor, wenn der Kontoinhaber durch weitere Einzahlungen den Versuch unternähme, die Bonusgutschrift schnell in Eigenkapital umzuwandeln und dabei seine persönlichen finanziellen Verhältnisse überschreitet. Dies wäre im obigen Beispiel etwa durch die Einzahlung von 4500 EUR und deren Einsatz im Handel denkbar.

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    3. Wie sehen typische Bonusbedingungen aus?

    Wie aber sehen bzw. sahen die Bonusbedingungen in der Praxis aus? Wir haben dazu die Bonusbedingungen mehrerer Binäre Optionen Broker mit Startguthaben untersucht. Im Mittelpunkt sollen dabei nicht die Höhe des Bonusbetrages, sondern die Bedingungen für die Umwandlung in Eigenkapital und das Verfahren bei Auszahlungen vor Erreichen der Umsatzgrenze stehen.

    Eine kurze Anmerkung: In den Darstellungen unten wird das Präsens verwendet, auch wenn dieser Text nach dem Verbot der CySEC entstand und zu diesem Zeitpunkt Boni bereits weitgehend verboten waren.

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    Bei IQ Option heißt es in Abschnitt 5.3. der Bonusbedingungen:

    Sobald der Kunde eine Einzahlung tätigt und einen Bonus in Anspruch nimmt, besteht sein Kontoguthaben zum einen Teil aus „Realen Geldern“ und zum anderen Teil aus „Bonusgeldern“. Das Verhältnis zwischen den realen und den Bonusgeldern ist dem Verhältnis zwischen den ursprünglich eingezahlten realen Geldern und dem aktivierten Bonusbetrag gleich. Also, wenn der Kunde einen Bonus aktiviert, besteht jeder gemachte Gewinn bzw. Verlust aus realen Geldern und Bonusgeldern.

    Beispiel:

    Der Kunde hat ursprünglich $200 eingezahlt und einen Bonus von $200 aktiviert. Das gesamte Kontoguthaben beträgt auf solche Weise $400. Das bedeutet, dass das Verhältnis zwischen realen und Bonusgeldern 0,5 beträgt (200/400 = 0,5). Das bedeutet, dass jeder $1, den der Kunde in seinem Handel benutzt, 0,5 der realen Gelder und 0,5 der Bonusgelder beträgt.“

    Gemäß Abschnitt 5.4.1 der Bedingungen erfordert eine Auszahlung von Einzahlungsboni den 35-fachen Umsatz der Bonusgutschrift im Handel. Ein Bonus in Höhe von 100 EUR erfordert somit Umsätze in Höhe von 3.500 EUR, jeweils bezogen auf die bei der Eröffnung einer Position fälligen Optionsprämien. Doch wie verfährt IQ Option, wenn Kunden vor Erreichen der Umsatzbedingung einen Antrag auf Auszahlung stellen? Dies wird in Abschnitt 6. der Bedingungen erläutert.

    Dort heißt es: „Der Betrag, den der Kunde zur Auszahlung bringen kann, wird auf folgende Weise berechnet: der Koeffizient der realen Gelder (0<Koeffizient<1) wird mit dem laufenden Kontostand multipliziert.“

    Als Beispielrechnung führt der Broker an: „Die ursprüngliche Einzahlung von $200 + der aktivierte Bonusbetrag von $200 = $400 mit dem Koeffizienten 0,5 (reale Gelder von $200 werden durch den gesamten Betrag von $400 geteilt).

    Gewinne und Verluste werden gemäß des Koeffizienten hypothetisch in auszahlbare und nicht auszahlbare Gewinne unterteilt: „Beim Gewinn von $100 beträgt der neue Kontostand $500. Der Kunde kann $250 auszahlen ($500 multipliziert mit 0,5).“ Wird die Umsatzbedingung erfüllt, wird die Bonusgutschrift in Eigenkapital umgewandelt. Zudem werden aus den nicht auszahlbaren automatisch auszahlbare Gewinne.

    Das gilt analog im Verlustfall: „Verliert der Kunde $100, beträgt der neue gesamte Kontostand $300. Der Kunde kann $150 auszahlen ($300 multipliziert durch 0,5).

    Stockpair-Logo

    Stockpair nennt Neukundenboni „Treueprämie“

    Bei dem ebenfalls in Zypern ansässigen Broker Stockpair gibt es zwei Bedingungen, unter denen Bonusgutschriften in Eigenkapital umgewandelt und zur Auszahlung angefordert werden können:

    • Erstens muss das 40-fache der Gutschrift umgesetzt worden sein
    • Zweitens muss dieser Umsatz binnen 90 Tagen erfolgen

    Interessant ist im Vergleich zum Bonus von IQ Option das in den Bedingungen dargestellte Szenario für eine Auszahlung, in deren Vorfeld die Umsatzbedingung nicht erfüllt wurde. Stockpair zahlt in diesem Fall wie eigentlich alle Broker den Bonus nicht aus. Die mit dem Bonus erzielten Gewinne können aber vollständig und ohne Abzug hypothetischer Bonusanteile ausgezahlt werden. Die schematische Beispielrechnung des Brokers:

    Kunde hat 500 eingezahlt, eine Promotion über 250 erhalten, ein Tradingvolumen von 5.000 erreicht und 100 Gewinn erzielt.
    Das erforderliche Tradingvolumen wurde nicht erreicht: 250 * 40 = 10.000.
    Der verfügbare Saldo für das Trading binärer Optionen = 600.
    Für Auszahlung verfügbarer Saldo = 600.
    Wenn der Kunde 300 auszahlen lassen will, dann beträgt der Saldo nach der Auszahlung 300.

    Binaxo-Bonus-Bedingungen

    Bonusbedingungen bei Binaxo

    Der Binäre Optionen Bonus des zypriotischen Brokers Binaxo ist wiederum anders strukturiert. Da die Bedingungen nur in englischer Sprache vorliegen, wird frei übersetzt. In Abschnitt 3. der Bedingungen wird klargestellt: „Der eigentliche Bonus kann nie ausgezahlt werden und nur zu Tradingzwecken (als Form des Hebels) genutzt werden.

    In Abschnitt 4. wird dargelegt, wie sich Guthaben und Bonus auf dem Konto zueinander verhalten: Demnach werden bei der Eröffnung von Positionen zunächst die Guthaben und dann die Boni verwendet. „Nur wenn die Kundengelder null erreichen, wird der Bonus verwendet“.

    Die Auszahlungsbeschränkungen beziehen sich nicht nur auf den Bonus, sondern auch auf mit dem Bonus erzielte Gewinne: Gewinne, die unter Einsatz des Bonus erzielt wurden, können erst ausgezahlt werden, wenn das Fünffache des Bonusbetrages im Handel umgesetzt wurde.

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    Auch Binaxo führt einige Beispiele an. Bei allen wird von einer Einzahlung in Höhe von 1.000 EUR und einer Bonusgutschrift in Höhe von 1.500 EUR ausgegangen, der initiale Kontostand beträgt somit 1.500 EUR.

    • Durch Gewinne erreicht der Kontostand 1.800 EUR. Auszahlbar sind 1.800-500=1.300 EUR
    • Durch Verluste erreicht der Kontostand 500 EUR. Auszahlbar sind 500-500=0.
    • Durch Verluste erreicht der Kontostand 550 EUR. Auszahlbar sind 50 EUR.

    Eine einheitliche Struktur gibt es bei den Bonusbedingungen somit nicht. Die branchentypischen Bedingungen waren im Zeitverlauf immer wieder Änderungen unterworfen. Auch diese gingen häufig auf Einwürfe der CySEC zurück. So hatte die Behörde vor einigen Jahren verfügt, dass Auszahlungen von eingezahltem Guthaben auch dann immer möglich sein müssen, wenn ein Bonus in Anspruch genommen wird.

    4. Mögliche Auswirkungen auf die Branche

    Die Auswirkungen des Bonusverbots auf die Branche lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt (kurz nach dem Jahreswechsel 2017) nicht absehen. Relevante Auswirkungen wären z. B. signifikante Änderungen bei den Gesamtumsätzen der Branche. Hier ist die Datenlage allerdings dünn – und kaum verifizierbar.

    Zweitens sind Vorzieheffekte durchaus vorstellbar: Die Kundenbetreuer könnten im Vorfeld der nicht völlig überraschenden Entscheidung der CySEC verstärkt auf die wenige verbleibende Zeit hingewiesen haben, was den Vertrieb kurzzeitig stimuliert hätte – zulasten der Kontoeröffnungen und Einzahlungen in der unmittelbaren Folgezeit.

    Generell steigt der Druck auf die Broker. Es ist derzeit keinesfalls ganz auszuschließen, dass es zu einem vollständigen Binäre Optionen Verbot kommt. Das wäre keinesfalls das Ende der Branche und nicht einmal das Ende der bekannten Marken -diese könnten ihre Aktivitäten im Mantel des Glücksspielbetriebs fortsetzen. Schon jetzt ist der Status als Buchmacher ein Vorteil: So können Finanzwetten Anbieter mit Startguthaben werben, das Anbietern mit Brokerlizenz derzeit nicht als Verkaufsargument zur Verfügung steht.

     

    5. Hintertür in der CySEC-Verordnung

    Die CySEC-Verordnung hat Boni zudem nicht für alle Zeiten und in allen Varianten ausgeschlossen, sondern eine Hintertür offengelassen. So heißt es in dem Rundschreiben (frei übersetzt): „Soweit andere Vergünstigungen für den Handel angeboten werden, müssen Broker die CySEC im Vorfeld darüber informieren. Broker müssen gegenüber der CySEC darlegen können, dass diese Vergünstigungen nicht dazu geeignet sind, Verhaltensweisen zu befördern, die nicht im Interesse der Kunden sind.“

    Auch hier belässt die Behörde es bei einer recht schwammigen Aussage. Das lässt sich zusammen mit der ebenso unspezifischen Begründung des Verbots durchaus als Verhandlungsspielraum interpretieren. Gelingt es der für den Standort Zypern und die dortige Wirtschaft wichtigen Branche, neue Bonuskonzepte zu entwickeln, könnten diese durchaus genehmigt werden.

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    6. Hohe Neukundenboni sind kein Qualitätskriterium

    Generell sind hohe Neukundenboni kein Qualitätskriterium für Broker. Ein attraktives Angebot kann wie auch in anderen Wirtschaftsbereichen lediglich eine ohnehin gute Basis aufwerten, diese aber keinesfalls ersetzen. Es bringt Ihnen wenig, wenn sie einen attraktiven Einkaufsgutschein als Dreingabe zu einem Neuwagen erhalten, der nicht zu Ihren Ansprüchen passt.

    Wichtiger als einmalige Bonuszahlungen sind langfristig attraktive Ablaufrenditen, ein großer Basiswertekatalog, eine benutzerfreundliche und ausgereifte Handelsplattform sowie ein absolut seriöses Regulierungsumfeld und im besten Fall auch eine finanzstarke Eigentümerstruktur. Schnäppchenjäger sind bei Binäre Optionen Brokern ohnehin an der falschen Adresse: die Bonusbedingungen sehen in der Regel vor, dass ein großes Vielfaches der Bonusgutschrift in Optionsprämien umgesetzt werden muss (siehe vorangegangener Abschnitt).

    7. Finanzwetten Anbieter dürfen weiterhin Boni anbieten

    Wenn Ihnen Einzahlungsboni sehr wichtig sind, sind Finanzwetten Anbieter mit Startguthaben einen Blick wert. Die Angebote unterscheiden sich nicht in der Funktionsweise von Binären Optionen. Der wesentliche Unterschied liegt im Regulierungsstatus der Anbieter. Buchmacher agieren mit einer anderen Lizenz als Broker sind deshalb von Entscheidungen der Finanzaufsichtsbehörden nicht betroffen.

    Viele in Europa tätige Buchmacher agieren am Standort Malta und sind von der dortigen Glücksspielbehörde reguliert. Ein Beispiel dafür ist der Buchmacher Bet on Finance, der Neukunden einen Bonus in Höhe von 100 % der Ersteinzahlung gutschreibt. Auch bei Buchmachern gibt es Bonusbedingungen: Bevor eine Auszahlung angefordert werden kann, müssen Umsatz- und Risikobedingungen erfüllt werden.

    Bet-on-Finance-Bonus

    Bet on Finance aus Malta bietet weiterhin Boni an

     

    Fazit

    Seit die CySEC im Dezember 2016 Einzahlungsboni verboten hat, sind die Angebote bei Brokern praktisch nicht mehr vorzufinden. Ob die Entscheidung endgültig ist oder andere Bonuskonzepte in Zukunft wieder akzeptiert werden, ist noch offen. Einzahlungsboni sollten allerdings ohnehin nicht überbewertet werden. Wichtiger sind langfristig attraktive Konditionen, zumal die Bonusgutschriften an strikte Umsatzbedingungen gebunden sind. Wer unbedingt einen Einzahlungsbonus erhalten möchte, kann bei Finanzwetten Anbietern bis zu 100 % auf die Ersteinzahlung halten.

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